Spielkultur

USA: 'Free Speech' schützt Spiele

Mit einem 2005 eingebrachten Gesetz hatte der Bundesstaat Kalifornien den Verkauf und Verleih gewaltlastiger Spiele an Minderjährige untersagen wollen. Pro Verstoß hätte jeder Anbieter bis zu 1000 Dollar an Strafgebühren entrichten müssen. Dabei verwies man auf die möglichen Folgen, die der Konsum solcher Spiele auf Kinder haben könnte.

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Video Software Dealers Association (mittlerweile: Entertainment Merchant Association) klagte umgehend stellvertretend gegen die Festlegung. Nachdem man sich mit jenem Anliegen zuletzt vor einem Bundesgericht durchsetzen konnte, landete der Fall im vergangenen Jahr schließlich vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. 

Gestern schließlich bestätigten die Richter die Entscheidung aus der früheren Instanz mit sieben zu zwei Stimmen. Das Gesetz verstoße gegen die US-Verfassung, heißt es da. Spiele würden wie auch andere Formen der Kunst wie Bücher, Musik oder Filme vom 1. Verfassungszusatz abgedeckt - dem Recht auf Meinungsfreiheit bzw. freie Meinungsäußerung. So merkt einer der Richter, Antonin Scalia (PDF), u.a. an:

"Vielleicht sind Spiele ein Problem, und vielleicht würde es keiner von uns unseren Kindern erlauben, welche zu spielen. Aber es gibt alle möglichen 'Probleme' - von denen einige sicherlich ernster sind als dieses -, die man nicht lösen kann durch das Einschränken der freien Meinungsäußerung durch die Regierung."

Der US-Senator Leeland Yee, der das Gesetz mitverfasst hatte, ließ schon mal verlauten, er wolle nicht aufgeben. Durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs dürften vergleichbare Unterfangen in Kalifornien oder anderen US-Bundesstaaten allerdings deutlich erschwert worden sein.

Eine genauere Analyse und weitere Dokumente sind auf dem Supreme Court-Blog zu finden. Wer wissen will, wie Branchenvertreter wie John Riccitiello, Bobby Kotick oder Ken Levine auf das Urteil reagierten, wird hier fündig.
Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • Lohengriehn schrieb:
    Mein Wunsch ist, daß nicht Computerspiele, sondern das Fernsehen verboten wird.
    Allen voran DSDS.
  • IM Fernsehen sieht man viel schlimmere Sachen. Gammelfleischskandale, vermüllte Wohnungen von Landsleuten, Kinderschänderauftritte, tote Soldaten, nicht zu vergessen die Naturkatastrophenopfer unter einem vorgeheuchtelten "Hier können Sie nun Anteil nehmen am Schicksal anderer  [...] IM Fernsehen sieht man viel schlimmere Sachen. Gammelfleischskandale, vermüllte Wohnungen von Landsleuten, Kinderschänderauftritte, tote Soldaten, nicht zu vergessen die Naturkatastrophenopfer unter einem vorgeheuchtelten "Hier können Sie nun Anteil nehmen am Schicksal anderer Menschen"...alles hautnah, immer ganz nah dran. 24/7... Sowas bedroht das Bild meiner Idealwelt viel mehr. Mein Wunsch ist, daß nicht Computerspiele, sondern das Fernsehen verboten wird.
  • KOK
    msecure schrieb:
    Über denn Sinn und Unsinn von Killerspielzensuren habe ich einen Beitrag auf meinem Meinungsblog verfasst. Leute, die wirklich glauben, dass mache Sinn, sollten sich insbesondere den letzten Abschnitt ansehen!
     [...]
    msecure schrieb:
    Über denn Sinn und Unsinn von Killerspielzensuren habe ich einen Beitrag auf meinem Meinungsblog verfasst. Leute, die wirklich glauben, dass mache Sinn, sollten sich insbesondere den letzten Abschnitt ansehen! http] Entschuldigen Sie, aber Ihre ganze Erörterung ist ziemlicher Stuss. Die Zensur geht ja nicht vom Staat aus, sondern vom Publisher, bzw. von der Wirtschaft. Auch bezeichnen Sie das Umgehen des "Systems" als Legetimationsgründe für eine Abschaffung der "Zensur", aber dabei geht es bei der "Zensur", zumindest die vom Staat ausgeht (und zwar das Verbot zur öffentlichen Austellung und Bewerbung), gar nicht darum, den Käufer vom Kauf des zensierten Mediums abzuhalten. Ich könnte jetzt nocht weiter auf den Text eingehen, aber ich habe keine Lust darauf. Das größte Problem an Ihrer Argumentation ist einfach nur, daß Sie den Jugendschutz nicht verstanden haben und somit ziemlicher Nonsense bei rauskommt.