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Gerstmann-Entlassung: Part Deux

Gestern war bekannt geworden, dass Jeff Gerstmann, ein langjähriger Mitarbeiter Gamespots und dort u.a. die letzte Instanz für alle Reviews, entlassen worden war. Pikant: Recht schnell machten Gerüchte die Runde, dass die Trennung aufgrund seines Tests von Kane & Lynch: Dead Men erfolgt sei. Besonders die Tonlage des Artikels und des entsprechenden Videoreviews habe Eidos mißfallen, hieß es da. Der Publisher habe daraufhin gedroht, eine umfangreiche Werbekampagne sowie möglicherweise auch zukünftige Aufträge zurückzuziehen. Was wiederum den Mutterkonzern des Magazins, CNET, dazu veranlasst haben soll, den Redakteur zu feuern.

Zwar meldete sich auch die ein oder andere Stimme zu Wort, die anzweifelte, dass Gerstmann wegen des Reviews entlassen wurde, allerdings wollen diverse Magazine aus verschiedenen Quellen gehört haben, dass der Test die Ursache des Vorfall war. So auch 1UP.

Gerstmann soll zwar den Text des Artikels vor seiner Veröffentlichung nochmals geändert haben, um die Tonart etwas zu entschärfen - womöglich waren die Modifikationen seinen Vorgesetzten aber nicht weitgehend genug. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Ganze mit Änderungen im CNET-Management zu tun hat, wird da gemutmaßt. Mit Stephen Colvin besitzt das Unternehmen nämlich seit Ende Oktober einen neuen Vizepräsidenten, der u.a. auch dafür zuständig ist, das Wachstum der Töchter, darunter auch Gamespot, anzukurbeln.

CNET selbst hat sich mittlerweile mit einer kurzen Botschaft zu Wort gemeldet. Seit über einem Jahrzehnt habe Gamespot Tausende unvoreingenommener Reviews hervorgebracht. CNET-Networks stehe hinter den Inhalten, die die Redaktion täglich produziert. Man lege extrem viel Wert auf die redaktionelle Integrität. Über Gerstmann selbst heißt es nur: Es sei bei CNET nicht üblich, den Status derzeitiger oder ehemaliger Mitarbeiter zu kommentieren.

Auf seinem Blog entschuldigt sich GS-Redakteur Aaron Thomas dafür, dass man nicht näher auf die Situation eingehen und Fragen beantworten könne. Es sei nicht so, als ob einem der Arbeitgeber plötzlich einen Knebel verpasst habe. Es sei wie bei jedem Unternehmen - dort könne man nicht einfach an die Öffentlichkeit gehen und sich über das Management beschweren, umgekehrt könne auch das Management nicht einfach medienwirksam die Leistung eines Mitarbeiters kritisieren. Dem habe er schließlich zugestimmt, als er vor übr einem Jahr bei dem Magazin anfing.

Auf Valleywag wird auf einen Beitrag eines mutmaßlichen Gamespot-Mitarbeiters aufmerksam gemacht, der einen Einblick in das Innenleben der Firma gibt. Es sei üblich und bekannt, das alle Tests erst vom kompletten Team gegengelesen würden, um ein gewissen Niveau zu garantieren. Hätte das Management also ein Problem mit Gerstmann, dann hätte es auch ein Problem mit der ganzen Mannschaft, weil der Artikel ohne diese sonst nicht veröffentlicht worden wäre.

Der Text legt durchaus nahe, dass das Management des Unternehmens ein Exempel an Gerstmann statuieren wollte. Wenn man einen derartig verdienten Angestellten umgehend auf die Straße setzt, dann seien andere Mitarbeiter mit Sicherheit ebenso entbehrlich.

Im Laufe der letzten Monate habe es verstärkt Druck aus der für die Werbung zuständigen Abteilung gegeben, die versucht hat, ihren Einfluss auf das redaktionelle Geschehen auszuweiten. So informiere man sie beispielsweise schon frühzeitig über schlechte Wertungen, damit jenes Team wiederum davon betroffene Werbekunden vorwarnen kann. Andere Publisher wiederum würden Konditionen für Reviews vorlegen - gibt es beispielsweise eine Wertung im Bereich von 9 oder höher, hätten sie in der Regel kein Problem damit, wenn der Test frühzeitig veröffentlicht wird. Bei schlechten Wertungen wiederum erscheine der Artikel dann, wenn auch das Spiel in den Läden erhältlich ist.

In dem Meeting, in dem der vor allem für den Business-Bereich zuständige Josh Larson seinen Mitarbeitern die Entlassung erklären musste, habe dieser keine Antworten auf die dann von der Redaktion angebrachten Kritik gehabt. Er sei ausgewichen und habe nur auf die Tonlage der Texte Gerstmanns verwiesen - diese hatten aber wie bereits erwähnt grünes Licht vom Rest des Teams bekommen. Larson soll gesagt, dass große Produktion "mehr Aufmerksamkeit verdienen würden" - bei den Redakteuren sei das so angekommen, als ob man jenen Produktionen bessere Wertungen geben müsse, besonders, wenn der Hersteller viel Werbung gebucht habe, so die anonyme Quelle.

Ihm sei bewusst, dass mit dem durch die Banner eingenommen Geld auch die Gehälter der Angestellten bezahlt werden. Allerdings habe es schon seit dem Abgang des vorherigen Chefredakteurs, Greg Kasavin, erste Risse in der bis dahin gehandhabten strikten Trennung zwischen Werbung und Redaktion gegeben. Seiner Meinung sei nun klar, dass das neue Management nicht mehr an der Integrität der Redaktion interessiert sei, sondern eher Wert auf gute Beziehungen zu den Werbekunden lege.

Für wirklich objektive Tests müsse man zukünftig wohl zu anderen Webseiten gehen, heißt es da. Bei Gamespot habe jedenfalls jeder mittlerweile Angst, der nächste zu sein, der gefeuert wird, falls die Wertung beim einem angeblichen Hochkaräter nicht stimmt. Die Mitarbeiter würden in den derzeitigen Chef (Larson) nicht trauen.

Eine CNET-Sprecherin bestätigte zumindest, dass der Text des Reviews überarbeitet wurde, um Unterschiede zwischen den beiden Konsolenversionen darzulegen und eine Klarstellung bezüglich des Mehrspielerparts einzubinden. Dies habe man basierend auf den redaktionellen Standard gemacht. Eine klare Antwort, warum man das in seiner Tonart noch etwas harschere Videoreview (Youtube-Version) vom Netz nahm, gab sie allerdings nicht.

Einen reichlich vielsagenden Beitrag stellt eine "schlechte Analogie" dar, die Gamespots Alex Navarro niedergeschrieben hat. Sich auf SimCity beziehend fragt er, ob man den Moment kenne, an dem jemand seine Stadt zu einer funktionierenden, lebenden, produktiven und atmenden Metropole voller Leben und Wunder ausgebaut hat - nur um dann den Desaster-Knopf zu drücken und die Katastrophen auf das Werk loszulassen, von dem anschließend nur noch ein paar verwüstete Ruinen übrig bleiben würden. Die Situation sei in gewisser Weise ähnlich - allerdings habe jemand anderes den Desaster-Knopf betätigt.
Autor: Julian Dasgupta
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  • @Kaipiranha] Armutszeugnis ? Das ist noch "milde" ausgedrückt ! Wenn ich in einem SpieleTEST keinen TEST des Spieles sehe, sondern nur eine schöngefärbte Werbebrochüre, dann kann ich die Glaubwürdigkeit des Testes, des Testers und des gesammten Magazins zusammen  [...] @Kaipiranha] Armutszeugnis ? Das ist noch "milde" ausgedrückt ! Wenn ich in einem SpieleTEST keinen TEST des Spieles sehe, sondern nur eine schöngefärbte Werbebrochüre, dann kann ich die Glaubwürdigkeit des Testes, des Testers und des gesammten Magazins zusammen in die Tonne kloppen. Wir sprechen hier von einem Video-REVIEW, nicht von einem Preview, Feature Überblick oder Werbetrailer. Es ist der Test des fertigen Produktes. Ein Produkt mit einem Preisschild ! @hehehe] Zitat:
    EA gaymes. dicke werbetrommel. tester bestechen.erinnert sich wer an die fallschirmspringevent bei moh]
    Events finden bei sehr vielen großen Publishern statt, nicht nur bei EA. Bei Micro$oft werden auch nicht nur Schnittchen rumgereicht ;) Obwohl ich hoffte, dass manche Praktiken der Tester den Magazinen die Augen geöffnet hätten, kann ich die Hoffnung wohl begraben. Wie war es nochmals mit Gothic 3 und traumhafte Bewertungen ? ;) Oder mal die Zeitschraube zurückdrehen und den Multiplayer-Patch zu Anno 1503 wieder ausgraben ? Versprochenes Feature, fast vollständig im Code integriert, niemals als Patch nachgereicht und letztenendes Jahre später von Fans (!) verwirklicht. Oder die unzähligen Spiele, dessen Multiplayer-Part generell ...ähm... "generic" waren ? Also gerade mal das Grundgerüst besaßen, aber absolut nichts aussergewöhnliches, was sie von der Masse der anderen Titeln abhebte ? Da war der Multiplayer-Test natürlich weit abgeschlagen vom ansonsten guten Singleplayer-Part. Es ist traurig zu sehen, dass die Publisher hier ihre Geldspritze leider an den falschen Stellen setzen. Auf der einen Seite gibt es wunderschöne Renderbilder und hochkarätige Versprechungen an die Community. Auf der anderen Seite haben wir das fertige Produkt, das den Erwartungen leider nicht gerecht wird. Im Fall von K&L muss ich sagen, dass es ein Spitzenspiel für ein Wochenende ist. Hab's vor kurzem durch gehabt und es wieder zurück zur Videothek gebracht. Bereut habe ich da nichts, für 3 Euro genug Spaß für 3 Tage. Aber 50-60 Credits dafür ausgeben ? Sorry, aber da haben "Klassiker" die Messlatte für verschiedene Features wesentlich höher gelegt. Gears of War als auch die R6: Vegas haben ein verdammt ausgereiftes und intuitives Cover-System. In K&L gab es mehr Flüche als erfreuliche Cover-Momente, da mein Gesicht ziemlich oft im ungeplanten Kugelhagel zum Sieb degradiert wurde. Der Gegner-IQ könne ebenfalls einen kleinen Feinschliff vertragen, da sie arg Script/Trigger-gesteuert ist. Manche Gegner agieren mit Deckung (Banküberfall), andere Gegner warten als lebende Standlampe neben den Türen (Tokyo-Disko). Die Story ist zwar nett, aber die Endings sehen so "abgeschnitten" aus, da hätte auf der DVD sicherlich noch die eine und andere Zeile des Drehbuchs reingepasst, womöglich ohne die 600-fache Wiederholung von F*ck. Bis dahin dachte ich, From Dusk Till Dawn hatte im englischem Original die meisten F*ck-Wörter der Geschichte, doch K&L hat da noch einen draufgesetzt! Sie haben in jedem Haupt- als auch in jedem Nebensatz mindestens 3 F-Wörter eingebaut. Das Script für die Synchro muss wirklich eintönig für die Sprecher gewesen sein ;) Das Spiel sieht einfach noch unausgereift aus. Es hätte locker noch 3 Monate Feinschliff vertragen können. Und für dieses ausgereifte Produkt den vollen Kaufpreis verlangen ? Dann muss es sich eben gegen andere Vollpreisspiele behaupten, und dies hat man in dem Review eben dargestellt. Ich hätte dem Game 6/10 oder max. (!) 7 Punkte von 10 gegeben, wenn das Wetter schön gewesen wäre. Hätte der Publisher was dagegen gehabt, ist es eben ihre eigene Schuld, dass sie mich nicht als Betatester eingestellt haben. Manche andere Hersteller hören auch auf ihre Werbeplattform und korrigieren einige Bugs oder ändern das eine und andere Feature. Scha(n)de, dass man hier die Prioritäten falsch gesetzt hat :( @IxxOxx] Jep, normalerweise ist dies der Fall, soweit ich weiss. Es IST ja auch so, dass der Text vom gesammten Team durchgegangen ist. Nur letztenendes hat der Werbefritze da nicht mitsprechen können. Und als Konsequenz des gangen hat er mit dem Geldbündel gewedelt. Entweder fliegen solche Reviews in die Tonne, oder das Geld fliegt. Und da Gamespot gerne ihre Qualität und die Bandbreite beibehalten möchte, haben die sich für das Geld entschieden. Die User kriegen weiterhin Videoreviews und hohe Bandbreiten... müssen aber auf kritischere Reviews wohl verzichten müssen. Das heisst, dass Abstürze, fehlende Features und unausgereifte Spielebalance in den Test anders umschrieben sind. Dann muss man auf Zeilen wie "die Steuerung ist fantastisch aber gewöhnungsbedürftig" oder "hervorragende Grafik, teils. auf sehr hohem Niveau" und "Glasklarer Sound, sogar in Dolby Digital" achten. Der Leser bzw. der Zuschauer hat dann plötzlich ein Grafikadventure und muss die richtigen Zutaten zusammenklicken, nur damit weiter Werbegeld in den Kassen fließt ? Dann hätten sie sich von vornerein schon als "Spieletester" verabschieden sollen und nur noch als Videoplattform "YouGames" daherkommen. Wenn User noch wie bei GameTrailers eigene Videos uploaden könnten, hätten sie wenigstens noch etwas eigenständiges vorzuweisen. Durch diese Aktion, das feuern bzw. "Exempel statuieren" eines Mitarbeiters haben sie sich allerdings alles andere als geliebt gemacht. Eine Spieletester-Seite sollte Spiele testen. Kommt von einem Producer ein hervorragendes Produkt, gibt es erfreuliche Gesichter auf beiden Seiten. Baut der Producer aber mit falschen Bauklötzen und gibt es hässliches Etwas mit dickem Preisschild ab, womit sich der Tester am Ende auch noch durch das Teil abmühen muss, dann muss es sich Kritik anhören. Meiner Meinung nach sehr berechtigte Kritik ;) Ich kann nur hoffen, dass der nächste "Buddy-Shooter" ("Army of Two") dies besser machen wird. Doch VORSICHT... auch hier haben wir viele Bilder und Texte geliefert bekommen. Es muss sich noch zeigen, ob es auch "Rendergerecht" wird. Doch da es von Electronic Arts kommt, mache ich mir da keine Sorgen. *duck-und-weg* :P
  • Vorallem fehlt mir die Legitimation des ganzen. Im Online Review find ich nichts was über das erträgliche Maß an Kritik herausgeht. Sicher zeigt er deutlich seine Abneigung gegen das Spiel,die aber in einem relativ sachlichen Rahmen. Nichts was eine Entlassung rechtfertigen sollte. So bleibt mir  [...] Vorallem fehlt mir die Legitimation des ganzen. Im Online Review find ich nichts was über das erträgliche Maß an Kritik herausgeht. Sicher zeigt er deutlich seine Abneigung gegen das Spiel,die aber in einem relativ sachlichen Rahmen. Nichts was eine Entlassung rechtfertigen sollte. So bleibt mir nur zu vermuten,dass die Entlassung wirklich auf Publisher Druck zustande gekommen ist. An DEM Revie kanns jedenfalls net gelegen haben.
  • Mal ne andere Frage, weil ich mir da nicht sicher bin. Ist es nicht so das der Chefredakteur die Artikel vorher absegnen muss bevor sie online gehen oder gedruckt werden? Hätte dann nicht jemand weiter oben in der Hierachie zum Abschuss freigegeben müssen? Grüße