Bully = Canis? WTF?
Kommt ein Typ in den Laden und sagt: »Ich hätte gern dieses neue Rockstar-Spiel! Äääh... 'Kanister Cannabis Brett'. Nee. 'Connies Kamel-Ede'. Äh. 'Kandis Kerner Hobbit'. 'Schwanzus Longus Brian'! Äääh...«.
Canis Canem Edit
macht es einem aber auch nicht einfach.
Was ist das? Ein GTA im römischen Reich? Grand Theft Horse? Mit Prätorianer-Gangs, »Yo, Ave Cäsar, ma bitch!«-Sprüchen, Sniper-Speeren und staubigen Wagenrennen? Eine Biounterricht-Simulation für angehende Spieleredakteure? Nee, ganz falsch: So wie die Welt die Verwandlung von Raider in Twix, von Revolution in Wii und von Gringo Loco in Total Overdose überlebt hat, wird sie sich daran gewöhnen, dass Bully ab sofort außerhalb der USA Canis Canem Edit heißt. »Dog eats Dog«, »Hund frisst Hund« - das Motto der Bullworth Academy, das schon im ersten Packshot klein zu lesen war.
Okay, nix gegen kreative Namensgebung, da gab's schon weitaus Bescheuerteres: z.B. das D&D-Rollenspiel Menzoberranzan, das Adventure Woodruff and the Schnibble of Azimuth oder den Klassiker Kirby: Power-Malpinsel
. Aber aus dem pragmatischen »Bully« einen Zungentest zu machen, bei dem spätestens Rütli-Schüler im Spieleladen durchaus in Schwierigkeiten geraten? Und warum eigentlich nur außerhalb der USA - gerade jenem Landstreifen, in dem das Gezetere ob des Namens und des damit assoziierten Untergangs der Spielkultur am größten war. Naja, was soll's denn? Am coolen Spiel ändert es ja nix, aber das Sprunghafte, das im Gedächtnis bleibende, das Lässige - das ist weg.
Unus as comprehendere. Oder so ähnlich.
Paul Kautz
Redakteur