G.A.M.E. kritisiert BIU
Nachdem der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Anfang der Woche verkündet hatte, dass man Leipzig den Rücken kehren und ab 2009 die GAMESCom in Köln ausrichten möchte, meldet sich nun der deutsche Entwicklerverband G.A.M.E. zu Wort.
Dort lobt man nochmals den alten Standort und verweist darauf, dass man im letzten Jahr mit seinen 70 Mitgliedern und Partnern knapp 800m² Standfläche belegt hatte (2004: 100m²). Das sei nicht zuletzt auch durch die Leipziger Messe und deren Mitarbeiter möglich gewesen.
Der BIU, dessen Mitglieder 2007 laut Veranstalterangaben 30 Prozent der Messefläche gebucht hatten, stelle mit seiner Entscheidung "unsere Mitglieder und auch unsere Branche vor vollendete Tatsachen, und diese sorgen nicht überall für Begeisterung." Viele Unternehmen seien bei der Standortdiskussion nicht miteinbezogen worden und wären dementsprechend verstimmt. Der Entwicklerverband fordert mehr Transparenz und eine ausführliche Darlegung der Gründe für den Umzug.
Eine große Messe sei ohne Hersteller wie Nintendo, Microsoft oder EA "kaum denkbar", allerdings würde sie auch von der Präsenz kleinerer und mittlerer Hersteller bzw. Entwickler leben. Auch diese seien verantwortlich dafür, dass die Games Convention zu der Veranstaltung entwickeln konnte, die sie nun sei. Man sei allerdings optimistisch, dass der BIU und die Kölnmesse ähnlich offen seien.
Vor allem gelte es, englische Verhältnisse zu vermeiden - in Großbritannien waren nach dem Niedergang der ECTS alle bisherigen Versuche gescheitert, eine größere Branchenmesse zu etablieren. Es müsse eine Veranstaltung geben, auf der alle Hersteller vertreten seien. Gäbe es stattdessen mehrere Messen, auf die sich die Firmen verteilen, würde der Standort Deutschland letztendlich international wieder völlig bedeutungslos werden. Deswegen komme es nun darauf an, mit vereinten Kräften dafür zu sorgen, dass auch die GAMESCom ein Erfolg werden kann.