Destiny: Seltene Vertragsdetails zum Bungie-Shooter - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.
Science Fiction-Shooter
Entwickler: Bungie
Publisher: Activision
Release:
09.09.2014
09.09.2014
09.09.2014
09.09.2014
Test: Destiny
67

“Technisch ist Bungie trotz kleiner Zwangs-Einbußen eine vorbildliche Umsetzung gelungen - inhaltlich hapert es aber auch auf der Xbox 360.”

Vorschau: Destiny
 
 
Test: Destiny
67

“Als Shooter zu gewöhnlich, als MMO zu flach: Destiny mangelt es abseits der beeindruckenden Technik vor allem an Identität, Kreativität und Abwechslung!”

Test: Destiny
67

“Technisch und inhaltlich befindet sich die One-Version auf Augenhöhe mit der PS4-Fassung.”

Leserwertung: 79% [10]

Wie findest Du das Spiel?

Spielinfo Bilder Videos

Destiny
Ab 13.99€
Jetzt kaufen

Schnäppchen-Angebote

Stellenmarkt Jobbörse Jobware

Nachrichten

Folge uns

       

Destiny: Seltene Vertragsdetails zum Bungie-Shooter

Destiny (Shooter) von Activision
Destiny (Shooter) von Activision - Bildquelle: Activision
Nachdem Microsoft Bungie wieder in die Unabhängigkeit entlassen hatte, hatte das Studio noch Halo 3: ODST und Halo: Reach für seinen einstigen Eigentümer fertiggestellt. Gleichzeitig begann das Team natürlich mit den Vorbereitungen für das nächste Projekt, an dem sich prompt Activision die exklusiven Publishingrechte für die nächsten zehn Jahre gesichert hat

Bisher durchgesickerten Informationen zufolge handelt es sich dabei um einen Sci-Fi-Shooter mit ausgeprägter Online-Komponente oder gar ein MMO-FPS. Auch ein Name war bereits durch die Gerüchteküche gegeistert.

Allzu glücklich dürfte Activision derzeit nicht sein über einen durch den Rechtsstreit mit Vincent Zampella und Jason West verursachten Kollateralschaden: Im Rahmen des Prozesses wurden jetzt auch Teile des Vertrags mit Bungie ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Und gewähren so einen seltenen Einblick hinter die wirtschaftlichen Kulissen der Branche.

Die am 16. April 2010 unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass Bungie innerhalb der nächsten zehn Jahre vier "Destiny"-Spiele produziert. Der Auftakt der neuen Marke soll im Herbst des kommenden Jahres stattfinden. Die drei Fortsetzungen sollen dann jeweils im Herbst 2015, 2017 und 2019 veröffentlicht werden. Jeder der Titel, die als "sci-fantasy, action shooter games" eingeordnet werden, soll ein Jahr nach dem Launch mit einer größeren Erweiterung (Codename Comet #1,#2,#3 und #4) versorgt werden. Dazwischen wird es erwartungsgemäß noch kleinere DLC-Pakete geben. Zumindest das erste Spiel soll noch dem klassischen Verdienstmodell folgen - bei den kommenden Spielen könnte man je nach Marktlage auch (noch) auf Abos oder Mikro-Transaktionen aufwarten.

Welche Plattformen?

Destiny 1 wird vorerst exklusiv auf der Xbox 360 und möglicherweise dem Nachfolger (im Dokument "Xbox 720" bezeichnet) erscheinen. Eine PS3-Version wäre im Herbst 2014 möglich - so denn eine Machbarkeitsstudie die technische und wirtschaftliche Tauglichkeit eines solchen Unterfangens nahelegt. Ob die PS3 bedient wird oder nicht, dürfte intern bereits feststehen: Laut des Vertrags sollte die Machbarkeitsstudie bis zum 31. Januar 2011 abgeschlossen sein. Destiny 2,3 und 4 könnten auf der Xbox 360, Xbox 720, der PS4 und PC veröffentlicht werden.

Die zeitliche Exklusivität könnte mehrere Gründe haben: Zum einen gibt es natürlich die vorhandene Hardware-Expertise: Seit seiner Übernahme durch Microsoft hatte Bungie ausschließlich für die Systeme des Herstellers produziert. (Die PC-Portierungen von Halo und Halo 2 waren von anderen Studios getätigt worden.) Zum anderen könnte es sich auch noch um Zusagen handeln, die man dem einstigen Mutterkonzern im Rahmen der Trennung machen musste.

Was verdient Bungie?

Dem Vertrag zufolge stehen dem Studio in Abhängigkeit von der erreichten Marke 20 bis 35 Prozent des operativen Einkommens zu, nachdem Activision seine Kosten für Marketing, Vertrieb & Co. abgezogen hat. Der Hersteller wird mindestens noch drei Jahre nach der Veröffentlichung der letzten Erweiterung (Comet #4) Support für die Produkte gewährleisten. Auch im Destiny-Universum angesiedelte Ableger-Titel (Conversions), z.B. für Mobile-Plattformen. sind eine Option. Sollte Bungie dies selbst nicht bewerkstelligen können, kann Activision andere Studios damit beauftragen. Im Vertrag heißt es: Auf Wunsch von Bungie sollen Valve, Gearbox und Epic aber explizit von solchen Aufträgen ausgeschlossen werden. Jene Firmen sollten nur dann einbezogen werden, falls Activisionen einen Mehrheitsanteil an ihnen hält.

Interessant sind auch diverse andere Vertragsdetails. So hat der Hersteller u.a. die Fluktuation bei den Entwicklern im Blick: Sollten innerhalb von 12 aufeinander folgenden Monaten mehr als 33 Prozent der dann jeweiligen "Schlüsselmitglieder" des Teams Bungie den Rücken kehren, so wird dies als "kritisches Risiko" eingestuft. In solchen und anderen Fällen ist das Studio verpflichtet, einen Alternativplan vorzulegen, mit dem das Risiko gemindert werden soll. Sollte Activision jenen Plan aber nicht abnicken, müssen die Entwickler weiterhin dem ursprünglichen Zeitplan entsprechend Meilensteine abliefern - andernfalls gelten sie als vertragsbrüchig.

Prämien

In den ersten drei Jahren der Produktion kann Bungie pro Jahr einen Bonus von 2,5 Mio. Dollar erhalten, wenn der vereinbarte Zeitplan eingehalten wird. Sollte Destiny (basierend auf gamerankings.com) eine Durchschnittswertung von mindestens 90 Punkten erreichen, winkt noch eine "Qualitätsprämie" in Höhe von 2,5 Mio. Dollar. Sollte die Marke beim operativen Einkommen Regionen jenseits von 750 Mio. Dollar bzw. einer Mrd. Dollar erreichen, gibt es jeweils noch einen Zuschlag von 25 Mio. Dollar.

Sollte es Verzögerungen geben während der Produktion, behält sich Activision das Recht vor, die Einkommensbeteiligung Bungies zu kürzen. Jene "Overage Penalties" werden auch fällig, falls die Vorauszahlungen für die Xbox 360-Version des ersten Spiels (inklusive gewisser Marketingkosten) den Betrag von 140 Mio. Dollar übersteigen.

Der Vertrag mit Bungie kann von Activision ohne jegliche Strafzahlung aufgelöst werden, wenn sich Destiny innerhalb der ersten sechs Monate nach seinem Launch nicht mindestens fünf Mio. Mal verkauft hat - an Endkunden wohlgemerkt, nicht an den Handel. Aber auch das vorherige Projekt des Teams wurde berücksichtigt: Hätte Bungie Halo: Reach nicht pünktlich 2010 fertiggestellt, eine Durchschnittswertung von mindestens 80 oder eine Auslieferungszahl jenseits der sechs Mio. erreicht nach sechs Monaten, hätte sich der Publisher ebenfalls aus der Destiny-Vereinbarung zurückziehen können.

Bungie ist nach dem Ablauf des Vertrags nicht verpflichtet, weitere Destiny-Spiele zu produzieren und behält die Rechte an der Marke - so man denn seinen vereinbarten Verpflichtungen nachgekommen ist. Sollte je ein weiterer Serien-Ableger im Raum stehen, so hat Activision ein Erstverhandlungsrecht, bevor sich die Entwickler mit anderen Publishern unterhalten. 

Marathon-Revival angedacht

Ein weiteres nennenswertes Detail: Der Vertrag schreibt auch vor, dass, bis mindestens 375 Mio. Dollar an operativem Einkommen generiert wurden, maximal fünf Prozent der Angestellten des Studios an dem Prototypen für ein eigenes Projekt werkeln dürfen. Dabei handelt es sich der Bezeichnung zufolge um ein neues Marathon-Spiel. Nach dem Erreichen der Marke darf Bungie bis zu zehn Prozent seiner Entwickler dafür abstellen. Ab 750 Mio. Dollar dürfen sich bis zu 25 Prozent an der Rückkehr zu Bungies alter Marke versuchen. Erst nach dem Erreichen der Milliarden-Marke gibt es keinerlei Beschränkungen mehr. Activision will so auch sicherstellen, dass Bungie das Marathon-Projekt nicht mit den für Destiny zur Verfügung gestellten Mitteln finanziert

Bis zur Fertigstellung von Comet #3 darf das Studio übrigens kein Spiel selbstständig oder für einen anderen Publisher entwickeln, welches sich als "Action-Shooter" kategorisieren lässt. Bevor nicht die Marke von 375 Mio. Dollar erreicht ist, ist es Bungie auch untersagt, sich in irgendwelchen anderen Genres zu versuchen.

Wer einen Blick ins Originaldokument werfen will, wird hier fündig.

Kommentare

Temeter  schrieb am
Crisis.X hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:Lernen die es eigentlich nie?
Sich in einer so einem turbulenten und von ständigen technologischen Fortschritten und Marktverschiebungen gezeichneten Branche für 10 Jahre und vier Spiele mit bereits abgestimmten Release-Daten zu verpflichten ist einfach nur bescheuert.
Man muss nur mal bedenken wie viele Trilogien bereits mit jedem Teil schlechter geworden sind, weil Bedingungen und Anforderungen solcher Verträge längst von der Realität eingeholt waren.
Da kann man nur sagen selber Schuld, Bungie und für die Mitarbeiter das beste hoffen. So was von dämlich...
btw: Trotz aller Abneigungen seh ich Activision hier gar nicht mal in der Schuld. Es ist schließlich Bungie die sich mit schnellem Geld locken lassen.
Wie simpel das Weltbild vieler doch ist......
Für mehr reichts wohl nicht, was? :lol:
Crisis.X schrieb am
Temeter  hat geschrieben:Lernen die es eigentlich nie?
Sich in einer so einem turbulenten und von ständigen technologischen Fortschritten und Marktverschiebungen gezeichneten Branche für 10 Jahre und vier Spiele mit bereits abgestimmten Release-Daten zu verpflichten ist einfach nur bescheuert.
Man muss nur mal bedenken wie viele Trilogien bereits mit jedem Teil schlechter geworden sind, weil Bedingungen und Anforderungen solcher Verträge längst von der Realität eingeholt waren.
Da kann man nur sagen selber Schuld, Bungie und für die Mitarbeiter das beste hoffen. So was von dämlich...
btw: Trotz aller Abneigungen seh ich Activision hier gar nicht mal in der Schuld. Es ist schließlich Bungie die sich mit schnellem Geld locken lassen.
Wie simpel das Weltbild vieler doch ist......
Temeter  schrieb am
Lernen die es eigentlich nie?
Sich in einer so einem turbulenten und von ständigen technologischen Fortschritten und Marktverschiebungen gezeichneten Branche für 10 Jahre und vier Spiele mit bereits abgestimmten Release-Daten zu verpflichten ist einfach nur bescheuert.
Man muss nur mal bedenken wie viele Trilogien bereits mit jedem Teil schlechter geworden sind, weil Bedingungen und Anforderungen solcher Verträge längst von der Realität eingeholt waren.
Da kann man nur sagen selber Schuld, Bungie und für die Mitarbeiter das beste hoffen. So was von dämlich...
btw: Trotz aller Abneigungen seh ich Activision hier gar nicht mal in der Schuld. Es ist schließlich Bungie die sich mit schnellem Geld locken lassen.
Kajetan schrieb am
Nefenda hat geschrieben:Kannst uns aber getne deinen arbeitsvertrag mal hochladen, man muss ihn ja net lesen.
Niemand sagt, dass solche Vertragsdetails grundsätzlich offengelegt werden müssen. Wenn sie aber öffentlich werden, dann ist das schon ein interessantes Stück Information. Sprich, wenn im Rahmen einer arbeitsgerichtlichen Verhanldung mein Arbeitsvertrag öffentlich gemacht wird, dann darfst Du ihn gerne lesen :)
Nefenda schrieb am
Kajetan hat geschrieben:
Nefenda hat geschrieben:Ich finde so intime vertrag details gehen keinen was an ausser die beiden vertragsgebundenen... Ziemlich arm sowas aufzulisten. Das geht iwie über den allgemeinen infofluss über entwickler und publisher hinaus... So far, Nef.
Dann lies es doch nicht. Ich finde sowas hochinteressant.
Geht nicht um geschmack von wegen musst ja net hinguggn.. Kannst uns aber getne deinen arbeitsvertrag mal hochladen, man muss ihn ja net lesen... Interessant iwie sicherlich, niveauvoll sowas überhaupt öffentlich zu machen? Nein! Egal obs activision ist... Da man nun gut von ausgehen kann das es eine serie wird die stark grmolken wird bringt das direkt negatives licht auf die serie ( ohne sie zu kennen) und das einfach arm.. Aber naja wie ihr meint.. Hach ist das toll -.-
schrieb am

Facebook

Google+