Brütal Legend
USK: 18

Kotick blickt zurück

Nach dem Zusammenschluss von Activision und Vivendi Games war die Zusammenarbeit mit Double Fine aufgekündigt worden. Activision Blizzard hatte kein Interesse mehr an Brütal Legend - nach einigen stressigen Wochen fanden die Entwickler schließlich mit Electronic Arts einen neuen Partner. Beim einstigen Geldgeber zögerte man allerdings nicht lange und verklagte Double Fine prompt. Nach dem Austausch einiger Nettigkeiten und der unvermeidlichen außergerichtlichen Einigung konnte das Spiel letztendlich erscheinen. Tim Schafer machte vor einiger Zeit recht deutlich, dass er auch nicht vorhat, nochmals mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten, dessen Geschäftsführer auch ein "totaler Arsch" sei.

Gegenüber Joystiq durfte nun eben jener Herr, Robert Kotick, seine Sicht der Dinge schildern und blickte zurück. Vivendi Games habe Double Fine seinerzeit einen Vorschuss im Bereich von 15 bis 20 Millionen Dollar gewährt für das Projekt. Schafer habe "seinem Ruf entsprechend" sämtliche Meilensteine und Deadlines verfehlt.

Kotick selbst habe Brütal Legend kaum gekannt und sei auch nicht direkt in die Entscheidung über das Ende der Finanzierung involviert gewesen. Er habe das Projekt nicht bewertet und wäre dafür wohl auch "nicht die geeignetste Person" gewesen. Die zuständigen Manager bei Vivendi hätten letzten Endes nicht die zu erwartende Qualität des Produkts eingeschätzt, sondern den zu erwartenden Erfolg. Am Ende des Tages sei man immer gegenüber den Aktionären verpflichtet. Double Fine habe zuvor immer wieder Deadlines verpasst und laufend das Konzept geändert. Dementsprechend wenig Vertrauen habe man gehabt. Er habe das Spiel nie mit eigenen Augen gesehen, so Kotick, aber die Leute, auf die er sich bei der Entscheidung verließ, hätten am Ende auch recht behalten - Brütal Legend sei kein kommerzieller Erfolg gewesen.

Die Entwickler hätten nicht das Recht gehabt, das Spiel an einen anderen Publisher zu verkaufen. Als dies geschah, habe Activision Blizzard nur das Geld zurückfordern wollen, das Vivendi einst vorgestreckt hatte. Letzendlich habe man dann nur einen Bruchteil davon bekommen.
Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • Crewmate schrieb:
    Man kann ökonomisch erfolgreich sein, ohne jede kreative Freiheit und Progressivität per Gesetz zu verbieten. Ubisoft ...
    Erkenne den Fehler. Der Gewinner bekommt 99 Punkte.
  • derTommy schrieb:
    DOUBLE FINE HAHAHAHA http] geil, das bei 0:40 ist das beste <3 xD
  • Man kann ökonomisch erfolgreich sein, ohne jede kreative Freiheit und Progressivität per Gesetz zu verbieten. Ubisoft räumte die letzte Generation ab und servierte Spitzentitel, die sich heute in allen Lieblingsspiele-Vitrinen finden sollten. Von Prince of Persia, Jade Cocoon über die Tom Clancy  [...] Man kann ökonomisch erfolgreich sein, ohne jede kreative Freiheit und Progressivität per Gesetz zu verbieten. Ubisoft räumte die letzte Generation ab und servierte Spitzentitel, die sich heute in allen Lieblingsspiele-Vitrinen finden sollten. Von Prince of Persia, Jade Cocoon über die Tom Clancy Serien bis hin zu Rayman. Und den progressiven, aber kommerziell gescheiterten Spielen Beyond good&Evil und XIII.