Spielkultur

Blows Achievement-Warnung

Mit den Achievements hatte Microsoft ein Belohnungssystem eingeführt, das in vergleichbarer Form später auch von Sony und Valve übernommen wurde. In Social Games wird der Spieler oft gar noch häufiger ausgezeichnet, um ständig zu motivieren und den Eindruck von Fortschritt zu vermitteln.

Jonathan Blow (Braid ) ist allerdings kein Fan ausufernder Belohnungen, mit denen der Spieler ständig torpediert wird. Der Entwickler, der derzeit an The Witness werkelt, warnt bei Gamasutra vor möglichen Langzeitfolgen des Achievement-Wahns. Man könne mit derartigen Ansätzen zwar langweilige Dinge interessanter gestalten, gleichzeitig aber auch interessante Spielelemente langfristig weniger attraktiv erscheinen lassen. Wenn man jemanden ständig 'besteche', damit er etwas mache, dann vermittele man letztendlich den Eindruck, dass die Aufgabe ohne jenen Anreiz wohl nicht lohnenswert genug sei. 

Blow verweist dabei auf ältere Erkenntnise aus der Psychologie, denen zufolge das Anwenden extrinsischer, 'äußerer' Motivatoren (z.B. Gehalt) langfristig negative Auswirkungen auf die intrinsische, 'innere' Motivation einer Person (z.B. Selbtverwirklichung) habe.

Es könne irgendwann passieren, dass Leute Spiele eher wegen der Belohungen konsumieren, anstatt wirklich Spaß damit zu haben. Das habe schon jetzt Auswirkungen auf das Gamedesign, so Blow. Ein weiteres Szenario: In Fokusgruppentests, die bei großen Produktionen nicht unüblich sind, könnten sich dann teilweise auch 'langweilige' Konzepte durchsetzen, da die Belohnungen hier besser anschlagen würden. 

Er wolle kein Untergangsszenario skizzieren - allerdings sollten die Entwickler sich gerade in dieser Zeit mal mehr Gedanken machen zu dem, was die da gestalten, mahnt Blow.
Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • crackajack schrieb:
    Wenn der jeweilige keine Freude daran findet dann, einfach nur zwanghaft von einem Achievement zum nächsten arbeitet, ist das schon ein Problem.
    und das kann verschiedene faktoren haben, genau das meine ich. ansonsten stimme ich dir ja  [...]
    crackajack schrieb:
    Wenn der jeweilige keine Freude daran findet dann, einfach nur zwanghaft von einem Achievement zum nächsten arbeitet, ist das schon ein Problem.
    und das kann verschiedene faktoren haben, genau das meine ich. ansonsten stimme ich dir ja zu. war dann sonst noch was? (:
  • Podophilist schrieb:
    hat wohl nicht mehr viel mit spaß zu tun, das unterstelle ich ganz einfach mal
    NfS-arcade-fans dürften den Spass in 20Runden oder mehr Rennen in GTLegends oder GTR auch nicht unbedingt verstehen. CoD/Halo/TF2-head0r typen den Spass in  [...]
    Podophilist schrieb:
    hat wohl nicht mehr viel mit spaß zu tun, das unterstelle ich ganz einfach mal
    NfS-arcade-fans dürften den Spass in 20Runden oder mehr Rennen in GTLegends oder GTR auch nicht unbedingt verstehen. CoD/Halo/TF2-head0r typen den Spass in Operation Flashpoint. Diablo Leute den Spass in Demons Souls. wasauchimmer achievements sind (zusätzliche) Spielziele, genauso wie durchspielen ein Spielziel ist, genauso wie versch. Schiwerigkeitsgrade durchzuspielen ein Spielziel sein kann, genauso wie der High score am Automaten, vom Nachbar der zu Besuch war, oder von den Live/Steam/PSN Freunden. Genauso wie ein gestandener 360 auf dem Skateboard ein Ziel sein kann und 'nen Ollie und 'nen Slide über ein Geländer ein Ziel sein kann. Alles "Achievements". Oder darf man auf dem Skateboard nun auch nur mehr rollen da alles andere ja deiner Unterstellung nach nichts mehr Spass zu tun haben kann? Rachmaninow (keine Ahnung) am Klavier hat mit Spass vielleicht auch nichts zu tun? Die Zeiten die benötigt werden um das jeweilige Metier auf ordentlichem Niveau zu beherrschen und verschiedenes zu probieren oder zu meistern dürften vergleichbar sein. Wenn der jeweilige keine Freude daran findet dann, einfach nur zwanghaft von einem Achievement zum nächsten arbeitet, ist das schon ein Problem, aber sportlichen Ehrgeiz einfach mal pauschal als obsessive Störung zu deklarieren kommt imo etwas ungut.
  • nu ja, wohl nicht ganz. jedes achievement mitzunehmen, hat wohl nicht mehr viel mit spaß zu tun, das unterstelle ich ganz einfach mal, sondern mit einigen faktoren, die ich in kognitiv therapeutischer behandlung mal angehen würde. war ja auch nur ein rat. (: @ kajetan so "müsst" es  [...] nu ja, wohl nicht ganz. jedes achievement mitzunehmen, hat wohl nicht mehr viel mit spaß zu tun, das unterstelle ich ganz einfach mal, sondern mit einigen faktoren, die ich in kognitiv therapeutischer behandlung mal angehen würde. war ja auch nur ein rat. (: @ kajetan so "müsst" es sein.