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GAME e.V. äußert sich zur geplanten Urheberrechtsreform

GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche (Unternehmen) von G.A.M.E. Bundesverband der Computerspielindustrie e.V.
GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche (Unternehmen) von G.A.M.E. Bundesverband der Computerspielindustrie e.V. - Bildquelle: G.A.M.E. Bundesverband der Computerspielindustrie e.V.
Der GAME Bundesverband äußert sich kritisch und mit starkem Bedenken zum aktuellen Entwurf des "Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung". In der Pressemitteilung heißt es: "Eine Stärkung der Urheberrechte ist wünschens- und erstrebenswert, die Umsetzung in Form des Gesetzesentwurfes jedoch mehr als mangelhaft. Als Hauptgrund hierfür, sieht der Verband die fehlende empirische Grundlage der Datenerhebung durch das Bundesjustizministerium. Aufgrund der fehlenden Datenerhebung hat das Ministerium die Auswirkungen der Reform auf die Games-Branche noch nicht einmal im Ansatz bedacht. Die geplanten Maßnahmen stellen eine unüberschaubare Mehrbelastung für die Branche und somit indirekt auch für die Urheber dar, die regelmäßig in fester Anstellung bei einem Entwicklungsstudio tätig sind."

Unter der Federführung des Vorstandsmitglieds Ramak Molavi (Gameduell) und von Verbandsjustiziar Kai Bodensiek (Brehm & v. Moers) hat der GAME e.V. fünf signifikante Punkte der neuen Reform gerügt, die bei genauer Überprüfung "zu unerträglichen Wettbewerbsnachteilen der deutschen Games-Branche führen" ohne den Urheber besser zu stellen:
  1. Computerspiele als komplexe Werke und die Besonderheiten der Games-Branche werden nicht berücksichtigt,
  2. Allgemeines Rückrufsrecht für Urheber nach 5 Jahren,
  3. Verkennung von Finanzierungsmodellen in der Games-Branche, die mit einem erfolgreichen Titel eine lange Reihe an weniger erfolgreichen Veröffentlichungen gegenfinanzieren, 
  4. Mehrfachvergütungs- und umfassende Auskunftsansprüche für Urheber,
  5. Fehlende Ausnahmen für angestellte Urheber.

Eine ausführlichen Stellungnahme findet ihr hier. Kai Bodensiek führt aus: "Gerade die Umsetzung des Rückrufsrechtes nach 5 Jahren wird die deutsche Games-Branche international isolieren. Kein internationaler Partner wird in deutsche Spiele investieren, wenn er nach 5 Jahren seine Rechte erneut kaufen muss. Die Mehrfachvergütungsregelung führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Praktisch muss dann jedes Games-Unternehmen einen heute unbekannten Anteil des Gewinns, nach einem unbekannten Schlüssel auf seine Mitarbeiter verteilen."

Ramak Molavi stimmt dem zu: "In der Games-Branche sind die Urheber der Spiele regelmäßig fest angestellt. Somit besteht der Bedarf nach der Über-Regulierung der Vergütung und einer zusätzlichen Absicherung der Urheber nicht. Es würde sich um eine ungerechtfertigte Besserstellung von Urhebern gegenüber nicht kreativ arbeitenden Angestellten handeln, die jedoch ebenfalls maßgeblich am Zustandekommen eines Spiels beteiligt sind. Das Rückrufsrecht und die Auskunftspflicht gegenüber den eigenen Arbeitnehmern sind schlicht nicht praktikabel. Es wird verkannt, dass die Auskunftspflicht sich nicht nur auf das einzelne Spiel beschränken könnte, an dessen Zustandekommen der Urheber beteiligt war. Die Auskunftspflicht wäre viel weiter gefasst als erahnt, da Finanzierungsmodelle der Gamesbranche nicht so funktionieren, dass sich der Erfolg eines einzelnen Spiels isoliert betrachten lässt."

"Der Verband fordert die Politik im Allgemeinen und das Bundesjustizministerium im Speziellen auf, hier dringend tätig zu werden und die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Die deutsche Games-Branche ist eine zukunftsträchtige Industrie, die durch die Vorschläge des Gesetzesentwurfs nur in ihrer Entwicklung gehindert wird. Hierdurch wird für viele Firmen der Branche eine unsichere Arbeitsatmosphäre geschaffen, die so in anderen Ländern nicht vorhanden ist. Deutschland droht somit noch weiter den internationalen Anschluss zu verlieren und das, obwohl bereits heute die Urheber fast durchgängig dauerhafte Arbeitnehmer in gesicherten Positionen sind. Als größte Interessenvertretung der deutschen Games-Branche sieht der GAME e.V. daher dringenden politischen Handlungsbedarf."

Quelle: Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. (GAME)

Kommentare

AkaSuzaku schrieb am
Vernon hat geschrieben:Arme SPD. Sobald sie irgendwas fordert, wird sie von Träumern gleich wieder links überholt.

Und doch war es die SPD, die den Mindestlohn, die Pflegereform und steuerliche Erleichterungen für Alleinerziehende in Gang gebracht hat. Mal noch von der Mütterrente abgesehen, waren das sicherlich die drei größten Reformen.
Ebenso stammt die vom GAME kritisierte Urheberrechtsreform, die dem eigentlichem Urheber mehr Rechte gegenüber dem Verwerter geben soll aus der Feder der SPD.
Vernon schrieb am
Vernon hat geschrieben:
Hyeson hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben: Denn irgendwie muss man ja alle paar Jahre zum Himmel schreiende Wahlergebnisse ertragen können: Es wird schon besser, aber es dauert halt alles ... ;-P

Wird es das? Die anderthalb Amtsperioden Schröder haben alle so erschrocken, dass sich keiner mehr traut was anderes zu wählen als CDU :P

Na allmählich gibt es auch nur entweder CDU oder noch schlimmer.
Arme SPD. Sobald sie irgendwas fordert, wird sie von Träumern gleich wieder links überholt.
Und die Grünen tragen ihre Bezeichnung mittlerweile nur als Beschreibung ihres Logos. Auch sie lassen sich von den Linken vor sich her treiben. Bezeichnend, dass der VW-Skandal von den Amis aufgedeckt wurde.
Von rechts der CDU gar nicht zu reden: entweder D-Mark oder Reichsmark.
*Stammtüüüsch*
Vernon schrieb am
Hyeson hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben: Denn irgendwie muss man ja alle paar Jahre zum Himmel schreiende Wahlergebnisse ertragen können: Es wird schon besser, aber es dauert halt alles ... ;-P

Wird es das? Die anderthalb Amtsperioden Schröder haben alle so erschrocken, dass sich keiner mehr traut was anderes zu wählen als CDU :P

Na allmählich gibt es auch nur entweder CDU oder noch schlimmer.
Arme SPD. Sobald sie irgendwas fordert, wird sie von Träumern gleich wieder links überholt.
Und die Grünen tragen ihre Bezeichnung mittlerweile nur als Beschreibung ihres Logos. Auch sie lassen sich von den Linken vor sich her treiben. Bezeichnend, dass der VW-Skandal von den Amis augedeckt wurde.
Von rechts der CDU gar nicht zu reden: entweder D-Mark oder Reichsmark.
*Stammtüüüsch*
Kajetan schrieb am
ronny_83 hat geschrieben:Welche Pro/Kontra-Argumente gibt es für die Verfestigung oder Lockerung der Urheberrechte? Grob gesehen hab ich (momentan) nichts gegen diese.

Das Urheberrecht ist prinzipiell auch kein Problem. Ein Problem ist die massive Bevorzugung der Rechte der Inhalteverwerter, des Mittelsmann zwischen Urheber und Konsument. Das Urheberrecht in seiner jetzigen Form dient nur fast nur dem kurzfristigen Gewinnmaximieren der Inhalteverwerter. Der Künstler hat nur wenig Rechte, die er auch nur schwer durchsetzen kann, so dass er kinderleicht um seine Ansprüche gebracht wird und der Kunde soll nach Wünschen der Rechteverwerter eh nur ein rechtloses Konsumschaf sein.
Der Staat als Mittler zwischen diesen Interessengruppen versagt seit geraumer Weile, weil er vor allem im Zuge des beginnenden Digitalen Zeitalters fast ausschliesslich die Interessen der Rechteverwerter berücksichtigt hat. Ein Ausgleich zwischen allen beteiligten Interessen und vor allem eine Liberalisierung von Schutzfristen und Schutzregelungen (anstatt Jahrzehnt um Jahrzehnt draufzulegen) würde nachweislich kulturell UND volkswirtschaftlich erhebliche Vorteile haben.
Details zu dieser Thematik würden den Rahmen dieser Diskussion sprengen. Wer mehr wissen soll, soll sich mal ein paar Stunden hinhocken und bei der Wikipedia anfangen, sich dann Stück für Stück diverse Links und Quellen entlanghangeln. Ist ein recht komplexes Thema, für das man nicht mal so schnell zwischen Tür und Angel eine gescheite Reform auf die Reihe bringt. Siehe aktuelles Beispiel.
Sir Richfield schrieb am
KalkGehirn hat geschrieben:Wer arbeitet eigentlich solche undurchdachten Gesetzesentwüfe aus?

Leute, die von deiner Arbeitsleistung bezahlt werden und um acht Ecken herum von dir an diese Stelle gesetzt wurden.
Im Idealfall!
Im schlimmeren Falle Leute, die von Firmen dafür bezahlt wurden, dann sind die nämlich gar nicht mehr so undurchdacht.
schrieb am

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