Paradox Interactive: Unternehmensführung spricht über Probleme in der Spiele-Industrie: "Die Leute sind gelangweilt von Explosionen und Dubstep-Musik" - 4Players.de

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Paradox Interactive: Unternehmensführung: "Die Leute sind gelangweilt von Explosionen und Dubstep-Musik. Wir haben so etwas schon Millionen Mal gesehen."

Paradox Interactive (Unternehmen) von Paradox Interactive
Paradox Interactive (Unternehmen) von Paradox Interactive - Bildquelle: fz.se
Fredrik Wester (CEO von Paradox Interactive) und Susana Meza Graham (COO) sprachen bei einer Diskussionsrunde über die Zukunft der Spieleindustrie und die Durchführbarkeit von Spiele-Entwicklungen mit hohem Budget.

Fredrik Wester: "Der Wettkampf ist wirklich heftig. Man muss sich einen Vorteil verschaffen und deswegen sage ich 'mehr Goat Simulator und weniger Call of Duty' für Paradox, eben weil wir das gewisse Etwas brauchen. So ist es einfacher, das alles zu vermarkten, was wir machen und es [den Leuten da draußen] zu zeigen. Die Leute sind gelangweilt von Explosionen und Dubstep-Musik. Wir haben so etwas schon Millionen Mal gesehen. Hört auf damit. Es reicht!" Seine Sichtweise ist aber nicht wirklich überraschend, denn Paradox Interactive bedient mit ihren Spielen wie Europa Universalis oder Hearts of Iron im Vergleich zu Call of Duty auch eher kleinere Nischen bzw. Absatzmärkte.

In dem Zusammenhang glaubt Susan Meza Graham, dass die Entwicklungsbudgets für Spiele in Zukunft schrumpfen werden, schließlich hätte die Industrie versucht, sich mit "immer größeren und besseren" Produktionen und immer größeren Marketingbudgets bei jedem Spiel selbst zu übertreffen. Susana Meza Graham: "Dann ganz plötzlich wird das Spiel veröffentlicht und wir können die Erwartungen der Kunden noch immer nicht erfüllen, weil einige Dinge vielleicht nicht wie geplant funktionieren oder die Ambitionen zu ehrgeizig waren."

Ein Beispiel wäre hierfür Assassin's Creed: Unity oder das jüngste Tomb-Raider-Spiel von Square Enix. So fand Wester es merkwürdig, dass der Publisher die Auslieferungszahlen zum ersten Verkaufstag gelobt hatte (5,3 Mio.), es aber später hieß, dass das Spiel deutlich unter den Erwartungen des Publishers liegen würde - und es wohl immer noch 1,2 Mio. hinter den Erwartungen liegen würde. Für ihn fühle sich das so an: "'Okay euer Ziel ist 30 Prozent über dem, was ihr jemals und überhaupt zuvor gemacht habt und das ist euer Ziel!' Das ist etwas, das hier ein wenig seltsam wirkt."

Graham ergänzt, dass man immer träumen könnte, aber "irgendwann müssen Traum und Realität zumindest ein bisschen zusammenfinden. Möglicherweise ist es einfach zu sagen - wir ignorieren einfach diese Realität auf einer tagtäglichen Basis - aber ich denke, wir sind an einem Punkt angekommen, der sich wie eine Achterbahn anfühlt und so können wir nicht weitermachen."

Quelle: PCGamer

Kommentare

The13thMachine schrieb am
Womit der Mann definitiv Recht hat, ist die Aussage dass die Spiele-Landschaft echt ziemlich langweilig aussieht. Jährliche Rattensuppe aus der immer gleichen Ratte. Gegen mehr guten Dubstep und frische Games hätte ich in der Tat nichts :)
Nazarene schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben:
James Dean hat geschrieben: Ich glaube, die Übersetzer bekommen die Sprachdatei mit den englischen Texten und übersetzen einfach die dort vorhandenen Texte, deswegen der mangelnde Kontext. Schlimmer finde ich, wenn Namen oder Titel nicht korrekt übersetzt werden. "Heinrich von Salien", ich glaube, es hackt.
Das sowieso. Und schätzungsweise geht der Auftrag an irgendein "ausländisches" Studio, das nicht nur die deutsche Übersetzung macht, sondern gleich auch noch alle anderen EU-Sprachen. Sowas geht nie gut - ganz gleich ob bei Übersetzungen oder bei Sprachaufnahmen.
Heinreich von Salien liefert dagegen viele Google-Treffer, scheint also richtig zu sein.
Bin in der Spielelokalisation (bei nem externen Dienstleister) tätig und hab den Drang, mich mitteilen zu müssen:
- ja, meistens bekommen wir einfach nur kontextlose Textdateien vom Auftraggeber. Wenn also irgendwo ein loses "jump" steht, hab ich erst mal keine Ahnung, ob die hier ein Verb meinen oder ein Substantiv. Dann könnte es eine Schaltfläche sein, wo sich der Spieler in den Tod stürzt oder eine Dialogoption, was weiß ich... Mit Glück werden Screenshots oder Beschreibungen mitgeliefert (oder Text-IDs). Meistens nicht. Oft läuft der Austausch mit Entwicklern über google-Frage-Antwort-docs, was super ist, wenn alles rechtzeitig beantwortet wird und nicht Deadlines vorbeifliegen.
- was überbordende Texte angeht: die Ausgangssprache ist fast immer EN und beim Designen des UI wird selten daran gedacht, dass Deutsch gut 30 % mehr Platz braucht. Bei Dialogfeldern ist das meist OK (beim PC... bei Handhelds und Facebook-Spielen sieht das auch anders aus), da hier die Textfelder skalieren, aber beim Rest (Menütexte, Buttons...) gelten Zeichenlimits, die wir hoffentlich vorher mitgeteilt bekommen, aber nicht immer...
- ... letzten Endes sollten solche Overflows vom QA...
AIex schrieb am
Und ich bin gelangweilt von paradox mit ihren tausenden Patches nach Release und schwachsinnigen Änderungen bei Hearts of Iron.
AgentF schrieb am
Henni79 hat geschrieben:Nicht alles, was die Schweden anpacken ist aus Gold.
Aber dass man dort eine Ahnung davon hat, wie man erfolgreich Nischen bedient, zeigen sie seit Jahren.
Und ich brauche auch keine x-tes 08/15-Epic-Graphic-Random-Massenmarkt-Game.
Ohne Paradox wäre mein PC viel seltener an. Allein mit HoI, EU und CK habe ich hunderte von Stunden verbracht. Ob das jetzt gut ist, ist die andere Frage... :D
Ich gebe zu, ich hab die Paradox Spiele erst gestern für mich entdeckt (Crusader Kings II im Steam Sale - ohne dem hätte die Gold Version doch tatsächlich knapp 100? gekostet).
Zuvor habe ich immer einen Freund belächelt, der seit Jahren Panzer in einem Spiel mit dem Charme einer Excel Tabelle verschiebt (Hearts of Iron).
Jetzt saß ich bangend vor dem Bildschirm, hoffte, dass mein holdes Eheweib endlich schwanger wird, plante ein Attentat gegen den Berater des Nachbarstammes, damit dieser keine Vorwände gegen mich mehr aus dem Hut zaubert, war entsetzt, als mein Herrscher plötzlich krank wurde und fasste quasi im Fieberwahn den Plan, König von Irland zu werden!
....und dann kam der nächste Schock als ich merkte, dass es tatsächlich 4 Uhr Morgens ist :O
Kurz: Im Bett noch schnell Europa Universalis IV bestellt und dann die wenigen, verbleibenden Stunden von Hofintrigen geträumt! Lange, lange her, das ich so mit meiner vorherigen Meinung über ein Spiel daneben lag :-)
Henni79 schrieb am
Nicht alles, was die Schweden anpacken ist aus Gold.
Aber dass man dort eine Ahnung davon hat, wie man erfolgreich Nischen bedient, zeigen sie seit Jahren.
Und ich brauche auch keine x-tes 08/15-Epic-Graphic-Random-Massenmarkt-Game.
Ohne Paradox wäre mein PC viel seltener an. Allein mit HoI, EU und CK habe ich hunderte von Stunden verbracht. Ob das jetzt gut ist, ist die andere Frage... :D
schrieb am

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