DNF: Details zur Take-Two-Klage *Update*

von Julian Dasgupta,
Duke Nukem Forever (Shooter) von 2K Games
Bildquelle: 2K Games
Anfang Mai hatte 3D Realms die Arbeiten an Duke Nukem Forever eingestellt und fast alle Angestellten der Firma entlassen müssen. Dem Ende des Projekts waren gescheiterte Verhandlungen mit Take-Two über eine weitere Finanzierung der Produktion vorausgegangen, und es war kaum zu erwarten, dass der Publisher die Situation einfach so akzeptieren würde - knapp eine Woche später verklagte das Unternehmen das Studio.

Mittlerweile steht die Klageschrift auch im Netz zur Verfügung und wurde bereits von den Kollegen von Shacknews durchforstet. Demzufolge hatte Take-Two die Rechte erworben, die angekündigten Konsolenumsetzungen des Shooters in Eigeninitiative zu produzieren, hatte aber aushandeln wollen, dass Broussard & Co. sich zumindest auch um die Xbox 360-Version kümmern. Die wiederum wollten im Gegenzug eine volle Bezahlung für das Erreichen von Meilensteinen. Angesichts der Historie des Projekts war der Publisher allerdings nicht erpicht darauf, allzu tief in den Geldbeutel zu greifen, und wollte nur einen Teil des Unterfangens finanzieren; das jedoch wollte und konnte 3DR nicht hinnehmen.

Aus Sicht Take-Twos hat das Team einen Vertragsbruch begangen, habe man doch nicht den Quellcode für die Entwicklung der Konsolenversionen termingerecht zur Verfügung gestellt bekommen. Der Publisher erhebt Anspruch auf jenes Material, um darauf basierend ggf. die Konsolenfassungen selbst weiterentwickeln zu können, und verlangt zudem Schadenersatz für Gewinne, die einem durch die nicht vorhandene PC-Version entgangen sind, sowie eine Rückerstattung der geleisteten Vorauszahlungen samt Zins. Take-Two hatte im vergangenen Jahr eine Zahlung von 2,5 Mio. Dollar bewilligt, welche 3DR laut Vereinbarung allerdings mit einem jährlichen Zinssatz von 7 Prozent zurückzahlen muss, falls das Spiel nicht bis zum 22. Oktober 2012 veröffentlicht wird.

Apogee bzw. 3DR hätten mutmaßlich beträchtlichliche Geldbeträge in Auslandskonten deponiert, so eine Behauptung des Publishers in der Klage. Apogee müsse jene Mittel nutzen, um die ausstehenden Verpflichtungen zu begleichen.

Kurz nach dem Bekanntwerden der Neuigkeiten hatte sich 3DR-Gründer Scott Miller zur Wehr gesetzt und entsprechende Mutmaßungen und Spekulationen als Meinungsmache bezeichnet.

Update: Scott Miller hat sich jetzt kurz bei Shacknews zu Wort gemeldet:

"Verstehen die Leser hier, dass eingereichte Klagen vollkommen einseitige Statements sind, basierend auf knietiefem Bullshit, garniert mit Spin?

3DR war in fast einem Dutzend Gerichtsprozessen (darunter auch gegen Warner und Fox). Wir sind immer unschuldig und wir gewinnen immer. Das hier ist keine Ausnahme. Gebt der Sache ein Jahr Zeit, dann wird die Wahrheit herauskommen."






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