Milo and Kate

Thematik zu heikel?

USA Today plauderte mit Peter Molyneux über Fable III , kam dabei aber auch auf Milo and Kate zu sprechen. Der Designer merkte nochmal an, dass er bei den bisherigen Präsentationen nie wirklich genug Zeit gehabt hatte, um zu zeigen, worum es bei dem Spiel eigentlich geht. Letztendlich habe er nur die Technologie vorstellen können.

Das Ganze sei mittlerweile so weit entwickelt, dass sich die ersten drei bis vier Stunden von Milo wie bei einem komplett ausgereiften Produkt spielen würden. Momentan betrachte er das Projekt aber nicht als ein Produkt, das ausgeliefert wird, sondern als eine "sehr, sehr große Tech-Demo". Findet der Mann, der vor Wochen noch Aaron Greenberg kritisiert hatte, nachdem dieser Milo & Kate als Tech-Demo beschrieben hatte.

Molyneux ist allerdings davon überzeugt, dass das Spiel in irgendeiner Form irgendwann auch mal veröffentlicht werden könnte. Das sei allerdings nicht unbedingt einfach, ergänzt und deutet an, dass das Thema Pädophilie im Raum steht.

"Da gibt es riesige Hindernisse, die man erstmal bewältigen muss, bevor das [ein Release] geschieht. Der Grund dafür ist, dass es für uns ziemlich umstritten ist, ein Spiel, eine Story, ein Erlebnis über einen Jungen zu machen. Damit spricht man auch automatisch alle düsteren Gedanken der Menschheit an. Ich liebe eigentlich den Gedanken, dass wir etwas machen, dass so umstritten ist, dass die Leute sich umdrehen und sagen: 'Ihr könnt keine Geschichte über einen Jungen machen.'"

Für ihn sei das aber der richtige Weg. Einer der besten Filme des vergangenen Jahres sei schließlich auch über einen alten Mann und einen Pfadfinderjungen gewesen, wirft Molyneux ein und meint Pixars Up (hierzulande: Oben).

"Wenn ich dir die Story folgendermaßen beschreiben würde: 'Es geht um einen alten Mann und einen Pfadfinderjungen. Fremde, die sich kennenlernen, zusammen leben und gemeinsam Abenteuer bestehen.' Dann würdest du sagen: 'Das könnt ihr nicht machen. Das geht einfach nicht.' Aber bei Story und Drama geht es um Einzigartigkeit. Man sucht nach Erlebnissen, die die Leute noch nicht hatten, und ich glaube es ist gut, das auf ein heiß diskutiertes Niveau zu bekommen." 


Autor: Julian Dasgupta
Quelle: MCV
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Kommentare

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  • kollimator schrieb:
    Es stellt sich dann nicht die Frage ob man die dann geschaffenen virtuellen Wesen wirklich auf irgendeine Weise psychisch oder physisch verletzen kann - nein, es stellt sich die Frage ob wir kranken oder irren Menschen Produkte in die Hand geben wollen, wit
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    kollimator schrieb:
    Es stellt sich dann nicht die Frage ob man die dann geschaffenen virtuellen Wesen wirklich auf irgendeine Weise psychisch oder physisch verletzen kann - nein, es stellt sich die Frage ob wir kranken oder irren Menschen Produkte in die Hand geben wollen, wit denen sie ihre abartigen Phantasien ausleben können.
    Und wäre mir damit ein Mittel, das sie zumindest zeitweise abhalten würde, das Gleiche im richtigen Leben zu tun. Ob es desensibilisiert? Nicht, wenn man ihnen damit auch alle Folgen zeigt. Man wird damit keine prädisponiert für den Usus Gestörten ändern können, aber das ist auch nicht dessen Sinn, an dem sich der Geneigte abreagieren könnte; tatsächlich ist jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich. Wer gerne Pixel und Code-Linien zerstört (und wer würde das im Geheimen nicht?) ist mir weitaus lieber als wer das Gleiche in der Realität zu tun gedenkt - und solche Beispiele gibt es, leider, zuhauf. Von daher: Her mit Milo! Zu deiner letzten Frage: Jeder, der diese Frage ehrlich weiterführend beantworten würde, würde nicht auf den Gedanken kommen, sie hier zu posten.
  • Wann genau wurde es eigentlich Mode Peter Molyneux ständig als Idioten hinzustellen? Wann immer man irgendetwas liest, das mit ihm im Zusammenhang steht, finden sich darunter gleich Kommentare, die den Mann als inkompetent oder sonst was bezeichnen. Wer von den Flamern und Stänkern zeichnet denn für  [...] Wann genau wurde es eigentlich Mode Peter Molyneux ständig als Idioten hinzustellen? Wann immer man irgendetwas liest, das mit ihm im Zusammenhang steht, finden sich darunter gleich Kommentare, die den Mann als inkompetent oder sonst was bezeichnen. Wer von den Flamern und Stänkern zeichnet denn für so großartige Spiele wie Populous, Syndikate, Theme Park, Magic Carpet, Dungeon Keeper, Powermonger, Black&White und Fable verantwortlich? Hmmm? Wer von Euch wars? Ach richtig... Keiner wars. Große Klappe nix dahinter. Molyneux war Producer, Coder oder Designer von diesen Games. Keines davon ist perfekt - aber welches Spiel ist das schon? Was die Sache mit Milo&Kate und der Pädophilie oder ähnlichen makaberen Ideen angeht: Wenn man sich auf professioneller Ebene bewegt, wie Molyneux, muss man sich über solche Sachen Gedanken machen. Man muss Überlegungen anstellen auf welche Weise das Produkt, das man herstellt verwendet werden kann. Ein kleiner Junge mit dem man auf verschiedenste Weisen interagieren kann lädt doch geradezu dazu ein die verrücktesten Sachen auszuprobieren. Ich könnte mir gut die ersten youtube-Videos vorstellen in denen Milo dazu gebracht wird Bier und Schnaps zu trinken, in denen er in einen See geschubst, vor ein Auto gescheucht oder anderweitig drangsaliert wird. In meinem geistigen Ohr hör ich bereits das Gespräch von zwei nachpupertären Prachtbuben in der U-Bahn: Ey Alter isch hab gestern Milo voll durch die Hundeklappe im Haus gedrückt. - Escht Mann? Krass. Aber isch hab jetzt geschafft, dass er sich selbst umgebracht hat, Alter.... Ähh, ja, klasse. Ganz großes Kino. Klar in diversen Shootern gehts nicht minder - sagen wir ungeniert zur Sache. Sind ja alles nur fiktive Figuren in einem Spiel, nicht real. Da gibts keinerlei KI. Also zumindest nichts was man, wenn man mal wirklich ehrlich ist, ernsthaft mit dem Begriff Intelligenz beschreiben kann. Aber wenn man mal ein bisschen in die Zukunft schaut, ein bisschen antizipiert. Was wenn in ein paar Jahren die "KIs" und Skripte so gut sind, dass man auf die ersten Blicke wirklich keinen Unterschied mehr zu realen Personen ausmachen kann? Es stellt sich dann nicht die Frage ob man die dann geschaffenen virtuellen Wesen wirklich auf irgendeine Weise psychisch oder physisch verletzen kann - nein, es stellt sich die Frage ob wir kranken oder irren Menschen Produkte in die Hand geben wollen, wit denen sie ihre abartigen Phantasien ausleben können. Heute kann sich jeder Shooter/Action oder sonstwas Spieler zu recht darauf berufen, dass jegliche Gewalt die er aussübt nur virtuell ist. Wenn ich einen Ego-Shooter-Spieler sehe, der einen Headshot bei einem Pixelsoldaten anbringt, dann sage ich dazu nur: Jup, der hat gesessen. Und wenn der gleiche Spieler diesen Schuß frenetisch feiert als hätte er einen männlichen Initiationsritus bestanden, dann kommentiere ich das möglicherweise mit einem: Geh lieber mal ein Buch lesen. Wenn aber jemand mit einer KI oder einem Programm, das nah an eine KI herankommt Dinge anstellt, von denen man sagen würde sie seien krank oder verbrecherisch, dann ist der Punkt erreicht an dem ich sage: Das darf nicht sein. Klar, jeder bleibt für sein Handeln selbst verantwortlich. Und es gibt keinen Grund einem Spieler einen Milo oder sogar irgendwann mal eine Milo KI vorzuenthalten, der damit einfach nur spielen, leben, reden, singen oder sonstwas fürn Blödsinn anstellen möchte. Die Fragen die sich Molyneux und auch andere jedoch stellen, nämlich wie man verantwortungsbewusst mit Technologie umgeht, dürfen nicht einfach mit ein paar flapsigen Sprüchen vom Tisch gefegt werden. Laßt uns tief in uns gehen, lasst uns ein Weilchen nachdenken und uns dann selbst ehrlich folgende Frage beantworten: Was würde ich als erstes tun wenn ich ein Holodeck hätte?
  • Hmm, dass er Milo and Kate jetzt auch selbst als (große) Tech-Demo einstuft ist denke ich warscheinlich darauf zurückzuführen, dass ihn Microsoft 'n Bischen gebremst haben. Die haben doch letztens selbst verlauten lassen, Milo sei nur eine Tech-Demo und würde nicht das Tageslicht erblicken ;-)