Napoleon: Total War: gc-Eindruck: Der kleine Franzose - 4Players.de

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Strategie
Entwickler: Creative Assembly
Publisher: Sega
Release:
26.02.2010
Test: Napoleon: Total War
86
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Leserwertung: 91% [6]

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gc-Eindruck: Napoleon: Total War

Creative Assembly lud uns in Köln zu einer kleiner Zeitreise: Es ging nach einem pulverhaltigen Trailer direkt in eine Alphaversion der frisch angekündigten Napoleonischen Kriege. Was wollen die britischen Entwickler im Februar 2010 anbieten? Zum ersten Mal geht es in der Reihe darum, dass man in die Fußstapfen einer historischen Person schlüpft, um deren Feldzüge in drei großen Kampagnen mit 320 neuen Einheiten und komplett frischem Technologiebaum sowie Wetter- & Physiksystem und Strategie-Ansatz nachzuspielen.

Und da man gerade erst mit Empire: Total War ins Pulverdampfzeitalter vorstieß, bot sich natürlich der kleine Korse an - der übrigens im Intro so dämonisiert wird, dass ihm lediglich ein kleiner Schnauzbart fehlt, um Hitler'schen Größenwahn auszustrahlen. Die Briten haben allerdings gut recherchiert, denn in der damaligen Zeit war Napoleon gerade für die Engländer der Teufel in Person. Und ansonsten setzt man beim Artdesign auf eine Art Gemäldestil, der noch detailliertere und buntere Uniformen als im Vorgänger zeigt. Die Grafik-Engine ist zwar nicht neu, aber man will das in Empire Gezeigte mit bis zu 10.000 sichtbaren Soldaten klar übertreffen (Modder werden das noch toppen können), dazu mehr Einheitentypen und Details anbieten: Selbst auf schwächeren Rechnern soll aufgrund der Umstrukturierung des Figurenrenderings bis zu 46 verschiedene Einheitentypen in einer Truppe sichtbar sein. 

Man spielt die Karriere Napoleons nach, die in der Eroberung Italiens ihren Anfang nahm, in Ägypten den ersten Höhepunkt erreichte und dann in der spektakulären Eroberung ganz Europas endete - übrigens inklusive hartem Winterfeldzug, denn die vier Jahreszeiten sollen sich deutlicher auf Kampf und Verschleiß auswirken. Genau so wie das Gelände bzw. die Zivilisationsstufe der Umgebung, denn manche Provinz sorgt für einen Kavallerie-Bonus, während die andere ideales Farmland bietet. In der Wüste nehmen die Truppen genau so Schaden wie auf Gewaltmärschen - wer seine Armee von Paris bis Moskau vorrücken lässt, wird nur einen kleinen Haufen ankommen sehen. Als Napoleon soll man auf seine Truppen deutlich besser achten und die Wege auf der Karte besser planen müssen: Es gibt dort z.B. zum ersten Mal begehbare Pässe in den Alpen, mit denen man z.B. eine Armee umgehen kann.

Es wird für jede Region deutlich komplexere, weil individueller und realistischer getstaltete Karten mit mehreren Routen sowie in der ersten beiden Kampagnen auch ein Zeitlimit geben: Italien muss in einem Jahr erobert werden! Als man in Alexandria landet, wird die eigene Flotte zerstört und die Truppe leidet unter der Hitze - baut man kleine Schiffe oder verbündet man sich mit den Beduinen? Wählt man die Landroute oder den Wasserweg, auf dem Admiral Nelson lauert?

Das Spiel wird auch deshalb fordernder, weil die Entwickler die Rundenzählung verändert haben: Jeder Zug wird für zwei Wochen, statt für Monate gezählt. Das führt dazu, dass die Aushebung einer Armee, die ja knapp sechs Monate braucht, sich erstens deutlich länger anfühlt und zweitens sehr gut geplant werden muss - man kann vielleicht nur eine oder zwei weitere Armeen ausheben, bevor das Zeitlimit naht! Also muss man effizient und schnell erobern.

Was wird sich spielerisch noch tun? Zum einen ist Napoleon als Herrscher auch ein General auf der Karte, den man verschieben kann und der auch in der Schlacht als Einheit eingreift. Aufgrund seines Charismas und seiner Führungsqualitäten umgibt ihn ein Radius, in dem die Truppen einen Moralbonus bekommen, der sie bis zum letzten Mann kämpfen lässt - der geschickte Einsatz des Korsen kann auch Schlachten entscheiden. Apropos Generäle: Man kann weder Truppen einfach auf Knopfdruck verstärken noch diese Feldherren einfach so kaufen - sie werden in Akademien ausgebildet und haben alle eine eigene Persönlichkeit. Creative Assembly will euch nur historisch belegte Generäle mit speziellen Fähigkeiten wie besonders gute Stadtdefensive an die Hand geben, die ihr klug an den richtigen Stellen eures Reiches einsetzen müsst.

Übrigens wird die Artillerie, Napoleons Paradetruppe, aufgewertet: Kanonen hinterlassen deutlich sichtbare Krater im Gelände und sind effizienter. Gebäude sollen - ganz à la Napoleon - schneller eingenommen werden und wichtiger in der Schlacht sein: Um diese herum soll quasi deutlicher als bisher eine Schlacht toben. Im Schiffskampf wird es möglich sein, beschädigte Fregatten zu reparieren - wenn man sie denn schützt. Und Linieninfanterie ist auch statistisch je nach Nation eine andere: Die Briten schießen besser als die Österreicher; man hat quasi alle Werte der Truppentypen so verändert, dass wirklich jede Nation einzigartig ist. Es wird drei Städtetypen industriell, wirtschaftlich und intellektuell geben, die unterschiedliche Vorteile bringen: Waffen, Geld oder Gentlemen bzw. Spione. Die haben einen Infiltrationsradius und liefern in der Nähe einer feindlichen Armee sofort Inormationen über diese.

Außerdem hat Creative Assembly die künstliche Intelligenz verbessert; man nennt die neue Routine "AI Director": Sie wird universeller vorgehen, denn schließlich kämpft am Ende ganz Europa gegen Napoleon - d.h., dass die KI je nach Napoleons Vorgehen diverse taktische Möglichkeiten des Konterns berechnet. Zu Beginn sind fast alle Nationen feindliche gesinnt, aber man kann auch über Diplomatie so manches kleine Königreich für sich gewinnen oder Pufferzonen wie im Rheinland aufbauen. Dabei soll man davon profitieren, dass man von den Verhandlungspartnern mehr und speziellere Gegenleistungen einfordern kann - genauer wollte sich Creative Assembly dazu nicht äußern. Aber laut Entwickler sollen geschickte Diplomaten selbst Großbritannien für sich gewinnen können.

Und da man Geschichte in diesem Fall umschreiben darf, ist bei Waterloo natürlich längst nicht Schluss. Erst, wenn man die dritte große Kampagne erreicht hat, kann man dann auch andere Nationen spielen. Nach der Präsentation war ich doch sehr angetan von diesem personalisierten Total War, denn mal abgesehen davon, dass es optisch eine Wucht werden dürfte, setzen die Entwickler an den richtigen Stellen die Designschrauben an: Man muss die komplexeren Karten studieren, man muss auf seine Truppen achten und kann nicht einfach überall Nachschub ausheben. Napoleon hatte es nicht leicht nach Moskau zu kommen, er musste clever und schnell sein - und genau das  scheint das Strategiespiel vermitteln zu wollen. Ich freu mich darauf!

gc-Eindruck: sehr gut


Napoleon: Total War
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Kommentare

traxx91 schrieb am
"Zum ersten Mal geht es in der Reihe darum, dass man in die Fußstapfen einer historischen Person schlüpft[...]"
Blödsinn. Es gab schon ein Alexander: Total War, eine der Erweiterungen für Rome: Total War, in der man den Feldzug von Alexander dem Großen nachgespielt hat.
MfG
--daMax-- schrieb am
Es wird nie ein H:tw geben. Hat CA gesagt.
Außerdem, zwischen rom und Hitker gibt es einen Unterschied:
Hitler:
Pro:
-Technologischer fortschritt
Kontra:
Tod + zerstörug
Rom:
Es gab überall in Rom reiche Menschen, Händler, Adlige etc. denen es gut ging. Natürlich auch grausame dinge, aber dabei (finde ich zumindest) überwiegen die positiven aspekte:
-Öffentliche Ordnung
-Handelsmetropolen in ganz europa
-Bildung
-Medezinische versorgung für ALLE die im reich lebten
... diese Liste kann man Lange fort setzen.
Zum Spiel
Ich freue mich auf N:tw weil ich ein kleiner Napoleon freak bin^^
Ich hoffe nur, dass es auch Historische Einheiten geben wird, wie z.B. Füsiliere.
AUßERDEM bitte ich CA darum:
MACHT DIE LEICHTE INF SCHLECHTER! das nervt. Man bekommt immer nur geplänkel in den online-Schlachten zusehen! Das nervt!
Ares101 schrieb am
Halox86 hat geschrieben:
Blackfall234 hat geschrieben:Nun ob es viele einsehen wollen oder nicht : in 300-500 jahren ( wenns uns dann noch gibt) Wird Hitler warscheinlich auch von Historikern bewunder wie die Römer heutzutage. Und wenn man sich mal vor Augen führt was die gemacht haben ist das auch nicht viel besser. Kriege ohne Ende , Kreuzigungen , Massenskalverei. Heute sagen wir : war damals auch normal. In 500 Jahren sagen sie : das war bei Hitler normal.
Na klickts ?
Nein ich bin Kein Nazi und will auch keiner sein.
das ist ja echt mal ein sehr merkwürdiger vergleich
die römer haben eine über 1000 jährige geschicht von der einiges zu recht bewundert wurde
dazu kommt noch das die römer eigentlich ziemlich tolerant in den von ihnen besetzten gebieten waren, sofern steuern und soldaten abgestellt wurden
nur gibt es heute noch kaiser die als unglaubliche tyrannen gelten...
dazu kommt noch das die römer in der regel ihre kriege gewonnen haben
und sieger schreiben geschichte....
klar hätte deutschland gewonnen würde man hitler heute wohl noch immer verehren (nicht das man ein so riesiges reich und einer riesigen zu unterdrückenden bevölkerung mit son paar deutschen hätte regieren können aber das jetzt en anderes thema)
Auch wenns eigendlich nicht zum Topic passt muss ich hier nochwas erwidern. Rom war eines der intolerantesten Völkchen in der Antike. Tolerant waren die Karthager und Griechen, die haben es nähmlich den Erobertenvölkern selber überlassen wie sehr sie sich anpassen und die Religion übernehmen. Rom hat Romanisiert und Geschichte und Kultur ausgelöscht...
Zu den Tyrannen. Wir können heute kaum noch einschätzen ob ein Tyrann wirklich bösartig war oder ob er einfach nach seinem Tod nur verleumnet wurde. Nero war die ersten Jahre ein wirklich respektabler Herrscher der viel Gutes getan hatte, allerdings war...
Stundorn schrieb am
Ich dachte mir das passt irgendwie zur Diskussion :-)
?Angenommen, es geht heutzutage jemand in einen fremden Obstgarten und stiehlt dort Pfirsiche und Pflaumen; jeder, der davon erfährt, wird es verurteilen, und wenn die Obrigkeit diesen Menschen zu fassen bekommt, wird er bestraft. Warum wohl? ? Weil er andere schädigt, um selbst zu profitieren! Hunde, Schweine, Hühner oder Ferkel stehlen ist noch viel schlimmer, als Obst aus fremden Gärten zu holen. Warum? Weil damit anderen noch größerer Schaden zugefügt wird. Deshalb ist es auch viel inhumaner und verbrecherischer!
Wenn schließlich jemand einen unschuldigen Menschen tötet [...] so ist das noch viel verwerflicher[...] Warum? Weil er anderen Menschen noch weit mehr schadet. Darum sind seine Inhumanität und sein Verbrechen auch viel größer, und die Strafe wird entsprechend schwerer ausfallen. Alle Fürsten auf Erden wissen das sehr wohl, verurteilen solche Taten und nennen sie ein unsittliches Verhalten. Erreicht dieses Vorgehen aber seinen Höhepunkt, indem ganze Staaten angegriffen werden, so finden sie daran nichts mehr zu verdammen [...]
Angenommen, ein Mann sieht einen kleinen schwarzen Fleck und nennt ihn schwarz; sieht er aber einen großen schwarzen Fleck, nennt er ihn weiß. Dieser Mann kennt offensichtlich nicht den Unterschied zwischen schwarz und weiß. Kostet jemand ein wenig Bitteres und nennt es bitter, viel Bitteres aber nennt er süß, so kennt er den Unterschied zwischen süß und bitter nicht. Wenn jemand ein geringes Unrecht als ein Unrecht erkennt, großes Unrecht aber, nämlich den Angriff auf ein Land, nicht als Unrecht erkennt, sondern womöglich noch von Rechtschaffenheit redet ? kann man dann von ihm noch sagen, dass er den Unterschied zwischen Recht und Unrecht kennt? Daran sieht man, wie wenig die Fürsten Recht und Unrecht noch auseinander halten können.?
Dem Sinn...
The Elder schrieb am
Wieso überhaupt ein Addon...
Die sollen lieber mal die KI auf der Kampagnenkarte per patch richten, sowas armseliges hab ich in einem rundenstrategiespiel schon lang nicht mehr erlebt...Auch der Grund warum ich seit 2 Monaten das Spiel nicht mehr angerührt habe...oder hat sich da inzwischen geändert?
schrieb am

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