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11.2016
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Retro VGS: Retro-Magazin kündigt Modul-Konsole an

Retro Video Game System (Hardware) von Mike Kennedy, Steve Woita, John Carlsen
Retro Video Game System (Hardware) von Mike Kennedy, Steve Woita, John Carlsen - Bildquelle: Mike Kennedy, Steve Woita, John Carlsen
Der Herausgeber des Retro Magazine, Mike Kennedy, glaubt nach wie vor an Cardtridges: In einem ausführlichen Interview auf Venturebeat.com hat er am Wochenende eine Konsole angekündigt, die wie im 16-Bit-Zeitalter auf Module statt Disks oder Downloads setzt. Retro Video Games System (VGS) heißt das Gerät, deren erster Prototyp bereits im Juni oder Juli 2015 erscheinen soll; bald soll auch eine Kickstarter-Kampagne zur Unterstützung des Projekts folgen. Über das Innenleben des Geräts wird noch nicht viel verraten - außer, dass es auf 2D-Spiele zugeschnitten wird und man ein integriertes System auf einem Chip verbauen möchte (wie es auch bei vielen Mobil-Geräten üblich ist).

Anders als bei Geräten wie dem Retron 5 handle es sich nicht um eine Kombi-Konsole für Spiele älterer Plattformen. Stattdessen sollen eigene Titel und Umsetzungen für das Retro VGS entwickelt werden. Man befinde sich in Gesprächen mit großen Publishern und Indie-Entwicklern, so Kennedy. Patches oder Online-Features soll es nicht geben, stattdessen soll die Plattform heutigen Spielern all die Vorteile bieten, die Konsolen des 16-Bit-Zeitalters besaßen: Die Module sollten auch in 40-50 Jahren noch funktionstüchtig und sofort spielbereit sein, ganz nach dem klassischen "Plug-and-Play"-Prinzip. Sammler sollten wieder schöne Modulboxen in Regalen stapeln können. Außerdem böte Flash-Speicher mittlerweile höhere Kapazitäten als optische Medien und sei auch beim Herstellungspreis erheblich gesunken.

Das Gehäuse dürfte Veteranen bekannt vorkommen: Kennedy ist laut Interview zum Schnäppchenpreis an die Spritzgussformen von Ataris Jaguar-Konsole gelangt. Nach der Insolvenz des Unternehmens wurden die Formen bereits zur Fertigung von Dental-Kameras benutzt, befänden sich aber noch in erstaunlich gutem Zustand. Ohne diesen Kauf hätten ähnliche Gerätschaften mindestens 300.000 Dollar verschlungen - und das ohne die Kosten für das Entwerfen des Designs. Auf Facebook gibt es ein kurzes Video von der Maschine in Aktion.

Nach der Kickstarter-Version werde es vermutlich noch zwei oder drei weitere Prototypen geben, bevor man in die Serienproduktion für Endkunden gehe. Wenn es nötig sein sollte, wolle man lieber mehrere Verschiebungen in Kauf nehmen, anstatt vorschnell eine Version zu veröffentlichen, welche die Entwickler noch nicht voll zufriedenstellt. Als Eingabegerät habe man eine abgewandelte Version des "Controller Pro U" in Arbeit, der von Interworks hergestellt wird. Er biete die ideale Kombination aus klassischen Kontroll-Elementen und aktuellen Vorzügen wie Dualsticks, auf die heutige Entwickler auch bei Titeln im Retro-Stil nicht mehr verzichten wollten (z.B. bei Zweistick-Shootern). Jeder Konsole sollen von Haus aus zwei Exemplare beiliegen.




Zwei USB-Buchsen sowie zwei zusätzliche 9-Pin-Buchsen (z.B. für das Mega-Drive-Gamepad) sollen ermöglichen, dass zusätzlich viele andere Controller unterstützt werden. Als Videoausgänge sind HDMI, S-Video und Composite vorgesehen. Zum Start sollen mindestens 12 Spiele zur Verfügung stehen, zu denen ebenfalls Kickstarter-Kampagnen geplant sind. Zu möglichen (aber noch nicht bestätigten) Kandidaten gehören demnach Shovel Knight von Yacht Club Games oder Retro City Rampage, welches zu einem Launch-Titel werden könnte. Außerdem versuche man, mit Hilfe von Stretch-Goals Fortsetzungen zu bekannten Serien wie Segas Fantasy Zone oder Capcoms Ghosts 'n' Goblins zu realisieren. Auch Fortsetzungen zu Titeln von NES, Super Nintendo und Mega Drive stehen auf der Wunschliste.

Die Idee zur Konsole sei Kennedy und seinen Partnern bereits Ende 2012 gekommen. Erst jetzt sei aber die Zeit dafür reif, da das Interesse an Spielen im Retro-Stil massiv gewachsen sei. Auch vor dem Start seines erfolgreichen Retro-Magazins hätten manche ihn für verrückt erklärt. Kennedy erklärt seine Motivation für das ungewöhnliche Konsolen-Projekt folgendermaßen:

"Es könnte teuer werden, in 25 Jahren noch eine funktionierende Original-Xbox zu bekommen. Ich denke, das ist doch schrecklich für die Kinder von heute. Ich weiß nicht, ob sie das realisieren. Vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm für sie. Aber wir können manches davon für sie erhalten, mit diesen Spielen im Retro-Stil, die gerade ein großes Comeback erleben. Wie ich bereits sagte: Vor drei Jahren hätte ich noch nicht daran geglaubt, dass so etwas möglich ist. Doch auf der E3 im vergangenen Jahr dachte ich mir wirklich: Jetzt ist es soweit! An den Ständen von sowohl Sony als auch Microsoft, die, wie wir alle wissen, superteuer sind, wurde die Hälfte des Platzes dazu genutzt, Indie-Titel zu präsentieren. Die meisten dieser Titel hatten Retro-Einflüsse, sahen völlig klassisch oder retromäßig aus.

Da ging mir praktisch ein Licht auf und ich sagte: Okay, sie nehmen das Genre ernst, die großen Jungs. Sie haben alle diese Spiele an ihren Ständen. Das war der Moment, in dem ich dachte, das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um diese Konsole zu veröffentlichen. (...) Es gibt tonnenweise Indie-Entwickler und sogar Mainstream-Entwickler, die ihre alten Marken vom Staub befreien und aufpolieren. Ich denke, Retro-Gaming ist mittlerweile eine eigene Kunstform. Es wird als Genre ernst genommen, zumindest digital und für Streaming. Manche dieser Spiele wie Shovel Knight - würdest du nicht gerne auch in 10-15 Jahren noch Shovel Knight auf einem Modul spielen können?"





Quelle: venturebeat.com

Kommentare

Sir Richfield schrieb am
Akabei hat geschrieben:Sollte da nicht ein Pi2 ausreichend sein?
Angeblich ja und wenn die bei Amazon die Codecs gleich mitangeboten hätten, würde ich damit wahrscheinlich seit Monaten rumspielen...
(Nein, nicht fragen, warum ich nicht direkt beim Hersteller bestelle!!!)
@Lohreck, das sieht interessant aus. Der "große" aktuell für ca. 150,-? (incl. Versand) bei Amazon.
Da werde ich wohl die Preisschwankung beobachten müssen.
Aber sowas in der Richtung suche ich. Hardware feddisch, irgendein Freak baut ein Kodi dafür, alles gut. ;)
Lohreck schrieb am
Die Beweggründe sind sicher die richtigen, bei der geplanten Umsetzung bin ich mir nicht ganz so sicher. Ein weiterer Punkt wurde bisher noch nicht andiskutiert: Viele Indie-Entwickler nutzen Tools wie Game Maker, Unity oder ähnliches. Da müsste dann auch noch entsprechend viel Aufwand betrieben werden, um die Spiele dann auf einer Plattform lauffähig zu machen, auf der diese Tools nicht zur Verfügung stehen - falls überhaupt möglich.
@Sir Richfield: Mal CuBox angeschaut?
Akabei schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben:(Wobei ich immer noch das offene Gerät mit ausreichend Leistung für ehem. XBMC für'n Hunni suche... ejal)
Sollte da nicht ein Pi2 ausreichend sein? https://www.raspberrypi.org/products/ra ... 2-model-b/
Demnächst sogar mit Windows 10 Support (wobei man bei 1GB Speicher natürlich keine Wunder erwarten darf).
Chibiterasu schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: Ich will nicht die Idee aus Prinzip schlecht reden, habe aber so meine Zweifel...
Ich hab da ja kein Problem damit weil es mir ähnlich geht - siehe meinen ersten Post :wink:
Sir Richfield schrieb am
Horror Kid hat geschrieben:Ich weiß schon dass das kein Alleinstellungsmerkmal wäre - aber eine Hardware die man eh schon für Retro-Gaming kauft und unter den Fernseher stellt wäre halt mit so Emulatoren die optisch schön aufbereitet sind doch noch ein Stück attraktiver. Zumindest für mich (hab kein Tablet, Smartphone etc. und auf Konsolen schmeiße ich ungern Custom Firmware drauf - hab aber einen PC am Fernseher hängen...)
Ich weiß schon, wie du das meinst, nur...
Die OUYA kostet auch nicht die Welt...
Das RETRO VGS hat halt nur die Sache mit den Cardridges als Alleinstellungsmerkmal und da sehe ich von hier aus keinen Anbieter begeistert drauf anspringen.
Die Dinger sind nämlich nicht umsonst in der Produktion und der Kunde hat sich doch an DRM und Daueronline inzwischen gewöhnt...
Alle Funktionen über das Abspielen von 2D Spielen auf Cardridge hinaus, werden heute schon von anderen Geräten günstiger übernommen.
(Wobei ich immer noch das offene Gerät mit ausreichend Leistung für ehem. XBMC für'n Hunni suche... ejal)
Und würden Geld kosten. Für einen Emulator brauchst du mehr Leistung als das zu emulierende Gerät (für ECHTE Emulation sogar immer noch mehr, als Consumer PC leisten können).
Das würde in der Produktion teuerer sein als eine angepasste Maschine.
Ach, da fällt mir ein: Competition Pro Nachbau mit X C64 Spielen, ich glaub auch nur ein Zehner oder so.
China baut Billigheimer Schnäppkes "Konsolen" mit ein paar Spielen schon seit Anno Tobak.
Ich will nicht die Idee aus Prinzip schlecht reden, habe aber so meine Zweifel...
schrieb am

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