Dave Perry über Digitaldistribution
GameStop-Boss Don DeMatteo hatte kürzlich über digitale Vertriebswege geplaudert und seine Sicht der Dinge dargelegt: Frühestens 2020 werde Onlinedistribution den Stellenwert des traditionellen Handels erreicht haben. Außerdem sei es ein Irrtum zu glauben, die Hersteller könnten auf diesem Wege mehr verdienen.
David Perry mochte jener Argumentation nicht ganz folgen und meldete sich daraufhin per E-Mail zu Wort. Der Spielemacher, der mit seiner Meinung bekanntermaßen eher selten hinter dem Berg hält, findet die Äußerungen gar unverantwortlich.
"Der Gedanke behagt mir überhaupt nicht, dass irgendjemand, der so mächtig ist, diesen Unsinn in einem Interview verbreiten und somit professionelle Investoren verwirren kann, die vielleicht an einer derartigen Zukunft in der Spielebranche interessiert waren. Irgendein Entwickler (oder Publisher), der derzeit versucht, eine auf digitale Distribution setzende Strategie an den Mann zu bringen, könnte heute von Mr. DeMatteo vor den Bus gestoßen worden sein."
Natürlich sei es DeMatteos Job, so zu tun, als ob Onlinedistribution nicht relevant sei, aber Firmen wie Apple hätten bereits das Gegenteil bewiesen. So konnte der vor Kurzen eröffnete Application-Store innerhalb der ersten 60 Tage über 100.000.000 Downloads verzeichnen, außerdem sei iTunes mittlerweile der größte Musikdienst weltweit. Auch gebe es bereits zig Spiele, die man online beziehen könne. Die Behauptung, dass sich so etwas erst in zwölf bis 17 Jahren durchsetzen würde, sei demnach etwas merkwürdig. Firmen wie Amazon und Netflix hätten sich dies auch bereits zu Nutze gemacht.
Perry unkt auch, dass die Preise für die Endkunden bei digital vertriebener Software mittelfristig sinken dürften, da Kosten für die Auslieferung, Packung, Anleitungen und Versicherung wegfallen würden.
DeMatteo hatte auch auf die Größe heutiger und kommender Spiele verwiesen und angemerkt, dass der Download eines 30 GB großen Titels selbst mit einer guten Anbindung ans Internet ca. 72 Stunden dauern dürften. Auch das kann Perry nicht ganz nachvollziehen:
"Denkt er wirklich, dass wir den Nutzer dazu zwingen werden, 30 GB herunterzuladen, bevor sie überhaupt loslegen können? Es ist doch recht offensichtlich, dass die Daten gestreamt werden, wenn sie benötigt werden - so funktioniert das nun mal in der digitalen Welt. Wie kann es denn sein, dass man bei Apple einen HD-Film bereits nach ein paar Sekunden abspielen kann?"
Auch würden die meisten Spiele ohnehin nicht 30 GB groß sein, zudem gebe es noch die Möglichkeit der Datenkompression.
Falls man bei GameStop nicht auf den Kopf gefallen sei, täte man besser daran, sehr viel Geld in den Onlinevertrieb zu investieren. Falls sie in zwölf bis 17 Jahren noch existieren wollen, sollten sie einen vorhandenen Dienst wie Steam aufkaufen, sagt Perry abschließend.
David Perry mochte jener Argumentation nicht ganz folgen und meldete sich daraufhin per E-Mail zu Wort. Der Spielemacher, der mit seiner Meinung bekanntermaßen eher selten hinter dem Berg hält, findet die Äußerungen gar unverantwortlich.
"Der Gedanke behagt mir überhaupt nicht, dass irgendjemand, der so mächtig ist, diesen Unsinn in einem Interview verbreiten und somit professionelle Investoren verwirren kann, die vielleicht an einer derartigen Zukunft in der Spielebranche interessiert waren. Irgendein Entwickler (oder Publisher), der derzeit versucht, eine auf digitale Distribution setzende Strategie an den Mann zu bringen, könnte heute von Mr. DeMatteo vor den Bus gestoßen worden sein."
Natürlich sei es DeMatteos Job, so zu tun, als ob Onlinedistribution nicht relevant sei, aber Firmen wie Apple hätten bereits das Gegenteil bewiesen. So konnte der vor Kurzen eröffnete Application-Store innerhalb der ersten 60 Tage über 100.000.000 Downloads verzeichnen, außerdem sei iTunes mittlerweile der größte Musikdienst weltweit. Auch gebe es bereits zig Spiele, die man online beziehen könne. Die Behauptung, dass sich so etwas erst in zwölf bis 17 Jahren durchsetzen würde, sei demnach etwas merkwürdig. Firmen wie Amazon und Netflix hätten sich dies auch bereits zu Nutze gemacht.
Perry unkt auch, dass die Preise für die Endkunden bei digital vertriebener Software mittelfristig sinken dürften, da Kosten für die Auslieferung, Packung, Anleitungen und Versicherung wegfallen würden.
DeMatteo hatte auch auf die Größe heutiger und kommender Spiele verwiesen und angemerkt, dass der Download eines 30 GB großen Titels selbst mit einer guten Anbindung ans Internet ca. 72 Stunden dauern dürften. Auch das kann Perry nicht ganz nachvollziehen:
"Denkt er wirklich, dass wir den Nutzer dazu zwingen werden, 30 GB herunterzuladen, bevor sie überhaupt loslegen können? Es ist doch recht offensichtlich, dass die Daten gestreamt werden, wenn sie benötigt werden - so funktioniert das nun mal in der digitalen Welt. Wie kann es denn sein, dass man bei Apple einen HD-Film bereits nach ein paar Sekunden abspielen kann?"
Auch würden die meisten Spiele ohnehin nicht 30 GB groß sein, zudem gebe es noch die Möglichkeit der Datenkompression.
Falls man bei GameStop nicht auf den Kopf gefallen sei, täte man besser daran, sehr viel Geld in den Onlinevertrieb zu investieren. Falls sie in zwölf bis 17 Jahren noch existieren wollen, sollten sie einen vorhandenen Dienst wie Steam aufkaufen, sagt Perry abschließend.