Far Cry 2: Rückblick auf die Produktion - 4Players.de

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Ego-Shooter
Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Release:
23.10.2008
06.10.2010
15.04.2009
Test: Far Cry 2
80

“Technisch zwar einen Schritt hinter der PC-Fassung, gleichen sich die Versionen bis hin zum umfangreichen Editor.”

Test: Far Cry 2
81

“Ein grafisch umwerfendes exotisches Szenario - das sich spielerisch zu schnell erschöpft.”

Test: Far Cry 2
80

“Auch PS3-Söldner dürfen sich an Ubisofts Afrika satt sehen - dessen visuelle Reize nur eine winzige Note hinter dem 360-Dschungel liegen.”

Leserwertung: 79% [116]

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Far Cry 2: Rückblick auf die Produktion

Die neueste Ausgabe des Game Developer Magazines wartet mit einem Post Mortem-Artikel zu Far Cry 2 auf. Clint Hocking von Ubisoft schildert darin die Entwicklung des Shooters, und nennt - wie sich das für ein Feature dieser Art so gehört - wesentliche Dinge, die während der Produktion gut funktioniert haben oder schief gingen.

Das hat u.a. geklappt: Man habe die Herausforderung bewältigt, die notwendige Technologie für das Spiel parallel zu dessen Entwicklung aus dem Boden zu stampfen. Als Proof-of-Concept, also Beweis der Funktionstauglichkeit, habe man einen Level-Designer einen Bereich - ca. ein Quadratkilometer groß - komplett bebauen lassen. Der habe dafür knapp vier Stunden benötigt und somit gezeigt, dass die angestrebte Größe des Spiels insgesamt zu bewältigen sei.

Man habe immer ein "Bekenntnis zur Innovation" gepflegt und in vielen Bereichen darauf gesetzt, keinerlei Kompromisse einzugehen. Das Team habe oft keinen Plan B entworfen, und habe so u.a. der Versuchung widerstanden, die dynamische Erzählstruktur um die zwölf "Buddy-Charaktere" zusammenzustreichen. Auch sei jedes an der Umsetzung des Konzepts beteiligte Teammitglied dazu angehalten worden, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Das Finden geeigneter Mitarbeiter sei übrigens nicht einfach gewesen, da Ubisoft zur gleichen Zeit den Startschuss für Splinter Cell: Conviction gegeben hatte und die Produktion von Assassin's Creed bereits auf Hochtouren lief.

Viel Lehrgeld musste man bei der Umsetzung der dynamischen Erzählweise zahlen. Für die "Drama-Management"-Engine sei ursprünglich nur ein Skripter eingeplant gewesen. Der habe aber bald einen Helfer benötigt, und letztendlich, so Hocking, habe der Großteil des Teams in irgendeiner Form damit zu tun gehabt. Ein erfolgreicher, reproduzierbarer Komplettdurchlauf von Far Cry 2 sei erst eine Woche vor dem Abliefern des ersten Kandidaten für die Master-Version möglich gewesen. Das Drama-Management habe man deswegen zweifelsohne nicht ausreichend testen können.

Ebenfalls haarig: Um NPCs auf alle mögliche Dinge in der Umwelt reagieren lassen zu können, habe man diverse KI- und Animationssysteme erschaffen, die teilweise überlappend oder redundant waren. Das habe das Team letztendlich daran gehindert, eine allgemeine KI zu erschaffen, die die Charaktere außerhalb von Kampfsituationen vernünftig kontrolliert. Viele Dinge mussten von Hand geskriptet werden. Dadurch seien die Freunde, Warlords und andere Bewohner der Spielwelt nicht ganz so "dynamisch und glaubwürdig" geworden, wie sich Ubisoft Montreal das ursprünglich erhofft hatte.

Es sei ein Fehler gewesen, dass Projekt ohne Animation Director anzugehen. Als First-Person-Shooter sei Far Cry 2 aber anders eingestuft worden, als Titel wie Assassin's Creed, Prince of Persia oder Splinter Cell. Der Animation-Director von SC: Conviction habe teilweise ausgeholfen, insgesamt aber habe man wohl die Notwendigkeit eines solchen Teammitglieds nicht deutlich genug kommunizieren können.

Auch beim Mehrspieler-Part lief nicht alles optimal: Ursprünglich sollten Einzel- und Mehrspielermodi Hand in Hand entwickelt werden, allerdings entschied man sich irgendwann dazu, ein seperates MP-Team zu bilden. Die dort verantwortlichen Designer hätten dann ohne Aufsicht und Unterstützung vom Rest des Designteams arbeiten müssen, seien somit nicht vollständig in die Gesamtvision eingebunden gewesen.

"Das führte zu Konflikten, unvermeidbaren Kompromissen und, letztendlich, dem kaskadierenden Scheitern des gesamten Multiplayer-Designs."

Das sei zwar noch in einer frühen Phase der Produktion passiert, aber als Konsequenz dessen habe das MP-Team noch zur Alpha kein Konzept gehabt. Erst kurz vor dem Erreichen der Betaphase sei die Gestaltung ausdefiniert gewesen.

Abschließend meint Hocking zu seinem "polarisierenden" Werk:

"Far Cry 2 ist kein typischer Titel. Es bricht mit vielen Konventionen, sowohl von Shootern als auch von Spielen mit offenen Welten. Es weckt bestimmte Erwartungen, die es nicht erfüllt, gleichzeitig gelingt ihm aber auch Unerwartetes."

Quelle: März-Ausgabe GDM

Kommentare

Zulustar schrieb am
otothegoglu hat geschrieben:Das Problem an Far Cry II ist das, was es bei allen OpenWorld-Games von Ubisoft gab:
Ein wahrer Umfang!
Assassin´s Creed war anfangs einfach GEIL. Prince of Persia ebenso. FarCry II ebenso!
Aber, wie nennen es viele Magazine, das "Ubisoft"-Syndrom wird einfach nicht abgebaut. :wink:
Ich wünsche mir einen dritten FarCry-Teil, der wieder in Afrika angesiedelt ist, aber ENDLICH der nötigen Perfektion grenzt, die ein afrikanisches Setting durchaus verdient hätte!

Was verstehe ich unter nem Afrikashooter, sicher kein RE5 und auch kein COD mit Schwarzhäutigen, für mich wäre das eine beklemmende Stimmung ausgelöst, durch bspw Gewalt die man auf den Strassen beim durchfahren unterschwellig oder unverblümt gezeigt bekommt.
Allg. 2 Seiten, die nur auf sich schiessen wenn du für eine Fraktion ne Mission angenommen hast, ist wenig atmosphäre fördernd, hatten die Angst das die Fraktionen sich in den Hauptstädten umlegen?
das ganze Diamanten System ist völlig humpitz, da findest du 200 mal haar genau den selben staubfreien Diamantenkoffer, der nochdazu den gleichen Peilsender hat. Die diamanten wärn für mich so ne art nebenquest, aber vorab müsste man sich erstmal die Sendefrequenz beschaffen. Man hätte die Diamanten sozusagen bei den Questzielen verstecken können und nur wenn die Mission erfolgreich ist bekommt man die Sendefrequenz des Koffers, als Bezahlung. Es mangelt UBIsoft daran ihre Konzepte effektiv bis zum Ende durchzubringen, andauernd vor Ende muss das Gameplay halb zerstört werden indem man nur unnötige Inhalte implementiert um das Spiel schnell abzuschliessen und ins Presswerk schicken zu können.
Assasiens Creed war geil bis Lev 6 dann wurde es für mich zu langweilig.
otothegoglu schrieb am
Das Problem an Far Cry II ist das, was es bei allen OpenWorld-Games von Ubisoft gab:
Ein wahrer Umfang!
Assassin´s Creed war anfangs einfach GEIL. Prince of Persia ebenso. FarCry II ebenso!
Aber, wie nennen es viele Magazine, das "Ubisoft"-Syndrom wird einfach nicht abgebaut. :wink:
Ich wünsche mir einen dritten FarCry-Teil, der wieder in Afrika angesiedelt ist, aber ENDLICH der nötigen Perfektion grenzt, die ein afrikanisches Setting durchaus verdient hätte!
Zulustar schrieb am
Coldbasher hat geschrieben:Also ich finde Far Cry 2 gar nicht mal so übel.Klar es hat Schwächen,aber auch viel positives

erzähl mir ein was positives über das Spiel, was es mich nachträglich wieder installieren und zocken lässt!
Das Spiel hat keine Story, es musste veröffentlicht werden im Schatten eines grossen von einer anderen Firma entwickelten Vorgängers und es muss sich Open World shooter bezeichnen.
Die World war open okay, aber das als "Open" zu bezeichnen, grenzt schon an Fanboygequatsche, da kannich auch mit dem Auto in den Kreisverkehr fahren und 2h Gasgeben später austeigen und mir sagen WOW welche Freiheit.
Ich muss ehrlich sagen je länger ich das Spiel gespielt habe, desto mehr kam die Frage in mir auf, wieso tust du dir das überhaupt an?
Die KI ist struntzdoof- Gegner steigt ins auto um 50 m zu fahren anstatt sich hinter dem Auto zu verschanzen, jede Mission lässt dich fast den selben Weg nachfahren den du in sogut wie jeder Mission fahren musst.
Nebenmission sind unerheblich bis völlig unnötig implementiert. Die Art und Weise wie man die Missionen erledigt sind auch nicht aussagekräftig für unterschiedlichen Rufzuwachs bei den Fraktionen. Die Hauptfraktionen sind so wie CDU und SPD, die im Krieg miteinander sind aber nicht gegenseitig auf sich schiessen, an keiner Stelle im Spiel gelang es mir atmosphärisch tiefer in die Welt einzutauchen. Wenn dann ein Hersteller kommt und "Fehler einräumt" knapp 1/2 Jahr nach Veröffentlichung, geht mir die Hutschnure hoch, schafft man nicht mehr die Kunden zum Verkaufsstart über den Releasestand zu informieren, muss man Angst haben das Spiel verkauft sich dann nicht.
Ich hoffe inständig das man keinen weiteren Far Cry Teil rausbringt, nicht von Ubisoft.
Coldbasher schrieb am
Also ich finde Far Cry 2 gar nicht mal so übel.Klar es hat Schwächen,aber auch viel positives
Blue_Ace schrieb am
Gut das ein Entwickler auch mal kritisch zurück blickt. Nicht so gut wäre es wenn in Zukunft wieder soetwas wieder passieren sollte.
Mit einem schwachen bis gar keinen Konzept (wie es im MP bis zur Beta war) in die Produktion zu gehen bzw. ein so großes Projekt zu unterschätzen erwartet man nicht unbedingt von so erfahrenen Firmen wie Ubisoft.
schrieb am

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