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Gerstmann: Gamespot äußert sich

Die Entlassung Jeff Gerstmanns hatte in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt, schienen doch mehrere Quellen nahezulegen, dass ein nicht unbedingt positives Review des Eidos-Titels Kane & Lynch die Ursache oder zumindest der Anlass für den Abgang des langjährigen Redakteurs gewesen sein könnte. Der Publisher hatte angeblich mit dem Entzug von Werbegeldern gedroht.

Gerstmann selbst meldete sich in der Zwischenzeit zu Wort und ließ verlauten, dass er hinter seiner Arbeit stehe. Auch widersprach er Gerüchten, dass er den Titel angeblich kaum gespielt hatte. Zu den eigentlichen Gründen der Entlassung konnte und wollte sich Gerstmann allerdings nicht äußern. Reichlich Berichterstattung bei der Konkurrenz, eine Flut an Posts in den Foren sowie Boykottaufrufe von Nutzern - bei Gamespot dürfte man kaum mit soviel Wirbel gerechnet haben. Nun rang sich das Magazin selbst zu einer Stellungnahme durch. Diese fiel erwartungsgemäß aus.

Man bedankt sich für seine Arbeit in den vergangenen elf Jahren und wünscht Gerstmann alles Gute für die Zukunft. Es sei bei CNET nicht üblich und rechtlich auch nicht möglich, auf die genauen Ursachen der Entlassung einzugehen. Es sei allerdings nicht auf Drängen eines Werbekunden geschehen.

Noch nie habe man Werbung Einfluss auf redaktionelle Inhalte nehmen lassen. Die Anschuldigungen in den Medien seien unbegründet und unwahr. Gerstmann hätte aus internen Gründen gehen müssen. Es sei weiterhin Gamespots Mission, die besten News, Videoinhalte und Previews sowie unvoreingenommene und unabhängige Reviews im Bereich des Spielejournalismus abzuliefern.

Eidos ist in der Zwischenzeit aufgrund anderer Umstände in die Kritik geraten: So warb man auf der offiziellen Webseite von Kane & Lynch mit Wertungen, die es so nicht gegeben hatte. Den Angaben der Webseite zufolge hatten Gamespy und Game Informer dem Spiel fünf von fünf Sternen bzw. eine maximale Wertung gegeben. 

Bei Gamespy hatte das Spiel allerdings drei von fünf Sternen erhalten, Game Informer hingegen arbeitet nicht mit einem Fünfer-System und hatte das Spiel auch nur mit 70 von 100 Punkten bewertet. Das auf der Webseite verwendete Gamespy-Zitat war zudem nicht dem Test, sondern einem Preview entnommen worden. Auch das Zitat aus der GI lässt sich im dortigen Review nicht finden. Auf der deutschen Fassung der Webseite wird derzeit außerdem noch auf ein Review von Kotaku verwiesen, wo es ebenfalls angeblich fünf von fünf Sternen gab. Auch hier gilt: Sowohl die Wertung als auch das genannte Zitat entstammen nicht dem eigentlichen Test.

Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • wenn der gerstmann kein kommentar abgibt, dann wird klar, dass er auch dieses Gefühl hat und lieber im Hintergrund weitere Informationen preisgibt. @Textchef: Ja die Unabhängigkeit merkt man, hatte bisher nur selten das Gefühl, dass bestimmte Infos blind von den PR Fuzzis weitergetippt worden  [...] wenn der gerstmann kein kommentar abgibt, dann wird klar, dass er auch dieses Gefühl hat und lieber im Hintergrund weitere Informationen preisgibt. @Textchef: Ja die Unabhängigkeit merkt man, hatte bisher nur selten das Gefühl, dass bestimmte Infos blind von den PR Fuzzis weitergetippt worden sind.
  • Warum sollte die Videospielbranche moralisch besser sein als der Rest der Gesellschaft(en)? Es ist nun mal so, dass, sobald eine große Menge Geld im Umlauf ist, Einzelschicksale keine Rolle spielen. Im Endeffekt funktioniert das auch, da jeder Normalo zu sehr mit seinen eigenen Schwierigkeiten  [...] Warum sollte die Videospielbranche moralisch besser sein als der Rest der Gesellschaft(en)? Es ist nun mal so, dass, sobald eine große Menge Geld im Umlauf ist, Einzelschicksale keine Rolle spielen. Im Endeffekt funktioniert das auch, da jeder Normalo zu sehr mit seinen eigenen Schwierigkeiten und Problemen beschäftigt ist. Dagegen würde nur helfen, geschlossen auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Man möge nur mal schauen, wie sich die Preise bei Strom, Gas, Öl, einigen Lebensmitteln etc. entwickelt haben. Da interessieren auch keine Einzelschicksale, sondern der Profit. "Richtig interessant" wird's aber erst dann, wenn wir uns wegen wirklicher Ressourcenknappheit bzw. regionaler Exklusivverfügbarkeit derer endlich wieder die Köppe einschlagen. Zuvor werden wir dieses Szenario aber bestimmt noch x-mal in einem Videospiel bewundern dürfen.
  • Ich kann Eidos einfach nicht verstehen. Wie können sie sich wegen so etwas das komplette Image ruinieren? Das wird ihnen doch jetzt für Jahre angehängt. Einfach unverständlich!