Overwatch: Wer ist eigentlich Ellie? "Soziales Experiment" über Frauen im eSport geht nach hinten los - 4Players.de

 
Science Fiction-Shooter
Release:
24.05.2016
24.05.2016
15.10.2019
24.05.2016
Test: Overwatch
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Overwatch: Wer ist eigentlich Ellie? "Soziales Experiment" über Frauen im eSport geht nach hinten los

Overwatch (Shooter) von Blizzard Entertainment
Overwatch (Shooter) von Blizzard Entertainment - Bildquelle: Blizzard Entertainment
Wer ist eigentlich "Ellie"? Seit einigen Tagen geht es in der eSports-Szene von Overwatch hoch her, nachdem die Spielerin "Ellie" das Overwatch-Contenders-Team "Second Wind" nach Belästigung, Anfeindungen und Doxxing verlassen hat. Doxxing bezeichnet das Zusammentragen und Veröffentlichen personenbezogener Daten (oftmals mit der Identifikation von anonymen Personen). Nun hat sich herausgestellt, dass die "Spielerin" gar nicht existiert, sondern nur "ein soziales Experiment" war, allem Anschein nach als Reaktion auf allgemeine Anfeindungen von Frauen im professionellen eSports (Quelle: Kotaku).

Am 21. Dezember 2018 erklärte das Overwatch-Contenders-Team "Second Wind", dass "Ellie" fortan für sie spielen werde. Overwatch Contenders ist eine Turnierserie für aufstrebende Profispieler, die eines Tages in die Overwatch League aufsteigen wollen.


"Second Wind" erklärte nun bei Twitlonger, dass sie dringend neue Spieler als Ersatz gesucht hätten und dabei auf die teamlose "Ellie" stießen. Sie nahmen "Ellie" unter Vertrag, ohne ihre vermeintliche Identität ausreichend überprüft zu haben, heißt es, u. a. um ihre Privatsphäre zu schützen. Weitere Gespräche, um "Ellie" auf Interviews, Streams und öffentliche Verpflichtungen vorzubereiten, scheiterten zunächst aus "persönlichen Gründen" der nordamerikanischen "Spielerin". Erst als sich Blizzard bei "Second Wind" meldete und ihnen mitteilte, dass "Ellie" nicht die ist, die sie zu seien scheint, reagierte das Team, aber da war es schon "zu spät" und sie hätten es besser machen müssen, schreibt das Team im Nachhinein.

Vor der Entschuldigung von "Second Wind" spekulierte die kompetitive Overwatch-Szene wer "Ellie" tatsächlich sei, schließlich war "sie" in Streams stets sehr ruhig oder reagierte spät mit Ansagen im Voice-Chat (eine weibliche Stimme war zu hören). Laut der Streamerin Aspen (Becca Rukavina) wurde "Ellie" von einem männlichen Top-500-Spieler "Punisher" (zugleich ein Freund von Aspen) gespielt. "Ellie ist nicht Ellie", sagte sie während eines Twitch-Streams. "Die ganze Situation sollte gewissermaßen ein soziales Experiment sein. Ellie ist eigentlich Punisher und er hat es mir gestern gesagt, also Bitteschön."

Aspen war nicht in der Lage, weitere Details anzugeben - zum Beispiel warum sich Punisher als diese Person ausgab, wer Ellies Stimme in den Streams war oder wie er das alles durchgezogen hat. Aspen bezeichnete die ganze Sache als ein "soziales Experiment, das schief gelaufen ist", das letztendlich offenbaren sollte, wie schwer es für eine Frau im wettbewerbsorientierten eSport sei, ohne aufgrund des Geschlechts direkt angefeindet zu werden.

Der GameStar schreibt, dass der Assistenztrainer von Dallas Fuel (Overwatch League) vermutet, dass die Erstellung von "Ellie" eine direkte Reaktion auf eine sexistische Twitter-Tirade von Robert "Haku" Blohm (Team-Kapitän von "Second Wind") war, welcher der australischen Spielerin Serena "Babyporo" Barnett erklärte, dass Frauen in "seinen" Top-500-Spielen so gar nichts verloren hätten.


Liz Richardson von der eSports-Webseite Overwatchscore blickt derweil auf das Geschehene zurück und ist der Ansicht, dass die ganze Ellie-Situation die Sache für Frauen im eSport-Bereich nur noch schlimmer gemacht hätte: "Abgesehen von den Beteiligten wird dieser 'Stunt' dauerhafte Auswirkungen auf JEDE Frau/[nicht binäre] Person haben, die versucht, in die Contenders einzusteigen. Sie werden ALLE jetzt Gegenstand von 'lol sind Sie real???'-Belästigungen sein."




Letztes aktuelles Video: Das Winterwunderland 2018 in Overwatch Saisonales Ereignis

Quelle: Kotaku, Twitter, GameStar
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Kommentare

Nekator schrieb am
soziales Experiment.. Schwachsinn.
Es wurde ein Doppelaccount vermutet und wie nun bewiesen ist, war die Vermutung richtig. Aber unter dem Deckmantel des "Antisexismus" kann man ja alles rechtfertigen.
HerrRosa schrieb am
Es ist erstaunlich, was man so alles zu Tage fördert, wenn man sich ein bischen eingräbt.
Ich hab sogar gelesen, dass Haku seine Freundin über ein gewertetes Match in Overwatch kennengelernt hat.
Konnte es aber nicht verifizieren, also nehmts mit Salz.
Temeter  schrieb am
Btw, wenn man so reinschaut, dann kommt die Drohung vom Doxxen anscheinend von einem einzelnen, frauenfeindlichen Arsch aus, den in der Community sowieso niemand leiden kann? Der auf Band ist, wie er eine 15-jährige nach Nacktfotos gefragt hat?
Ist ja auch interessant, wie es dann in Artikeln sich erst so anhört, als ob das Doxxen ebenfalls Machenschaft der Skeptiker, und nicht nur ein einzelner Idiot war.
Aber das kommt eben davon, wenn man Blätter wie Kotaku zitiert.
Steffensteffen schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben: ?
07.01.2019 21:31

Zumal meine Aussage davor ja nur war, dass sich mehr Männer im Chat daneben benehmen als Frauen, bzw. ich noch keine Frau im Chat erlebt habe, die genüsslich vor sich hinknuspert und -furzt.
Das liegt aber sicher auch zu großen Teilen daran, dass du allgemein vergleichsweise wenige Frauen in Chats siehst/hörst. Wenn wir großzügig sind und von einem Verhältnis von 80 % männlichen Gamern und 20 % weiblichen Gamern ausgehen, verzerrt selbst das die Wahrnehmung schon ungemein. Ich habe definitiv schon weibliche Mitspieler erlebt, die sich im Rahmen einer Videospielcommunity "daneben benommen" haben. Das passiert dann vielleicht nicht vornehmlich auf direktem Wege, sondern eher indirekt über Rufschädigung und andere arten von Mobbing, was aber einfach nur eine andere Form von Gewalt ist.
SJessin schrieb am
Hi,
zumindest reden die Leute jetzt über das Thema. Somit hat der ganze Versuch schon etwas Positives.
Man sollte hier sich an die Publisher: Blizzard, Valve, Ubisoft, etc. wenden, da die Organisatoren letztendlich die Rahmenvoraussetzungen für eSports-Events geben. Diese sind ja Vorbilder für die eigentlichen Gamer im Netz. Insgesamt sollte mehr gegen Diskriminierung gemacht werden.
Nicht nur von den Betroffenen :?
schrieb am