Blizzard Entertainment

Lizenzgeplänkel

Wem gehört eigentlich die Software, Musik oder Videos, für die man gelöhnt hat? Das ist eine Grundsatzfrage, die seit jeher debatiert wird und gelegentlich auch das eine oder andere Gericht beschäftigt. Der jüngste Fall: Ein gewisses MMORPG, von dem der eine oder andere Eingeweihte schon mal gehört haben könnte - World of Warcraft . Bot-Anbieter sind Blizzard dort ein Dorn im Auge, wie zuletzt auch MDY Industries (Glider) erfahren musste.

Der Spielehersteller ist gerichtlich gegen die Firma vorgegangen und wirft ihr vor, gegen geltendes Copyright zu verstoßen, weil deren Programm eine unerlaubte Kopie des Spiels im Hauptspeicher eines Rechners erstelle. Laut Virtually Blind mischte sich nun Public Knowledge, eine Interessengruppe mit dem Schwerpunkt Digitale Rechte, ein und merkte an, dass Blizzard keine Verletzung des Copyrights geltend machen könne, schließlich habe der Spieler das vom Gesetzgeber gewährte Recht, auf seinem Rechner eine Kopie zum Zwecke der Nutzung zu machen. Der Richter forderte daraufhin eine Stellungnahme vom Hersteller ein.

Die ist nun erfolgt und fällt erwartungsgemäß aus: Der Nutzer sei nicht Besitzer der Software, er erwerbe nur eine temporäre Lizenz von Blizzard, den WoW-Client zu nutzen. Mit dem Kauf des Spiels werde man nicht zum Eigentümer des Spiels - ohne die monatlichen Gebühren könne man mit der Software schließlich nicht viel anfangen. In den Lizenzbedingungen (EULA) sei genau festgelegt, welche Form von Kopien ein Spieler machen dürfe - das Recht zu einer Duplizierung im RAM für die Nutzung eines Bots gehöre nicht dazu.

Der Hersteller verweist zudem noch auf zwei andere Präzedenzfälle und führt diverse EULA-Passagen an, die deutlich machen sollen, dass der Spieler nicht der Eigentümer des Programms ist. Würde sich das Gericht auf die Seite von Public Knowledge schlagen, so müsste man generell alle EULAs hinterfragen. 

Die vollständige Begründung kann bei Virtually Blind heruntergeladen werden.
Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • Also, mir persönlich geht es um den wirtschaftlichen Aspekt sowas von gar nicht. Fakt ist, Bots zerstören keine nicht vorhandene Wirtschaft ingame. Das habe ich schon oft genug auf inwow.de durchdiskutiert und jeder mit einem etwas vernünftig funktionierenden Gehirn hat das auch geschnallt. Es  [...] Also, mir persönlich geht es um den wirtschaftlichen Aspekt sowas von gar nicht. Fakt ist, Bots zerstören keine nicht vorhandene Wirtschaft ingame. Das habe ich schon oft genug auf inwow.de durchdiskutiert und jeder mit einem etwas vernünftig funktionierenden Gehirn hat das auch geschnallt. Es geht mir darum, was passieren kann, bekommen Glider-Firmen recht. Schön und gut, die Software selber gehört einem, wenn man sie gekauft hat. Ist auch nicht anders bei anderen Produkten. Nur gibt es auch in Deutschland Gesetze, an die man sich halten muss. Unter anderem darf man nicht den Originalzustand einer Software manipulieren, modifizieren oder sonst was. Dafür gibt es Mods, die bis zu einem gewollten Grad genug Fläche für eigene Kreativität bietet. Ich darf in Deutschland kein No-CD Crack installieren, auch wenn ich das Spiel original habe. Es ist verboten. Warum? Weil es das Produkt verfälscht. Glider sollten unter dieselbe Kategorie fallen. Tut man das nicht, gibt man nur Cheat-Programmen vorrang. heißt es nämlich dann, wenn ein Kunde ein Spiel sich legal im Laden gekauft hat, muss der Hersteller dafür sorgen, dass dieser Kunde das Produkt auch im vollen Maßen nach seinem Vergnügen benutzen darf. Das heißt, in Counter-Strike, Call of Duty, Unreal Tournament, Quake etc. sind Cheater legal unterwegs und dürfen nicht mehr gebannt werden, weil es deren Recht ist zu cheaten.
  • Bots sind ein Krebsgeschwür und gehören dementsprechend behandelt.
  • Also wenn ich mir bisher ein Spiel gekauft habe, war es schon immer so, dass ich mir damit nicht auch automatisch das Recht gekauft habe mit diesem Spiel und all seinen Bestandteilen tun und lassen zu können was ich will. Wenn ich ein Spiel gekauft habe, gehören mir noch lange nicht die Bilder und  [...] Also wenn ich mir bisher ein Spiel gekauft habe, war es schon immer so, dass ich mir damit nicht auch automatisch das Recht gekauft habe mit diesem Spiel und all seinen Bestandteilen tun und lassen zu können was ich will. Wenn ich ein Spiel gekauft habe, gehören mir noch lange nicht die Bilder und Texturen, die sich darin befinden. Von daher waren wir im Grunde noch nie wirklich Eigentümer der Software und all ihren Bestandteilen. Und lediglich darauf beruft sich jetzt Blizzard selbst. Sehe also nicht das Problem? Und ich bin klar dafür Bots aus MMORPGs zu werfen, die haben dort nichts verloren.