Destiny: "Die Entwickler-Werkzeuge sind scheiße" - angebliche Hintergründe zur "Franken-Story", Probleme mit der Engine und Schwierigkeiten mit dem Zeitplan - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.
Science Fiction-Shooter
Entwickler: Bungie
Publisher: Activision
Release:
09.09.2014
09.09.2014
09.09.2014
09.09.2014
Test: Destiny
67

“Technisch ist Bungie trotz kleiner Zwangs-Einbußen eine vorbildliche Umsetzung gelungen - inhaltlich hapert es aber auch auf der Xbox 360.”

Vorschau: Destiny
 
 
Test: Destiny
67

“Als Shooter zu gewöhnlich, als MMO zu flach: Destiny mangelt es abseits der beeindruckenden Technik vor allem an Identität, Kreativität und Abwechslung!”

Test: Destiny
67

“Technisch und inhaltlich befindet sich die One-Version auf Augenhöhe mit der PS4-Fassung.”

Leserwertung: 79% [10]

Wie findest Du das Spiel?

Spielinfo Bilder Videos

Destiny
Ab 13.99€
Jetzt kaufen

Schnäppchen-Angebote

Stellenmarkt Jobbörse Jobware

Nachrichten

Folge uns

       

Destiny: "Die Entwickler-Werkzeuge sind scheiße" - angebliche Hintergründe zur "Franken-Story", Probleme mit der Engine und Schwierigkeiten mit dem Zeitplan

Destiny (Shooter) von Activision
Destiny (Shooter) von Activision - Bildquelle: Activision
Was hat es mit den angeblichen Änderungen auf sich, die Entwickler Bungie an der ursprünglich für Destiny geplanten Geschichte vornahm? Wieso führten die Entwickler vor kurzem Mikrotransaktionen ein, anstatt wie ursprünglich geplant zwei Downloadinhalte und eine Erweiterung pro Jahr zu veröffentlichen? In einem ausführlichen Artikel ist Kotaku um einen Blick hinter die Kulissen des Online-Shooters bemüht.

Mehr als sechs Quellen, die durchgehend anonynm bleiben, habe Kotaku-Redakteur Jason Schreier in den vergangenen 13 Monaten zum Entstehungsprozess des Spiels befragt. Sie beschreiben zum größten Teil, wie wesentliche Bestandteile der Erzählung so spät im Entwicklungsprozess geändert wurden, dass das Studio bei Publisher Activision um ein Verschieben des Veröffentlichungstermins bat und die Geschichte zu einem bruchstückhaften Schatten des geplanten Epos' wurde.

Den Quellen zufolge sei Kriegsgeist Rasputin in der geplanten Erzählung etwa nicht nur Stichpunktgeber gewesen, sondern wäre auch als Figur in Erscheinung getreten: Hüter hätten die K.I. aus ihrer Gefangenschaft auf dem Grabschiff retten sollen, das ursprünglich Teil des Hauptspiels war, bevor es auf die Erweiterung König der Besessenen verschoben wurde.

Verschiedene Figuren tauchen im fertigen Spiel zudem in anderer Funktion als ursprünglich geplant auf. Dem von Nathan Fillion gesprochenen Cayde-6 aus König der Besessenen hätte Bungie z.B. die Persönlichkeit eines Charakters verpasst, der in frühen Spielszenen bereits zu sehen war: die des blauhäutigen Erwachten "The Crow". Der virtuelle Körper der "Krähe" wurde hingegen für eine andere Figur als erst vorgesehen verwendet, nämlich die des Prinzen Uldren.

Ganz allgemein nahm die Handlung im ursprünglichen Konzept eine deutlich größere Rolle ein als im September 2014 veröffentlichten Spiel. Immerhin sollte jede Mission mit einem kurzen Video eingeleitet werden und mit einer ausführlichen Szene enden. Stattdessen lauscht man fast durchgehend während der Ladepausen vorgetragenen Monologen.

Auf der E3 2013 war Destiny angeblich vor allem erzählerisch noch ein ganz anderes Spiel.
Auf der E3 2013 war Destiny angeblich vor allem erzählerisch noch ein ganz anderes Spiel.

Doch was war der Grund für die Änderungen? Laut Kotakus Quellen ist ein Überblick, ein so genannter "Supercut" Schuld an dem Eingreifen der Studioverantwortlichen, die den Umbau der Handlung und damit auch vieler spielerischer Inhalte forderten. Dieser Supercut fasste im Juli 2013 Filmszenen sowie wichtige erzählerische Eckpunkte zusammen - und die Entscheider, unter ihnen Project Director Jason Jones, der auch für das grundlegende Design mit verantwortlich zeichnet, sahen ein Spiel, das ihrer Meinung nach zu geradlinig gestaltet war. Die Spieler sollten die Geschichte nach eigenem Gutdünken erleben können und jederzeit an verschiedene Schauplätze reisen - zu diesem Konzept hätte der geplante Plot offenbar nicht gepasst.

Aus diesem Grund wurde nicht nur die Handlung zu großen Teilen umgeschrieben; auch Missionen wurden verändert und oft aus Teilen bereits vorhandener Einsätze zusammengesteckt. Kotaku zitiert eine der Quellen mit den folgenden Worten:

"Wenn es also im Original von A nach Z ging, nahmen sie Sektion H bis J heraus, weil es sich um ein ganz bestimmtes Gefecht handelte. Sie nahmen es heraus und fragten sich: 'Wie bekommen wir H bis J in die andere Handlung hinein?' Es war, als würde man buchstäblich eine Franken-Story erschaffen. 'Ich habe hier dieses wirklich gute Gefecht' oder 'Es gibt da diesen Mechnismus, der jenes Ereginis auslöst, also 'Cool, dann lass uns ein Teil von A und ein Teil von X zu etwas Neuem zusammenfügen.' [...] Die Missionen, die im fertigen Spiel enthalten sind, wurden aus der ursprünglichen Geschichte herausgeschnitten und zusammengenäht."

Die Meinungen der Kotaku-Quellen über den Supercut gehen laut Schreier übrigens auseinander: Eine Person empfand ihn als "schrecklich", nannte die Geschichte "verwirrend, höchst esoterisch" und erwähnte, dass sie nicht schlüssig gewesen sein. Eine andere meinte, der umfassende Überblick sei der tatsächlichen Erzählung lediglich nicht gerecht geworden.

Während Bungie unter Hochdruck daran arbeitete, das veränderte Spiel für den ursprünglich auf September 2013 angesetzten und bereits auf März 2014 verschobenen Termin fertigzustellen, wurde dem Studio bewusst, dass es eine weitere Verschiebung benötigen würde. Activision gewährte den Entwicklern diese Zeit und verlegte die Veröffentlichung auf den September 2014.

Die zusätzliche Zeit nutzen die Entwickler vor allem für den Feinschliff spielerischer Inhalte. Das Spielgefühl hatte jetzt Priorität vor der Erzählung - und trotzdem: Als Destiny erschien, erntete es nicht nur von Kritikern, sondern auch von seinen treuen Fans viel Kritik. Das ständige Abgrasen der immer gleichen Schauplätze und Missionen wurde ebenso angekreidet wie der hohe und oft als unfair empfunde Zufallsfaktor beim Erhalt neuer Ausrüstung. Viele legendäre Engramme wurden etwa in minderwertige Waffen oder Rüstungsteile umgewandelt.

Bungie ist die Meinung seiner Spieler sehr wichtig, wie eine der Quellen betont. Und so wurde den Entwicklern schnell klar, dass sie zentrale Inhalte ändern müssten. Deswegen und weil Eingriffe ins Spielsystem auch zukünftige Inhalte betreffen würden, krempelten sie die bereits in Entwicklung befindliche Downloaderweiterung Dunkelheit lauert ebenso um wie die seit Ende 2013 in Vorproduktion befindliche Erweiterung König der Besessenen.



Die Impulse dafür stammten nicht nur von Spielern und Entwicklern, denn Bungie erhielt auch Hilfe von Joshua Mosqueira, dem Game Director von Diablo 3 und der Erweiterung Reaper of Souls. Immerhin erlitt das Action-Rollenspiel ein ähnliches Schicksal wie Destiny: Nach viel Kritik zum Start musste es durch Verbesserungen in einer Erweiterung die Gunst der Fans zurückgewinnen. Die Ideen von Mosqueira und anderer Blizzard-Entwickler bei einem Treffen mit Bungie haben die Ausrichtung von König der Besessenen bereits Ende 2014 entscheidend geprägt.

Binnen neun Wochen wurde das neue Dunkelheit schließlich zusammengeschustert, während König der Besessenen statt eines ursprünglich angedachten neuen Schauplatzes auf der Erde sowie des Jupiter-Satellits Europa das bereits für das ursprüngliche Spiel gedachte Grabschiff enthielt. Die Erweiterung hätte außerdem ein neues Gebiet auf dem Mars enthalten sollen, auf dem auch Strikes und ein Raid stattfinden würden - dieser Teil des Spiels wurde auf die für das kommende Jahr geplante Fortsetzung verschoben und an High Moon Studios übergeben, das Bungie bei der Entwicklung unterstützt.

Der Zeitplan ist Bungies großes Problem - und zwar nicht nur aufgrund der späten erzählerischen sowie nachträglichen spielerischen Änderungen. Eine der Kotaku-Quellen führt auch die Engine an, das speziell für Destiny erstellte Entwickler-Werkzeug, mit dem sie nahezu alle Inhalte erstellen:

"Bungie sind die Leute, die ihre Spiele spielen, unglaublich wichtig, und sie hören auf sie, sie hören ihnen genau zu. Aber weil die Werkzeuge scheiße sind und weil es keine Einigung darüber gibt, wie man das Spiel in der veranschlagten Zeit reparieren soll, herrscht eine Art Starre."

Tatsächlich sind wohl selbst kleine Änderungen ausgesprochen zeitaufwändig. Will ein Designer eine winzige Änderung vornehmen, muss er oder sie die entsprechende Karte über Nacht laden, denn das alleine würde acht Stunden in Anspruch nehmen. Um das Gebiet schließlich zu öffnen, muss man am kommenden Morgen noch einmal 20 Minuten warten. Dann erst sind Änderungen möglich, bevor das anschließende Kompilieren noch einmal 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt.

Die Technologie beherrsche hinter den Kulissen viele Tricks, darunter das schnelle Zusammenführen von Spielern. Als Werkzeug für Entwickler sei sie allerdings weniger gut geeignet.

Wie wollte Bungie also den verlorenen Boden bzw. die Zeit wieder gutmachen? Der Versuch einer Antwort liegt in den vergangene Woche eingeführten Mikrotransaktionen, über die Spieler mit Echtgeld Tänze für ihre Hüter kaufen können (wir berichteten). Weil das Studio hofft, auf diesem Weg Geld zu verdienen, wird es im kommenden Jahr zwar neue Missionen, aber keine Downloadinhalte wie Dunkelheit lauert und Haus der Wölfe veröffentlichen. Es kann sich daher stärker auf das Hauptspiel und die Fortsetzung konzentrieren. Und die ist immerhin fest im Vertrag mit Activision verankert: Alle zwei Jahre soll ein neues Destiny erscheinen.

Letztes aktuelles Video: Exklusive PS4-Inhalte


Quelle: Kotaku

Kommentare

ChrisJumper schrieb am
Jankiesnnae hat geschrieben:ein super Hype Spiel wie Destiny und geben kleinere kreativere Spiele oder Reine SP Spiele keine Chance was sehr schade ist. So ist zumindest meine Erfahrung wenn ich mir anschaue was die meisten so spielen.
Ja ich finde das auch sehr schade. Dem Stimme ich voll und ganz zu. Allerdings halte ich diverse Hype Spiele teilweise für nicht ganz so schlecht. Man muss sich aber irgendwie drauf einlassen können.
Es ist schwerer geworden durch die Indie Flut zu steigen und wirklich das zu finden was man will.
Jankiesnnae schrieb am
ChrisJumper hat geschrieben:
Jankiesnnae hat geschrieben:Wenn man sich die Verkäufe ansieht und wie beliebt das Spiel ist kann man nur sagen alles richtig gemacht Activision. Der heutige Zocker möchte keine Anspruchsvolle Story oder Gameplay. Der Gamer von heute will Coop eine ansprechende Grafik und vor allem viel Sammelzeug. Gebt nicht dem Publisher schuld der nur die wünsche seiner Kunden erfüllt. Die Leute die anspruchsvolle Immersive spiele wollen sind klar in der Unterzahl. In meiner Freundesliste sind 50 Leute die regelmäßig/täglich Destiny spielen aber nur 2 Leute die zb Life is Strange gespielt haben. Immerhin 5 Leute die sich für den Hexer begeistern konnten. Alles Peanuts im Gegensatz.
Also ich liebe Story und Life is Strange. Gleichzeitig finde ich es schade das dies bei Destiny wohl nicht so in dem Umfang geklappt hat wie damals geplant. Ich vermute Urheber-Streitigkeiten. Dennoch Destiny ist wirklich ein Super PvP oder eben Coop Shooter. Ich spiele aber auch The Witcher 3, wobei ich gegen Ende nicht mehr so viel Motivation hatte (genau wie bei Uncharted). Warum in deiner FL so viele Destiny spielen? Eben weil so viele der Freundes-Freunde da sind, oder weil man wirklich immer ein wenig Grinden muss um die neue Rüstung und Waffen zu haben. Aber dabei macht es wirklich spaß.. und Multiplayer-Games waren noch nie wirklich Immersive, dafür bräuchte es schon eine Art Rollen-Spiel-Fan-Gruppe die sich dann auch ingame im Voice-Chat so Verhält.
Aber ja das Sammelzeug von Destiny macht Spaß und du vergisst hier etwas das anders ist als bei "Diablo", anstatt bessere Werte und mehr Schaden, ist es bei Destiny so das du deine Spielweise anpassen musst. Hmmm wobei ich glaube das ist bei Diablo auch so wen du deine Skillung auf den Gegenstand ausrichtest und zur Perfektionierung deine Spielweise anpassen musst. Aber so pauschal betrachtet ist das doch in jedem (guten!) Spiel so....
ChrisJumper schrieb am
Jankiesnnae hat geschrieben:Wenn man sich die Verkäufe ansieht und wie beliebt das Spiel ist kann man nur sagen alles richtig gemacht Activision. Der heutige Zocker möchte keine Anspruchsvolle Story oder Gameplay. Der Gamer von heute will Coop eine ansprechende Grafik und vor allem viel Sammelzeug. Gebt nicht dem Publisher schuld der nur die wünsche seiner Kunden erfüllt. Die Leute die anspruchsvolle Immersive spiele wollen sind klar in der Unterzahl. In meiner Freundesliste sind 50 Leute die regelmäßig/täglich Destiny spielen aber nur 2 Leute die zb Life is Strange gespielt haben. Immerhin 5 Leute die sich für den Hexer begeistern konnten. Alles Peanuts im Gegensatz.
Also ich liebe Story und Life is Strange. Gleichzeitig finde ich es schade das dies bei Destiny wohl nicht so in dem Umfang geklappt hat wie damals geplant. Ich vermute Urheber-Streitigkeiten. Dennoch Destiny ist wirklich ein Super PvP oder eben Coop Shooter. Ich spiele aber auch The Witcher 3, wobei ich gegen Ende nicht mehr so viel Motivation hatte (genau wie bei Uncharted). Warum in deiner FL so viele Destiny spielen? Eben weil so viele der Freundes-Freunde da sind, oder weil man wirklich immer ein wenig Grinden muss um die neue Rüstung und Waffen zu haben. Aber dabei macht es wirklich spaß.. und Multiplayer-Games waren noch nie wirklich Immersive, dafür bräuchte es schon eine Art Rollen-Spiel-Fan-Gruppe die sich dann auch ingame im Voice-Chat so Verhält.
Aber ja das Sammelzeug von Destiny macht Spaß und du vergisst hier etwas das anders ist als bei "Diablo", anstatt bessere Werte und mehr Schaden, ist es bei Destiny so das du deine Spielweise anpassen musst. Hmmm wobei ich glaube das ist bei Diablo auch so wen du deine Skillung auf den Gegenstand ausrichtest und zur Perfektionierung deine Spielweise anpassen musst. Aber so pauschal betrachtet ist das doch in jedem (guten!) Spiel so. Ich kann nicht erkennen wo da dein Vorwurf sein soll,...
Igorsam schrieb am
Zinssm hat geschrieben:
Igorsam hat geschrieben:
Zinssm hat geschrieben: Kann nach fast 40 Spielerjahren diese Frustration nicht nachvollziehen! Immer wieder gebehtsmuhlenartig dieselbe Leier von denselben Leuten. Mittlerweile braucht man nicht mal mehr die Namen lesen um zu wissen welche Heulsuse sich in diesem (zum Glück) homöopathischen Kreis ausflennt!
Spiele sind zur Freude, Entspannung etc da, dabei sind wohl einige übers Ziel geschossen. Andere Hobbys könnten helfen, weil ändern tut ihr sowieso nix ;)
Immerwieder amüsant. Stehst über den Dingen, spielst Spiele nur zum Spaß, trotzdem hängst du in nem Forum rum um andere zu beleidigen.
Dazu noch die tollste persönliche Einstellung für Erfolg: "es zahlt sich nicht aus, irgendwas zu machen, man kann sowieso nix ändern" -
- gratuliere du hasts weit gebracht ... - aber hey immerhin hast du ein sehr großes Ego.
"Stürme im Forenglas " ist genau die richtige Kolumne für dich, kleiner Reformer...
Beleidigt hab ich niemanden, und "rumhängen " tu ich( sehr dosiert) weils ab und zu inttesssntes zu lesen gibt. Allerdings nicht im Jammertal wie du, sondern aus Spass am Hobby ;)
Versuchs doch auch mal, evtl ist noch was zu retten!
Seltsam und ich habe mir eingebildet, dass durch Foren-Aufschreie etwa die Paid-Mods in Skyrim verschwunden sind oder gerade Pay Day 2 was ändert - aber hey du weisst das wohl besser :roll:
"gebehtsmuhlenartig dieselbe Leier von...
Nichtsnutz schrieb am
OT bzgl. OT-Leuten da oben: Private Nachrichten nutzen um sowas zu klären wäre nice
schrieb am

Facebook

Google+