Spielkultur

Baer: 'Gewaltspiele sind schändlich'

Wie die Entwickler von SpaceWar hat auch Ralph Baer den Status eines Pioniers der Videospielbranche. Im Gespräch mit der Salt Lake Tribune blickte der mittlerweile 89 Jahre alte Erfinder der Magnavox Odyssey zurück.

Dass sich das Medium so entwickeln würde, hätte er damals nie vermutet. Es war nicht vorhersagbar, aber fantastisch. Wenn er das Ganze nicht losgetreten hätte, dann wäre es eben eine andere Person gewesen.

Nicht alle Auswüchse der Spielewelt behagen Baer: Gewaltlastige Titel wie Shooter seien eine "Schande", heißt es da. Dem, was er einst erschuf, seien mittlerweile einige abscheuliche Dinge entsprungen. Dies sei aber auch in anderen Formen der Kunst wie Musik oder Literatur passiert.

Autor: Julian Dasgupta
Quelle: via MCV
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Kommentare

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  • crewmate schrieb:
    EinfachNurIch schrieb:
    ...
    Ralph Baer ist ein Alter Mann (1922!), der die Blagen auf seinem Rasen spielen sieht. Wir werden uns irgendwann aufregen, das die dreckigen Blagen ihre Zeit nur auf dem Holodeck verbringen. Bei uns
     [...]
    crewmate schrieb:
    EinfachNurIch schrieb:
    ...
    Ralph Baer ist ein Alter Mann (1922!), der die Blagen auf seinem Rasen spielen sieht. Wir werden uns irgendwann aufregen, das die dreckigen Blagen ihre Zeit nur auf dem Holodeck verbringen. Bei uns früher, wir waren mit unserem GameBoy Advance noch anner frischen Luft, Paule.
    Aber auch damals und wohl zu allen Zeiten hat man Räuber und Gendarm gespielt. Und da wurde auch geschossen bzw. früher halt mit Pfeil und Bogen herumhantiert. Schusswaffen und deren Gebrauch haben die Menschen schon immer fasziniert. Also kann der Mann so alt gar ned sein, daß er solche "Orgien der Gewalt" seiner Generation nicht mitbekommen hat. Mit den modernen Mitteln sieht das vielleicht alles ein bisschen wilder aus, als es ist. Wobei bei solchen Titeln wie Manhunt sehe ich die Grenze des Erträglichen auch überschritten. Aber wenn es halt jemand Spass macht. Muss halt jeder mit sich selbst ausmachen. crewmate schrieb:
    Dein Tischfußball Beispiel ist hervorragend! ] Danke, wollte halt mal aufzeigen, daß es schon immer Idioten gegeben hat und wohl auch immer geben wird. Das Gejammere über die heutige Jugend geht mir gewaltig auf den Keks, auch wenn ich manche Auswüchse nicht nachvollziehen kann, meinen Eltern dürfte es da nicht viel anderes gegangen sein.
  • EinfachNurIch schrieb:
    Kommt hier keiner mal auf die Idee, daß das einfach was damit zu tun hat, daß heute Videospiele" zur Gesellschaft gehören und deshalb halt mit der Menge auch mehr "Skandale" an die Öffentlichkeit kommen? Oder meinen die Leute allgemein früher
     [...]
    EinfachNurIch schrieb:
    Kommt hier keiner mal auf die Idee, daß das einfach was damit zu tun hat, daß heute Videospiele" zur Gesellschaft gehören und deshalb halt mit der Menge auch mehr "Skandale" an die Öffentlichkeit kommen? Oder meinen die Leute allgemein früher was alles besser und Vergewaltigungen und Kindesmisshandlung gibt es erst seit 30 Jahren? Um mal weg vom Videospiel zu kommen. Ich habe jahrelang Tischfussball gespielt, das wird hier niemand was wirkliches sagen aber im Saarland war das mal extrem weit verbreitet mit Ligen und allem Drum und Dran. Trotz allem war es ein Freizeitsport und eigentlich ging es um fröhlisches Zusammensein und dergleichen. Was da alles aufgeführt wurde um zu gewinnen, das kann sich keiner vorstellen der das nicht erlebt hat. Ganz normale Menschen die sich wegen einem Feierabendspiel plötzlich spinnefeind waren, deren kompletter Lebensinhalt nur darin bestand in der besten Mannschaft zu sein, egal wie unsymphatisch diese waren. Dann gab es deutsche Meisterschaften dafür. Und dazu muss man wissen, das Saarland alleine hatte mehr Manschaften als der ganze Rest Deutschlands zusammen. Wir waren da auch ein paar mal dabei und ich muss sagen, teilweise habe ich mich geschämt aus dem selben Bundesland zu sein wie manche teilnehmenden Akteure. Da zählte die Erfahrung andere Menschen aus allen Teilen Deutschlands zu treffen die das selbe Hobby teilen überhaupt nix. Es ging nur um's gewinnen und das mit allen Mitteln. Das war Mitte der Siebziger und bevor Videospiele eine grosse Rolle gespielt haben. Der Mensch ist halt so vor allen Dingen wenn er noch jung ist. Meistens gibt sich das dann später und es werden ganz vernünftige Menschen, natürlich gibt es Kollegen die den Absprung niemals schaffen, das dürfte aber eine Minderheit sein.
    Ralph Baer ist ein Alter Mann (1922!), der die Blagen auf seinem Rasen spielen sieht. Wir werden uns irgendwann aufregen, das die dreckigen Blagen ihre Zeit nur auf dem Holodeck verbringen. Bei uns früher, wir waren mit unserem GameBoy Advance noch anner frischen Luft, Paule. Dein Tischfußball Beispiel ist hervorragend! :D :D
  • Doc Angelo schrieb:
    Balmung schrieb:
    Es geht nicht um Gewalt an sich, sondern in der Art wie sie genutzt wird. Früher war Gewalt in den meisten Spielen einfach nur ein Bestandteil, heute ist Gewalt das Grundgerüst worum irgend ein belangloser Inhalt aufgebaut
     [...]
    Doc Angelo schrieb:
    Balmung schrieb:
    Es geht nicht um Gewalt an sich, sondern in der Art wie sie genutzt wird. Früher war Gewalt in den meisten Spielen einfach nur ein Bestandteil, heute ist Gewalt das Grundgerüst worum irgend ein belangloser Inhalt aufgebaut wird.
    Gut zusammen gefasst und auf den Punkt gebracht. Das ist wirklich der Unterschied zu den meisten Spielen von damals. Ich finde es immer sehr schade, wenn in Trailern von neuen Spielen nur noch "coole" Tötungsszenen aneinander gekettet werden. Geschichte und Spielmechanik werden da scheinbar zur Nebensache. Gruß Fabian
    Kommt auf die Zielgruppe an. Wobei man nicht vergessen sollte, dass Kämpfe "nicht nur ein Bestandteil", sondern ein essentieller Bestandteil waren, um den sich dann die Handlung aufgebaut hat. Ich zumindest kenne wenige pazifitische Spiele, selbst der olle Mario ist noch auf seinen armen Gegnern rumgehüpft, um sie plattzumachen. Jüngstes Beispiel für zwei Spiele, die dem kritisierten Schema widersprechen: Skyrim wird bestimmt nicht wegen der Kämpfe gekauft und Dark Souls nicht wegen der Brutalität. Aber das ist auch eine andere Zielgruppe, die Kritik ist doch eigentlich eine Kritik an der Jugendkultur im bereich Videospiele. Natürlich greifen die zu CoD, Battlefield und was sonst so gerade in ist, aber ist das wirklich so abwegig, gar verwerflich? Dass diese eine Zielgruppe sich mittlerweile spieletechnisch über das Besitzen von gewalthaltigen Spielen, die momentan alle anderen spielen, die im Freundeskreis was zusagen haben, definieren. Weil es etwas ist, was die Eltern ungern sehen, Lehrer verbieten und Politiker gerne verbieten würden, weil man hier die Möglichkeit hat, mit anderen auszuramboen (Copyright Southpark), wer der bessere ist? Ich fürchte, manche haben ihre Kindheit vergessen. Da mag es noch kein CoD gegeben haben, aber Namen sind bekanntlich nur Schall und Rauch. Das, was es ist, zählt.