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Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

GamesIndustry hat sich während der E3 mit Warren Spector unterhalten, dem Erdenker von Thief, Deus Ex sowie aktuell Micky Epic. Dabei spricht er unter anderem über die Zukunft der Spielewelt und zeigt sich begeistert darüber, dass in der heutigen Zeit Projekte wie Minecraft, Braid oder SpyParty machbar seien. Er beschreibt außerdem, wie schwierig es sei, Figuren eines Videospiels zu entwerfen: Während selbst aufwändige Filme wie Der Herr der Ringe eine Figur stets so vor der Kamera postieren können, dass sie den Ansprüchen der Szene genüge, müsse ein interaktiver Charakter deutlich detaillierter sein, um in jeder erdenklichen Situation gut auszusehen.

Spector spricht außerdem über Micky Epic 2 und die Herausforderungen der Entwicklung - interessant ist aber vor allem seine Kritik an dem hohen Grad der Gewalt vieler moderner Spiele: "Wir sind zu weit gegangen. Blutspritzer in Zeitlupe, das Erstechen durch tödliche Attentäter, all die Messer, Schultern, Ellbögen an der Gurgel." Er ist Gewalt nicht aus Prinzip abgeneit, verurteilt aber das sinnlose Übermaß. Immerhin habe es auch in Deus Ex brutale Momente gegeben, "aber sie waren so eingearbeitet - und ich weiß nicht, ob es funktioniert hat oder nicht - aber sie waren dazu gedacht, dass man diese Situationen als unbequem empfand. Und ich sehe nicht, dass das heute so gemacht wird."

"Die extreme Gewalt muss aufhören. Wir müssen aufhören, das zu mögen. [...] Ich glaube, wir haben einen Fetisch für Gewalt entwickelt und manchmal kommt noch eine unreife Sicht auf Sexualität hinzu. Für mich zeugt das von schlechtem Geschmack." An anderer Stelle fügt er hinzu: "In meinen Augen befriedigen wir einfach pubertäre Bedürfnisse und nennen das 'erwachsen'. Es wird Zeit, dass das aufhört."

Autor: Benjamin Schmädig
Quelle: GamesIndustry

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  • Spätestens wenn die Kinder in eine öffentliche Schule kommen, hat sowieso irgendjemand ein Handy mit "bösen" Inhalten dabei. Ein Verbot ist gar nicht durchsetzbar. Das Verbotene macht für die Kinder doch überhaupt erst den Reiz aus. Und wir sind damals auch mit 8 Jahren an Mortal Kombat  [...] Spätestens wenn die Kinder in eine öffentliche Schule kommen, hat sowieso irgendjemand ein Handy mit "bösen" Inhalten dabei. Ein Verbot ist gar nicht durchsetzbar. Das Verbotene macht für die Kinder doch überhaupt erst den Reiz aus. Und wir sind damals auch mit 8 Jahren an Mortal Kombat rangekommen. Das war Gameplay-technisch Müll, aber es war cool, weil es blutig war. Daran wird sich nichts ändern, egal wie viele Gesetze man beschließt. Mit dem Internet ist es heute noch viel einfacher. Und Kinder sind nicht dumm, die hebeln früher oder später jeden Jugendfilter aus. Und wie bereits erwähnt ist es die richtige Methode, den Kleinen beizubringen, dass all das nicht echt ist, statt sie für den Konsum solcher Dinge zu bestrafen oder sich der hoffnungslosen Illusion hinzugeben, man könnte ihnen solche Inhalte für alle Zeiten vorenthalten. Stellt euch nur mal einen 16-jährigen vor, der in seinem Leben noch nie etwas von Mord und Totschlag gesehen hat. Wenn der dann erst damit konfrontiert wird, bricht doch sein gesamtes Weltbild zusammen. Klingt für mich nur wenig erstrebenswert. Könnte mir vorstellen, dass so jemand dann erst recht am Rad dreht.
  • Ich denke ein unterschwelliger Grundgedanke der "Heile Welt" Erziehung ist es, Kindern ein positives Ideal zu verdeutlichen, welches die Realität so nicht vermitteln kann. Durch den Kontrast den die wirkliche Welt dem Heranwachsenden dann ganz automatisch vermittelt, soll dann das Gefühl  [...] Ich denke ein unterschwelliger Grundgedanke der "Heile Welt" Erziehung ist es, Kindern ein positives Ideal zu verdeutlichen, welches die Realität so nicht vermitteln kann. Durch den Kontrast den die wirkliche Welt dem Heranwachsenden dann ganz automatisch vermittelt, soll dann das Gefühl für die sozialen Missstände geweckt werden. Das "unangenehme Erwachen" bewirkt dann, dass man unterschwellig im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten so gut wie möglich versucht den alten Zustand wieder herzustellen. Es handelt sich um eine moralische Erstprägung, derer sich die Eltern vermutlich nichtmal bewusst sind. Jemand der in Verhältnissen aufwächst wo Raub, Mord und Vergewaltigung den normalen Alltag prägen, ist oftmals nicht in der Lage diese Sachverhalte als "schlecht" wahrzunehmen, da sie eine Selbstverständlichkeit darstellen. Wer in einer Höhle aufwächst und nur diese kennt, kann den Himmel nicht vermissen. Ich persönlich sehe nix Falsches daran einem Kind zuerst Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Ehrlichkeit nahezubringen, bevor man es über Hass, Intrigen und Arglist aufklärt. Jede Art von Jugendschutz fußt auf der selben Einstellung. Wann der Jungspund dann jeweils charakterlich und moralisch gefestigt genug ist um womit konfrontiert zu werden, ist natürlich eine Streitfrage und deren Beantwortung von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden.
  • Arteas schrieb:
    Achso...so a la "Junior, heut nacht schlaefst du bei uns, wir wollen dir zeigen, wie Kinder gemacht werden..." ? So hoert / liest sich das naemlich
    Das hört sich so an, weil Du nicht verstanden hast, dass es wichtiger ist Kinder beim  [...]
    Arteas schrieb:
    Achso...so a la "Junior, heut nacht schlaefst du bei uns, wir wollen dir zeigen, wie Kinder gemacht werden..." ? So hoert / liest sich das naemlich
    Das hört sich so an, weil Du nicht verstanden hast, dass es wichtiger ist Kinder beim Aufwachsen nicht alleine zu lassen, anstatt zu versuchen sie in künstliche Glücksbärchiblasen zu hüllen. Nein, ich packe nicht meinen Fünfjährigen und zwinge ihm etwas auf, von dem ich glaube, dass er es jetzt erfahren muss. Aber ich bin für ihn da, wenn er etwas erlebt, was für ihn unverständlich ist, um ihm dabei zu helfen zu verstehen, was er da erlebt und gesehen hat. Ich habe als kleines Kind Filme im TV gesehen, die auf den ersten Blick wahrlich nicht für mein Alter waren. Ich habe sie aber nie alleine gesehen, denn ich habe sie immer mit meinem Vater zusammengesehen. Ich war nicht alleine. Als ich jedoch einmal alleine "Der grüne Bogenschütze", eine dieser eigentlich harmlosen Edgar Wallace-Verfilmungen aus den 50er gesehen habe ... Alpträume! Von daher: Jugendschutz ist die faule Ausrede von Erwachsenen, die entweder a) keine Zeit oder keine Lust haben sich um ihre Kinder zu kümmern oder b) eine Ausrede brauchen, um anderen Menschen vorschreiben zu können, wie diese zu leben haben. Beides ist ein Armutszeugnis für das Selbstverständnis unserer Gesellschaft.