EverQuest II
USK: 12

Mythic kritisiert Sonys Auktionspläne

Marc Jacobs, CEO von Mythic Entertainment (Dark Age of Camelot ), macht in einem Schreiben an GameDailyBiz seinem Ärger über Station Exchange, Sonys Auktionshaus für erspielte Inhalte aus Everquest II (wir berichteten), Luft und nennt die Pläne der Japaner "eine der schlechtesten Entscheidungen in der Geschichte der MMORPGs." Sony-Präsident John Smedley antwortet umgehend und nennt das Erfüllen der Wünsche von Spielern als wichtigsten Grund für die Eröffnung des Handelsportals.

Laut Jacobs sei die Teilnahme am Verkauf von Onlinegegenständen bisher nicht nur ein Tabuthema gewesen und werde es für das Gros der Publisher weiterhin bleiben, auch ließen sich die Folgen für Sony und die Industrie nicht absehen. Zum einen hätten Änderungen an Programminhalten nicht mehr nur Auswirkung in Hinsicht auf das Gameplay, sondern brächten zudem finanzielle Folgen für jene Spieler, deren teuer erkaufte Gegenstände gelöscht würden.

Auch sei abzusehen, dass durch die Möglichkeit des offiziellen Handels bisherige Drittanbieter wie IGE einen Aufschwung erfahren, da deren Kosten und Umstände bei der Nutzung von Station Exchange in Zukunft weitaus geringer seien. Jacobs greift schließlich ein Problem auf, mit dem sich schon sog enannte Powerseller auf Ebay konfrontiert sahen: für den Fall, dass kein steuerlich eingetragenes Gewerbe vorliege, könnten bald Mahnungen und Gerichtsvorladungen ins Haus stehen.

Abgesehen von solchen technischen Schwierigkeiten, sieht Mythic die MMORPGs selbst in Gefahr. Das Spiel würde in den Hintergrund gedrängt, der Handelsmarkt könne schnell zum hauptsächlichen Ziel werden. Außerdem würden sich Plätze, an denen gewinnträchtige Gegenstände vorzufinden sind, zu hart umkämpften Regionen entwickeln, an denen Handelswillige vorrangig ihre Güter beschützen, statt sich anderweitig der Online-Welt zu widmen.

Abschließend weißt Jacobs noch darauf hin, dass sein Unternehmen den Bestrebungen von Sony nicht folgen werde. Trotz einer Vielzahl von lukrativen Möglichkeiten werde man auf den zusätzlichen Profit verzichten und kein eigenes Portal zum Handel mit virtuellen Inhalten aufbauen.

Sony erläutert in einer Gegendarstellung, dass man lediglich dem wachsenden Interesse an einem offiziellen Anlaufpunkt wie Station Exchange nachkomme und der Publisher weiterhin sämtliche Versuche, mit illegalen Mitteln an virtuellen Reichtum zu gelangen, strikt unterbinden werde. Ein Verhindern des Handels mit Onlinegegenständen sei leider unmöglich; man wolle deshalb eine Legalisierung und Vereinfachung des Systems schaffen.

Spieler, die auf mit Station Exchange verbundenen Servern spielen, wüssten um die damit zusammenhängenden Möglichkeiten und würden sich somit bewusst dafür entscheiden. Wer sich ohne potentiellen Marktplatz ins Everquest-Universum stürzen will, komme auch weiterhin mit entsprechend angebotenen Servern auf seine Kosten.

Vorerst wird wohl abzuwarten bleiben, wie sich Station Exchange entwickelt und welche Folgen sich daraus für Sony und seine Kunden ergeben. Falls weitere Publisher ähnliche Projekte ins Leben rufen, sollte der offizielle Handel mit virtuellen Werten bald zum Standard werden. Nicht zuletzt deshalb, da derartige Anlaufstellen den einen oder anderen Taler zur Gewinnsumme addieren könnten.


Autor: Benjamin Schmädig
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Kommentare

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  • @Sabrehawk: Ich habe mich vielleicht etwas zweideutig ausgedrückt: Ich bezeichnete in meinem Comment nicht jene Spieler als kriminell. Ich meinte mit den "kriminellen Spielern" die jenigen, die wirklich Banden des organisierten Verbrechens angehören. Es mag fast lustig klingen, aber es gibt  [...] @Sabrehawk: Ich habe mich vielleicht etwas zweideutig ausgedrückt: Ich bezeichnete in meinem Comment nicht jene Spieler als kriminell. Ich meinte mit den "kriminellen Spielern" die jenigen, die wirklich Banden des organisierten Verbrechens angehören. Es mag fast lustig klingen, aber es gibt chinesische Mafias, die bestimmte Leute zwingen oder dafür bezahlen, Accounts den ganzen Tag zu spielen und zu leveln um Geld zu machen. Und DAS ist kriminell. Ich meinte nicht den "armen Schlucker", der sich durchs Zocken ein bischen was dazu verdienen möchte!!
  • Die Raffgier macht eben auch vor Games nicht halt, denn man muss ja allen beweisen, welch ein großes Ding man doch in der Hose hat, traurig aber wahr :/ Genau, alle Alose verkaufen nun am besten Items und Gold, lol selten so nen Schwachfug gehört.
  • Sorry wer schreibt das Spieler "kriminell" sind die in Auktionen ihren persönlichen Zeitaufwand für das Erspielen von Gegenständen versteigern ,hat keine Ahnung. Nur weil etwas gegen die Wunschvorstellungen (viel mehr sind die Inhalte einiger EULAS wirklich nicht) einiger Firmen zu verstossen  [...] Sorry wer schreibt das Spieler "kriminell" sind die in Auktionen ihren persönlichen Zeitaufwand für das Erspielen von Gegenständen versteigern ,hat keine Ahnung. Nur weil etwas gegen die Wunschvorstellungen (viel mehr sind die Inhalte einiger EULAS wirklich nicht) einiger Firmen zu verstossen scheint, ich betone SCHEINT, ist es noch lange nicht ordnungswidrig oder gar kriminell, es sei denn vor Gericht wird das Gegenteil festgestellt. Fakt ist dass ich noch von keinem Prozess oder Gesetz gehört habe der das für USA, EU , DE regelt. Allein schon der Fakt dass ich eine erworbene Software mitsamt orignalverpackung,datenträger und seriennummer nicht mehr gebraucht verkaufen kann , weil mein account an den key gekoppelt ist und ich diesen nicht weitergeben darf halte ich für im Endeffekt unhaltbar und dubios. Ist ebenfalls gängige Praxis dieser Spieleanbieter. Das es in EBAY sogar ne eigene Rubrik für Verkäufe dieser Anbieter gibt und es seit JAhren so ist dass EBAY diese Auktionen abhält ist logischerweise klar dass es LEGAL ist, denn sonst hätten Branchenriesen wie Vivendi Ebay in den USA längst auf Millionensummen verklagt, darauf kann man Gift nehmen. Aber es besteht halt da so ca Null Aussicht auf Erfolg einen solchen Prozess gegen Ebay zu gewinnen, deshalb trampeln sie weiter auf den Nutzern rum, und Ebay scheffelt fröhlich Geld mit diesen Auktionen. Meine Briefe an EBAY Deutschland zu diesem Thema wurden übrigens nie beantwortet. Was die Spielanbieter mit Accounts von Spielern machen denen Sie eine EULA Violation nachweisen können steht auf nem ganz andern Blatt. Hier hat der Anbieter ein Hausrecht. Er kann jedem verweigern auf seinem Server zu spielen, ich glaube dazu braucht er nicht mal einen besonderen Grund. Natürlich wäre grundloses Accountsperren geschäftsschödigend...aber im Prinzip kann dir jeder Discobesitzer oder Ladeninhaber sofort Hausverbot geben wenn ihm deine Nase nicht passt, genauso verhält es sich mit Serveranbietern. Dass hier Verbraucherrechte im Prinzip mit Füssen getreten werden muss eigentlich auch klar sein. Und ehrlich gesagt ich fände es bei 5 Millionen Arbeitslosen gar nicht verkehrt wenn Leute ihr Hobby zum Beruf machen solange Sie ordentlich Steuern zahlen. Wenn Sie das allerdings nicht tun , dann kommen wir in den Bereich wos kriminell wird. Das interessiert aber den Anbieter nicht , Ebay nicht, sondern nur das Finanzamt oder die Sozialbehörden. Was dies im einzelnen für die Spielkultur bedeuten würde...na ja gecamped wird sowieso IMMER von allen Spielern die Level, Geld, Items wollen. In DAOC waren und sind bestimmte Spots mitunter 24 Stunden am Tag belegt von Gruppen wo nur noch einzelne Mitglieder ausgetauscht werden. (Ich sach nur FIN spot). Falls jemand kommt um einem anderen den Spot "wegzunehmen" (was man gar nicht kann) wird so oder so rumgeflamed. Ein Anspruch auf einen Spot besteht NICHT. Sollte allerdings eine Partei grief play betreiben um anderen das Spielerlebnis zu vermiesen oder gar den Tod ihrer charaktere zu provozieren dann ist es ein Fall für den GM. Wenn sich Behörden solche Seller, oder gar Webanbieter mit Levelservices mal genau anschauen, kommt wahrscheinlich in 90% der Fälle raus dass es keine ordentlich angemeldete Tätigkeit ist, dass keine Steuern oder Sozialabgaben bezahlt werden, oder dass es sich um gewerbliche Nebentätigkeit handelt, die im Nichtigkeitsbereich liegt.