Spielkultur: Schell über Spiele: "Utopie statt Ketten" - 4Players.de

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Schell über Spiele: "Utopie statt Ketten"

Spielkultur (Sonstiges) von 4Players
Spielkultur (Sonstiges) von 4Players - Bildquelle: 4Players
Jesse Schell hatte zu jenen Leuten gehört, die den Begriff Gamification geprägt haben und darüber plauderten, wie Alltagstätigkeiten mit spielerischen Elementen versehen werden können. So könnte man vielleicht Leute dazu animieren, Benzin zu sparen oder sich die Zähne öfter zu putzen, orakelte er z.B. vor drei Jahren. 

Auf dem diesjährigen DICE Summit kam der Mann, der Professor an der renommierten Carnegie Mellon University ist, wieder auf jenes Thema zu sprechen und schilderte, wie er auf Leute reagiert, die inspiriert von seinen damaligen Ausführungen Firmen gegründet haben und ihn kontaktieren: "Macht mich für diesen Scheiß nicht verantwortlich, ich will damit nichts zu tun haben!"

Gamification sei wie "Chocofication": Schokolade sei großartig, aber Hüttenkäse werde nicht besserer Hüttenkäse, wenn man Schokolade hinzufügt. Zähneputzen werde nicht automatisch besser, wenn man einen Spielaspekt integriert. Spiele müssten mit Bedacht angewendet werden.

Schell unterschied auch zwischen "Software" und "Spielen" - bei ersterem gehe es um das "Müssen", bei letzteren um das "Wollen". Mit Software wolle man negative Konsequenzen vermeiden, bei Spielen wolle man positive Folgen verspüren. Man wolle mit Spielen "Utopia" erreichen, nicht seine Steuern erledigen.

Spiele und Spieleentwickler hätten das Potenzial dafür, würden es aber oft nicht machen, merkte Schell mit Verweis auf bestimmte Titel wie Farmville an: "Diese Spiele versprechen dir Utopie, legen dich aber letztendlich in Ketten."

Während andere Entwickler darüber sinnieren, dass sich Skyrim bestens für ein Free-to-play-Modell eignet, hält Schell das häppchenweise Freischalten von Inhalten für eine eher schlechte Idee: Die Leute seien bereit, ein Opfer zu bringen und für einen Trip nach Utopia eine Vorauszahlung zu leisten. So beklagt er auch das Auktionshaus in Diablo 3: Sich ein Schwert für 1,15 Dollar zu kaufen, vermittle nun wirklich kein Gefühl der Heldenhaftigkeit.

"Magische Nutzerschnittstellen" seien einer der Schlüssel zu Utopia, so Schell mit Verweis auf die Möglichkeiten von iPad & Co. Auch sei eine faire Bezahlung wichtig, gehe es in Utopia doch nicht darum, den Nutzer den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Hinsichtlich der KI fordert Schell "mehr Intelligenz, weniger Künstlichkeit". Auch sei Utopia ein Ort, wo man mit Leuten abhängt, die man mag. Die Utopie habe zudem einen gewissen Transformationseffekt: Wenn man das Spiel 'am anderen Ende' verlasse, habe man mehr von der Person, die man gerne sein möchte.

Man sei auf dem Weg zu einer genuss-basierten Wirtschaft - und niemand beherrsche Genuss und Unterhaltung besser als Spieleentwickler. "Marketing-Bullshit", aber auch ein gutes Spiel würden irgendwann nicht mehr ausreichen, um erfolgreich zu sein. Den Entwicklern, die die Kunden davon überzeugen können, dass sie den Weg nach Utopia nicht vergessen haben, würden diese aber überall hin folgen.

Kommentare

Nanimonai schrieb am
Sich ein Schwert für 1,15 Dollar zu kaufen, vermittle nun wirklich kein Gefühl der Heldenhaftigkeit.
Großartiger Satz!
NoCrySoN schrieb am
Dann hat sich "lol" wohl als erstes richtig eingebürgert...
Frost89 schrieb am
Ich habe erst letztens nach intensivem XCOM spielen Objekte als leichte und schwere Deckung eingestuft. Ich fands lustig, als es mir auffiel :)
Kajetan schrieb am
Randall Flagg hat geschrieben:Nach Devil May Cry habe ich auch erstmal ne Zeitlang blöde, überhebliche Sprüche von mir gegeben. Fand das recht lustig.
Als Doom rauskam und ich nach einer Woche intensiven Zockens festgestellt habe, dass ich in einer Fußgängerunterführung plötzlich anfange instinktiv zu strafen aka seitwärts zu gehen, um an der nächsten Biegung ein besseres Schußfeld zu haben ... fand das NICHT lustig!
Randall Flagg schrieb am
Kajetan hat geschrieben:
8BitLegend hat geschrieben:Aber hey ... der Mann hat recht, wenn man erst mal herausgefunden hat, was er eigentlich meint.
Stell Dir vor, Du tauchst ein ganzes Wochenende in einer Spielewelt ab und wenn Du irgendwann am Montag nachmittag bemerkst, dass Dich die Leute auf der Arbeit ganz komisch anschauen, dann fällt Dir vielleicht auf, dass Du immer noch die Gewandung vom Live-Rollenspiel vom Wochenende trägst und die Leute mit geschraubten Redewendungen ansprichst.
Nach Devil May Cry habe ich auch erstmal ne Zeitlang blöde, überhebliche Sprüche von mir gegeben. Fand das recht lustig.
schrieb am

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