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Activision: Weibliche Helden fehlen?

Activision Blizzard (Unternehmen) von
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In einem Gamasutra-Artikel setzt sich Leigh Alexander mit der Frage auseinander, warum in sämtlichen Großproduktionen Activisions fast ausschließlich männliche Protagonisten die Hauptrolle spielen. Basierend auf den zugespielten Informationen soll es sich dabei nämlich nicht um einen reinen Zufall handeln, sondern um das Resultat der vermeintlichen starken Marktorientierung des Unternehmens.

Das vor einiger Zeit angekündigte True Crime: Hong Kong sei ursprünglich kein Ableger der Serie gewesen. Der einst von Treyarch produzierte, Black Lotus getaufte Titel sei zwar auch in Hong Kong verortet gewesen, habe aber einen weiblichen Hauptcharakter gehabt, der der Schauspielerin Lucy Liu nachempfunden worden war. Man sei sehr stolz auf das Spiel gewesen, so ein Entwickler, der an der Produktion beteiligt war. Die Top-Seller in jenem Jahr (2007) seien aber Spiele wie Call of Duty 4: Modern Warfare , Halo 3 , Assassin's Creed und Madden NFL 08 gewesen. Der Publisher habe darauf basierend geschlussfolgert, dass es im Markt keinen Platz für Spiele mit weiblichen Hauptcharakteren gebe.

"Wir waren eigentlich alle an Bord, und dann hat Activision es abgewürgt und gesagt, dass sie keine weiblichen Charaktere machen, weil die sich nicht verkaufen", merkt ein anderer Entwickler an. Eine weitere Quelle meint: "Activision hat uns die spezielle Anweisung gegeben, das Mädel loszuwerden."

Ein weiteres generelles Problem seien die Fokusgruppen-Test, mit denen Markttrends erfasst werden sollen. Deren Ergebnisse würden es schwierig machen, neue Konzepte durchzusetzen und sich negativ auf Innovationen und auch die allgemeine Qualität auswirken. Letzeres sei auch darin begründet, dass Studios während der Produktion plötzlich Änderungswünsche erhielten, um ja den Checklisten zu entsprechen - selbst wenn die Designteams das anders gesehen hätten. Die durchwachsenen Wertungen von Singularity seien ein Beispiel dieser Herausforderungen. Auch beim Umbau von Black Lotus habe man sich gegen das Team durchgesetzt, das eigentlich nicht erpicht darauf gewesen war, den Spuren des wenig erfolgreichen True Crime: New York City zu folgen.

Activision habe "keinen Platz für ein in einer offenen Welt angesiedelten Spiel mit einem Hong Kong-Action-Movie-Gefühl und einer Heldin, weil es dieses Spiel nicht bereits gibt", unkt eine der Quellen. Ein Spiel mit einer offenen Welt, mit einem Gangster als Hauptcharakter, der Autos klaut - kein Problem, schließlich habe sich GTA IV ja auch über zehn Mio. Mal verkauft.

"Wenn Activision keinen weiblichen Hauptcharakter in den fünf bestverkauften Spielen eines Jahres sieht, dann werden sie auch selbst keinen einbauen. Und die Leute, die sowieso dagegen sind, werden Spiele wie Wet und Bayonetta  als 'Beweis' dafür heranziehen, dass Heldinnen sich nicht so gut verkaufen", so einer der Entwickler.

Generell sei es für die Designer schwierig sich gegen Entscheidungen des Managements und der Marketingabteilung durchzusetzen. Oftmals würden die jene Fokustests auch so nutzen, um die eigene Meinung zu untermauern. Die meisten der Tests seien sehr "fragwürdig". Wenn jemand vom Publisher sich nicht durchsetzen kann mit einer Idee, dann würden die Testfragen und die Ergebnisse durchaus mal entsprechend gebogen bzw. ausgelegt. In einem Fall seien die Resultate ziemlich positiv im Sinne des Teams ausgefallen - die an das höhere Management weitergeleiteten Daten hätten aber plötzlich das Gegenteil dargelegt.

Selbst wenn sich weibliche Charaktere in Fokustests durchsetzen würden, wäre es immer noch recht schwierig ohne ein entsprechendes Marktumfeld, in dem ein Spiel mit Heldin zu den Top-Sellern gehört.

Auf Anfrage ließ Activision verlauten: "Activision respektiert die kreative Vision seiner Entwicklungsteams. Es ist in der Firma nicht gang und gäbe, dass den Studios gesagt wird, welche Spielinhalte sie produzieren können, auch hat das Unternehmen keinem seiner Studios gesagt, dass sie keine Spiele mit weiblichen Hauptprotagonisten entwicklen können."

Im Falle von True Crime: Hong Kong habe es keine derartigen Anweisungen gegeben, heißt es da - auf das Ursprungsprojekt Black Lotus ging der Publisher aber nicht ein. Wie alle anderen Hersteller auch würde man natürlich Marktforschung betreiben, um besser zu verstehen, was die Spieler wollen, merkt Activision außerdem hinsichtlich der Fokustests an.

Kommentare

Sir Richfield schrieb am
Kumbao hat geschrieben:Es ist wie beim Film. Nimm einen Actionfilm, sagen wir mal Rambo, und mach aus Rambo eine Frau. Deswegen gehen auch nicht mehr Frauen auf einmal in den Film. Er ist und bleibt ein Actionfilm, mit Fokus auf ein männliches Publikum.
Ja, aber ersetze Rambo gegen Jason Statham oder Hugh Jackman und gucke, was passiert. ;)
Actionfilme funktionieren auch wunderbar mit Frauen. Gute Regisseure schaffen dann sogar den Spagat zwischen ÄktschnFuilm und glaubwürdigen, weiblichen Charakteren. Alien II z.B.
Sowas geht auch bei Videospielen, man muss sich nur anstrengen. (Und daran denken, dass der westliche Kulturkreis etwas anders drauf ist, Frau Aran!)
Aber sowas würde ja gute Autoren voraussetzen und die sind teuer und da verlässt man sich als Publisher lieber auf die funktionierenden Klischees.
So wird das auch weiter laufen, solange so ein inhaltlicher Vollblödsinn wie CoD an den Verkaufscharts steht.
Ich meine wirklich nur den Inhalt! Nicht das Gameplay. Ich HOFFE jedenfalls, dass das MP Gameplay der treibende Motor der CoD Franchise ist.
Wobei... sind wir mal ehrlich, die Spiele mit Sinn und Verstand, die wollte ich auch erst dann haben, als ich ein gewisses Alter überschritten habe. Davor war ich auch mit Wolfenstein und DooM glücklich, mehr Story brauchte es nicht.
Aber Spiele für so alte Säcke wie mich zu machen ist schwer. Da es einfacher ist an das Geld meiner Bälger zu kommen, macht man sich die Mühe nicht. Wir sind zwar mehr, aber wir sind kritischer.
Kumbao schrieb am
Ich finde diese Diskussion unnötig. Wenn Spiele weiter so produziert werden, dann sollen sie ruhig bei Männern als Hauptcharakter bleiben.
Es ist wie beim Film. Nimm einen Actionfilm, sagen wir mal Rambo, und mach aus Rambo eine Frau. Deswegen gehen auch nicht mehr Frauen auf einmal in den Film. Er ist und bleibt ein Actionfilm, mit Fokus auf ein männliches Publikum.
Ähnlich ist es bei den Spielen. All die Titel haben ganz klar eine männliche Käuferschar im Visier. Frauen wollen Frauenfilme sehen, in denen Frauen Frauenprobleme haben. Männer wollen Männerfilme, in denen Männer männliches tun. Um Frauen als Kunden zu gewinnen müssen die Spieleproduzenten anfangen, wirklich Spiele für Frauen zu programmieren, und nicht aus dem muskelbepackten, bis hintengegen tättowierten Vollassi als Hauptcharakter schnell eine großbusige, bis hintengegen tättowierte Vollschlampe zu machen, und das ganze Gameplay trotzdem im Hack 'n Slay Genre belassen.
Adventures, Lebenssimulationen, Rollenspiele ... das scheinen mit die Genres zu sein, die vielen Frauen gefallen. Und dort sollte man auch vielleicht verstärkt Frauen zum Zug kommen lassen.
Infi88 schrieb am
Nbass hat geschrieben:Meine Fresse ist die männliche Welt in meinen Augen engstirnig. Frauen bedienen in vielen Armeen der Welt alle Waffengattungen und in Shootern sind sie kaum anzutreffen. Was ein massiger Unfug eigentlich. Wenn ich mir die Kommentare hier so durchlese merke ich jedoch etwas was ich heutzutage nicht mehr (in dem Maße) für möglich gehalten hätte. Eine absolute "an den Herd" Mentalität. Mir ist es persönlich wahnsinnig egal ob ich nun Private Jack Black steuer oder ob es Private Kathrine Janeway ist ;)... Was mir dabei viel mehr auf den Sack geht ist dass die weiblichen Modelle in Games ständig Models sind. Schöne Frauen ja gerne, aber brauch ich die überdimensionierten Titten von Lara Croft? Nein, brauch ich nicht.. Ich spiel doch nicht um mich an einer armseligen Polygonfigur aufzugeilen...
Irgendwie ziemlich rückständig wie sich hier viele Äußern, aber vielmehr ist es sau schade.
Ich steh auch eher auf Flach ;>
Sir Richfield schrieb am
Cayman1092 hat geschrieben:Also ich möchte keine Frau in Videospielen spielen, weil ich mich nicht mit denen identifizieren kann.
Deshalb werde ich auch nie Tomb Raider spielen und auch Bayonetta ist nichts für mich.
Eine Identifizierung mit der Figur ist ein wenig am Punkt der jeweiligen Spiele vorbei...
So'ne Art Frauenquote in Spielen ist doch Schwachsinn, wer will schon Kratos oder Starkiller in weiblich sehen.
Ich, viele andere männliche Spieler und nicht wenige Frauen.
Ich bin übrigens generell für die Wahl des Geschlechts in einem Spiel. Allerdings hat das dann keinen Sinn mehr, wenn die Geschichte auf das Geschlecht eingeht.
Allerdings. Tut das irgendeine Geschichte? Wäre es ein Unterschied, ob Krata sich zur Göttin des Krieges emporschwingt? Oder ob Starkiller eine Frau ist?
So ziemlich die einzige Story eines Actionspiels, die zu großen Teilen davon lebt, dass die Figur weiblich ist, ist Metroid Other M.
Und das zeigt dann auch deutlich, wie weit es mit der Akzeptanz von (in ihrem Erfahrungshorizont) glaubwürdigen, weiblichen Figuren ist.
Cayman1092 schrieb am
Also ich möchte keine Frau in Videospielen spielen, weil ich mich nicht mit denen identifizieren kann.
Deshalb werde ich auch nie Tomb Raider spielen und auch Bayonetta ist nichts für mich.
So'ne Art Frauenquote in Spielen ist doch Schwachsinn, wer will schon Kratos oder Starkiller in weiblich sehen.
Apropos, in TFU ist auch eine Frau wichtig (Juno Eclipse), die ist doch auch normal und keine Wichsvorlage.
schrieb am

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