gc-Eindruck: Shooter-Perfektion
Auf der gamescom gab es Call of Duty: Modern Warfare 2 (ja, die herumhängenden Poster waren in dieser Hinsicht eindeutig) gleich doppelt zu sehen: Zum einen war da die Präsentation der Mission „Cliffhanger“ im Activision-eigenen Kino. Als Soldat mit dem Spitznamen „Roach“ begleitet man einen erfahrenen Captain. Die Mission ist, eine russische Flugzeugbasis zu stürmen und zu sabotieren. Haarige Bergkletter-Aktionen, durch Schneegestöber getarnte Stealth-Kills sowie viele heftige Explosionen später liefern sich die beiden brachiale Gefechte mit den alarmierten Russen. Eine gerade noch so geglückte Flucht später finden sich die beiden auf Schneemobilen wieder, mit Vollgas einen Berg hinunter jagend – gekrönt von einem spektakulären Sprung, der selbst Colt Seavers vor Neid hätte erblassen lassen. Sehr, sehr beeindruckend inszeniert, Call of Duty-typisch mit einer Extratonne geskripteter Ereignisse, die den Gefechten jede Menge zusätzlicher Dramatik verleihen.
Aber die Hautattraktion war die Präsentation des brandneuen Spielmodus’ „Special Ops“. Der ist neben der Einzelspielerkampagne und dem Multiplayermodus die dritte Auswahlmöglichkeit im Hauptmenü. Durchspieler von Call of Duty 4 wissen bereits, was es damit auf sich hat, denn die dortige allerletzte Mission, der Epilog „Mile High Club“, bot bereits das, was jetzt den Kern von Special Ops ausmacht: Kurze, intensive Gefechte auf engstem Raum! Allein oder zu zweit (entweder lokal am Splitscreen oder online) bestreitet man fünf Missiönchen, die jeweils nicht viel länger als zwei oder drei Minuten sein sollen – aber in der Zeit will man den Puls des Spielers in bedrohliche Regionen jagen. Erinnert sich jemand an die hochdramatische Duschen-Szene aus dem Film „The Rock“? Als die von unten durch die Kanalisation kriechenden Marines von oben durch eine Soldaten-Überzahl in Schach gehalten wurden? Genau diese Art Szene wurde unter dem Namen „Breach & Clear“ gespielt: Ziel war es, sich so schnell wie möglich durch die Übermacht zu kämpfen und den gegenüber dem Start liegenden Zielpunkt zu erreichen. 1:37 min brauchte der Präsentator, 97 Sekunden, in denen es mächtig zur Sache ging: Ratzfatz gingen die Gegner zu Boden, Granaten und Flashbange flogen wie Mückenschwärme durch die Luft, die Szene war auf den Punkt gebrachte Dramatik.
Das Konzept von „Special Ops“ beruht auf der Jagd nach dem Highscore: Wer schafft die schnellsten Rundenzeiten, wer nutzt die vorhandenen Waffen optimal aus? Wie Trials HD soll man die einzelnen Partien wieder und wieder spielen, um mit jedem Mal ein bisschen besser zu werden – Online-Ranglisten führen Buch darüber, wer wie gut war. Darüber hinaus gibt es auch etwas zu sammeln: Je nach Erfolg und Vorgehensweise gibt es Sterne zu sammeln, auf den höheren Schwierigkeitsgraden mehr als auf den einfachen. Was genau diese wiederum machen, konnte uns noch nicht gesagt werden. Auch ob der Spielmodus von Anfang an verfügbar sein wird, oder erst freigespielt werden muss, bleibt vorläufig ein Geheimnis. Aber so oder so bleiben zumindest in einer Hinsicht keine Fragezeichen: Infinity Ward hat mit Modern Warfare 2 einmal mehr einen höchst beeindruckenden Actionkracher in petto, der in 60 Frames pro Sekunde mehr Krachbumm quetscht, als andere Spiele in drei Teilen schaffen.
gc-Eindruck: sehr gut