Der 4P-Kommentar

Hochauflösend um jeden Preis?

Ich erinnere mich noch gut an die VGA-Zeit und noch frühere Ären zurück. Damals, als schon eine Auflösung von 320x240 Hi-Res war, als man bei 320x400 ehrfürchtig die Mad Skills der Programmierer bewunderte (und auf einen guten VESA-Treiber hoffte). Etwas später, als die ersten Spiele und Demos das gelobte Land »640x480« Stück für Stück eroberten. Und dann 800x600. Und dann 1024x768. Mittlerweile bin ich ja eine HiRes-Hure, spiele meinem blitzenden TFT zuliebe kaum noch etwas in weniger als 1280x1024. Aber mein PC hat auch Muskeln wie Schwarzenegger mal hatte, die Auflösung ist normalerweise kein Problem. Sprung zur Konsole: Dort herrscht heute allgemein noch Middle-Res-Tristesse: PS2 und Xbox dümpeln normalerweise auch nur bei ungefähr 640x480 herum, nur auf der Xbox 360 hat die Zukunft begonnen - einmal HD, immer HD.

Und die PS3 kann das auch. Sogar noch besser! Mehr. Weiter. Höher.

Ruckeliger.

1080p ist super, keine Frage: Alles ist gestochen scharf, jedes Details sticht sofort ins Auge, ein Hoch auf die Zukunft! Ja, aber nicht auf die Gegenwart! Viele Spiele, die wir bei Sony in Super-Mörder-HD zu sehen und zu spielen bekamen, konnten einem leid tun: 20fps waren meist das Ende der Fahnenstange, oft genug ging es deutlich zählbar darunter - und dabei liefen sie nicht mal in der höchstmöglichen Auflösung! Klar sind das alles noch sehr frühe Versionen, die noch gehörig optimiert werden. Aber dann fehlt es wiederum an Details, die Texturen werden schwächer, die 3D-Modelle polygonärmer. Und auf 360 ruckeln auch fertige Spiele gelegentlich in HD.

Muss das wirklich sein? Muss man High-Tech erzwingen, um jeden Preis? Sind wir irgendwann soweit, dass man für volles HD die Konsole aufrüsten muss? Zählt Grafikfetischismus wirklich mehr als flüssige Spielbarkeit? Komisch, an meiner PS2 hatte ich das Problem nie. Und mein gebrechlicher Spielefernseher kennt »HD« ohnehin nur aus Fabeln und Mythen...

Paul Kautz
Redakteur


Autor: Michael Krosta
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Kommentare

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  • Ach bitte, das Grafikwettrüsten und Grafik > Gameplay ist keine Erfindung der Post-Snes-Systeme. Schon damals gab es das bestreben nach besserer Grafik, und Spielen wo das Gameplay dafür vernachlässigt wurde. Ich erinnere mich an ?Rise of the Robots? oder ?Street FX?. Super Grafik, die mich zum  [...] Ach bitte, das Grafikwettrüsten und Grafik > Gameplay ist keine Erfindung der Post-Snes-Systeme. Schon damals gab es das bestreben nach besserer Grafik, und Spielen wo das Gameplay dafür vernachlässigt wurde. Ich erinnere mich an ?Rise of the Robots? oder ?Street FX?. Super Grafik, die mich zum Kauf verleitet hat, aber abgrundtief schlechtes Gameplay. Dass es solche Sachen schon auf den 8/16-Bittern gab wird immer wieder gerne vergessen. ?Tech-Demos? wie zB Doom3 haben auch ihre Daseinsberechtigung. Mag es zwar linear gewesen sein?atmosphärisch ist es ein Wahnsinn gewesen. Und ihne erfolgreiche Grafikdemos gibt es meistens keine ausgereifte Engine, welche 238 verschiedene Studios kaufen können um sich nicht ewig und 3 Tage mit dem Entwickeln einer Neuen aufhalten müssen. Dafür können sie die gewonnene Zeit ins Gameplay investieren? ;)
  • @max wahre worte.. wahre worte... da hat mal jemand den durchblick.. :wink:
  • ich find den vergleich grafik>spieldynamik ganz gut :D ich beobachte es SEHR oft das die grafik aber eher gar noch eine höhere priorität vor idee und spielspaß hat.das hab ich beispielsweise bei doom3 gesehen.spiel ist grottenlangweilig ABER HEY!die grafik is doch geil!