Beim Rumdoktorn erwischt?
Mit der syntaktischen Fusion von "Screenshot" und "Bullshit", Bullshot, bezeichnet man für gewöhnlich Bilder aus Spielen, die nachträglich mit Grafikprogrammen aufgehübscht wurden. Dies ist eine in der Industrie nicht unübliche Praxis, z.B. bei sehr frühen Screenshots, da die im Spiel verwendete Technologie zu dem Zeitpunkt oft bestimmte Effekte noch nicht unterstützt oder Modelle und Texturen noch nicht dem (anvisierten oder angeblichen) Qualitätsanspruch der finalen Fassung genügen.
Ein vermutlicher, recht drolliger Vertreter jener Bullshots ist den Kollegen von Joystiq aufgefallen - so glänzt ein neues Bild aus NBA Live 08
mit einen halben Spieler. Der wohl Opfer des Kopierstempels eines Grafikprogramms geworden ist. Auch wenn sich letztendlich nicht genau sagen lässt, was im Bild eigentlich modifiziert worden ist, so deutet jenes Phänomen darauf hin, dass retuschiert wurde.
Shacknews hingegen sind bestimmte Modifikationen des Wikipedia-Artikels von Electronic Arts aufgefallen (Beispiel), die im vergangen Jahr vorgenommen wurden. So scheint ein Nutzer versucht zu haben, Trip Hawkins aus der Firmengeschichte des Publishers zu entfernen. Beispielsweise wurde die Bemerkung gelöscht, dass dieser EA gegründet hatte. (Hawkins hatte das Unternehmen Anfang der 90er verlassen, 3DO gegründet und versucht, ein gleichnamiges Konsolensystem am Markt zu etablieren. Derzeit ist er im Bereich der Spiele für portable Plattformen, insbesondere Mobiltelefone, umtriebig.) Gleichzeitig wurden die Errungenschaften von Larry Probst - 2006 noch Geschäftsführer von EA - hervorgehoben.
Ebenfalls getilgt wurden seinerzeit Hinweise auf die EA-Spouse-Geschichte. Dabei ging es um eine Frau eines EA-Mitarbeiters, die sich in einem viel beachteten Blogeintrag über die schlechten Arbeitsbedingungen im Unternehmen beklagt hatte und die durch unbezahlte Überstunden geprägten Arbeitsbedingungen benannte. Jene Passage im Wikipedia-Artikel verschwand, stattdessen hieß es nur noch, dass EA "eine führende Rolle bei der Reformierung der Arbeitsbedingungen in der von Problemen bei der Balance zwischen Arbeit und allgemeinem Leben geplagten Softwareindustrie" innegehabt habe.
Auffällig ist: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der mittlerweile von der Community wieder korrigierten Änderungen wurden von einem Nutzer vorgenommen, dessen IP zum IP-Bereich von EAs Firmenzentrale in Redwood City, Kalifornien gehört. Ob es sich dabei um einen übereifrigen Mitarbeiter mit Eigeninitiative oder das gezielte Schönen handelt, um die Außendarstellung zu verbessern, wird sich wohl nicht klären lassen. Der Publisher selbst schweigt bis dato zu dem Thema.