Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware: Zehn Forderungen der deutschen Games-Branche an die Politik zur Bundestagswahl 2017 - 4Players.de

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BIU: Zehn Forderungen der deutschen Games-Branche an die Politik zur Bundestagswahl 2017

Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (Unternehmen) von Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware
Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (Unternehmen) von Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware - Bildquelle: Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware
Der BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware hat einen Forderungskatalog mit zehn Maßnahmen zur Förderung der deutschen Games-Branche an die Politik zur Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Vor dem Hintergrund eines "zunehmenden Bedeutungsverlustes Deutschlands" als Entwicklungsstandort für Games zielen die Forderungen auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie auf die Stärkung Deutschlands als international relevanten Entwicklungsstandort für Computer- und Videospiele ab.

"Die Forderungen nehmen damit Bezug auf aktuelle Entwicklungen wie etwa den Stellenabbau einiger deutscher Entwicklerstudios oder das Sinken des Umsatz-Anteils von in Deutschland entwickelten Computer- und Videospielen auf dem heimischen Markt. Dieser lag zuletzt bei nur noch 6,5 Prozent – trotz vieler international wettbewerbsfähiger deutscher Leuchtturmunternehmen. Der BIU sieht als maßgebliche Ursache für diese negative Entwicklung die unzureichenden politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Branche hierzulande, die er nun mit den 10 Forderungen aufgegriffen und mit konkreten Verbesserungsvorschlägen veröffentlicht hat. Der Forderungskatalog ging an zahlreiche Bundestagsabgeordnete sowie Parteistrategen und soll als Grundlage für die zahlreichen Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, Parteistrategen, ihren Mitarbeitern und Ministerialbeamten im Jahr bis zur Bundestagswahl 2017 dienen."

"Sowohl als Wirtschaftsstandort als auch als Kulturnation kann es sich Deutschland nicht erlauben, nur eine international untergeordnete Rolle als Entwicklungsstandort beim Zukunftsmedium Games zu spielen. Bereits in den vergangenen Jahren sind andere Länder wie Großbritannien oder Frankreich Deutschland durch eine strategische und konsequente Unterstützung der Games-Branche immer weiter davongezogen. Die Rahmenbedingungen für den Games-Standort Deutschland müssen schnellstmöglich verbessert werden. Die Games-Branche hat keine Zeit, eine weitere Legislaturperiode ungenutzt verstreichen zu lassen", sagt Dr. Maximilian Schenk.

Die zehn Forderungen in der Zusammenfassung (Details):
  1. "Einführung einer systematischen Games-Förderung durch den Bund
    Um das Kulturgut Games systematisch zu fördern und um den voranschreitenden Bedeutungsverlust des Games-Entwicklungsstandorts Deutschland zu stoppen, muss der Bund seiner Rolle gerecht werden und den Einstieg in eine relevante Games-Förderung vollziehen. Der BIU hat hierfür ein modernes Modell einer steuerlichen Games-Förderung vorgelegt.
  2. Ganzheitliche Reform des Jugendmedienschutzes endlich umsetzen
    Der gesetzliche Rahmen für den Jugendschutz in Deutschland ist nicht mehr zeitgemäß und entspricht nicht dem heutigen Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen. Das Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutzstaatsvertrag müssen modernisiert, besser miteinander verzahnt und international anschlussfähig werden.
  3. Mittel für Deutschen Computerspielpreis aufstocken
    Der Deutsche Computerspielpreis ist der wichtigste Förderpreis für digitale Spiele aus Deutschland. Die Preisgelder für den Deutschen Computerspielpreis müssen aufgestockt werden. Dabei können die Unternehmen in Deutschland nicht über ihre Möglichkeiten hinaus finanziell belastet werden.
  4. Entwicklungsmöglichkeiten für digitale Wirtschaft erhalten
    Neue digitale Geschäftsmodelle brauchen Freiräume, deshalb muss auch in der digitalen Welt ein fairer Interessenausgleich zwischen Verbraucherrechten und unternehmerischer Freiheit gefunden werden. Die Stärkung des mündigen Verbrauchers muss Vorrang haben vor neuer Regulierung.
  5. Anerkennung eSports als Sport
    eSports ist zum Massenphänomen geworden, das sich sowohl im Profibereich als auch als Breitensportart rasant wachsender Beliebtheit erfreut. Damit sich der eSports in Deutschland optimal entwickeln kann, ist unter anderem eine offizielle Anerkennung als Sportart geboten.
  6. Flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet schneller vorantreiben
    Die flächendeckende Verbreitung schnellen Internets bestimmt maßgeblich den zukünftigen Wohlstand Deutschlands und somit auch die Zukunft des Games-Entwicklungsstandortes Deutschland. Bis zum Jahr 2020 sollten latenzarme Gigabit-Netze flächendeckend verfügbar sein.
  7. Digitale Bildung stärken
    Unser Bildungssystem muss besser als bisher digitale Fertigkeiten vermitteln. Hierzu können neben Medienkompetenz auch Serious Games einen wesentlichen Beitrag leisten. Ihr Einsatz in der Lehre muss gestärkt werden.
  8. Fachkräftebedarf nachhaltig sicherstellen
    Der deutschen Games-Branche fehlen hoch spezialisierte, erfahrene Fachkräfte. Da diese Fachkräfte in Deutschland nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, müssen die Ausbildungssituation und der Zuzug dieser Fachkräfte aus dem Ausland erleichtert werden.
  9. Klarstellungen zur Vermeidung der doppelten Umsatzbesteuerung bei digitalen Inhalten
    Seit dem 1. Januar 2015 gilt innerhalb der Europäischen Union ein neues einheitliches Umsatzsteuerrecht für digitale Güter und elektronische Dienstleistungen. Damit einhergehende, zahlreiche offene Fragen hat das Bundesfinanzministerium bisher unbeantwortet gelassen, zum Nachteil der Games-Unternehmen in Deutschland. Hier bedarf es dringender Klarstellungen.
  10. Internationale Vernetzung stärken, deutsche Messeauftritte modernisieren
    Deutsche Förderprogramme zur Erschließung ausländischer Märkte müssen besser auf die Besonderheiten der Kultur- und Kreativbranche abgestimmt werden. Die Messeprogramme müssen modernisiert und unter eine einheitliche ansprechende Dachmarkenkommunikation gestellt werden."

Quelle: BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware

Kommentare

Kajetan schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben: Ich müsste nicht jedes Mal schmerzlich mit den Augen rollen, wenn mal wieder deutsche Spielepreise verliehen werden und / oder sich Politiker / Vereine gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie toll (sprich: nichtig) der deutsche Spielemarkt sei.
Ach, das ... kann man lernen zu ignorieren :)
Andere Leute sitzen stattdessen halt vor dem Fernseher und feuern Millionäre an, die einen Ball umherkicken. Ist so ähnlich ;)
Neinnein, Fußball gucken ist was gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz anneres!!!
:D
Todesglubsch schrieb am
Kajetan hat geschrieben:
Todesglubsch hat geschrieben: Es würde mir persönlich ja reichen, wenn man wenigstens ein aktuelles Produkt hätte, das international gefeiert wird.
Und was hast Du persönlich davon?
Ich müsste nicht jedes Mal schmerzlich mit den Augen rollen, wenn mal wieder deutsche Spielepreise verliehen werden und / oder sich Politiker / Vereine gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie toll (sprich: nichtig) der deutsche Spielemarkt sei.
Andere Leute sitzen stattdessen halt vor dem Fernseher und feuern Millionäre an, die einen Ball umherkicken. Ist so ähnlich ;)
Kajetan schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben: Es würde mir persönlich ja reichen, wenn man wenigstens ein aktuelles Produkt hätte, das international gefeiert wird.
Und was hast Du persönlich davon?
Todesglubsch schrieb am
Wie meinen? Der komplette BIU-Vorstand hockt doch bei den Publishern. Denen geht's allen nur darum mehr Geld in die Tasche zu kommen - moralisch vertretbar durch die Stärkung der Branche. Dass jemand vor seinem Weggang die Weichen in einen positiveren Weg stellt, ist doch nicht verwerflich?
Und das ist schlimm, weil? Ist es der tyische Anspruch deutscher Mentalität, überall wo man mitmischt, der Erste, Größte, Beste zu sein?
Es würde mir persönlich ja reichen, wenn man wenigstens ein aktuelles Produkt hätte, das international gefeiert wird.
PBSDrakon schrieb am
Vor allem weil Dr. Maximilian Schenk, den BIU laut anderer News zu Ende Feb. 2017 verlässt und in den Branche wechselt. Für mich sind solche Typen wie die ganze Branche korrumpiert. Und versucht jetzt schon einen Vorteil aus seinen Ausstieg zu ziehen. Die Beweise liegen im Handeln und den Aussagen solcher Spinner z.b. den Gewinner des Awards.
schrieb am

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