Umsatzplus & dickes Minus
Am 31. März endet für viele Spielehersteller das Geschäftsjahr, dementsprechend zahlenlastig fallen dann die Monate April und Mai aus - dann geben die Unternehmen nämlich bekannt, wie man in den vergangenen 12 Monaten abgeschnitten hat. So auch beim Marktführer Electronic Arts, der nun Einblick in das Geschäftsjahr 07/08 gewährte.
Auf der Haben-Seite verbuchten Riccitiello & Co. ein deutliches Umsatzplus: Im Jahr zuvor hatte der Publisher etwa 3,1 Mrd. Dollar eingenommen, diesmal waren es gar 3,67 Mrd. Anders sieht es allerdings beim Gewinn aus - im vorherigen Geschäftsjahr konnte man immerhin noch ein Plus (76 Mio. Dollar) verzeichnen, 2007/08 musste EA einen Verlust von satten 454 Mio. Dollar hinnehmen. Zum Vergleich: Activision, EAs ärgster Konkurrent, konnte mit einem Gewinn von 345 Mio. Dollar aufwarten und konnte den eigenen Umsatz nahezu verdoppeln - mit 2,9 Mrd. Dollar ist EA damit schon vor der Fusion mit Vivendi Games in Sichtweite.
Ein Grund für das Minus in der Bilanz EAs ist natürlich der Einkaufszettel des Konzerns, auf dem 2007/08 BioWare und Pandemic standen. Der Kauf der beiden Studios dürfte EA insgesamt über 800 Mio. Dollar kosten. Auch schrieb das Unternehmen Umstrukturierungskosten in Höhe von 103 Mio. Dollar ab (2006/07: 15 Mio. Dollar) und gab 104 Mio. Dollar mehr im Bereich der Entwicklung (R&D) aus. Sollte der Marktführer Take-Two schlucken, so dürften die dadurch anfallenden Kosten das laufende Geschäftsjahr ebenfalls spürbar belasten.
In den vergangenen 12 Monaten konnten sich 15 Spiele des Herstellers jeweils mehr als zwei Mio. Mal verkaufen - 2006/07 waren es noch zehn gewesen. Mit Skate
, Army of Two
, MySims
, Boogie
, EA Playground
und Smarty Pants
habe man zudem sechs neue Marken an den Markt gebracht.
In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Umsatz 1,13 Mrd. Dollar - eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (613 Mio. Dollar), was man vor allem Army of Two
und Rock Band
zu verdanken hat. Damit konnten die ursprünglichen Prognosen klar übertroffen werden, allerdings stand auch am Ende des letzten Quartals des Geschäftsjahres ein Minus: 94 Mio. Dollar.
John Riccitiello kommentiert die Resultate erwartungsgemäß: Man sei sehr glücklich über die Umsatzsteigerung, ist aber keineswegs zufrieden mit den aktuellen Gewinnmargen. Vor einem Jahr habe man eine aggressive Umstrukturierung des Unternehmens versprochen, diese sei auch umgesetzt worden.
Der Publisher hegt weiter ambitionierte Wachstumspläne: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatz zwischen 4,9 und 5,15 Mrd. Dollar.