Take-Two

Was bringt die FTC-Blockade?

Während Electronic Arts um eine gute Zusammenarbeit mit dem US-Kartellamt bemüht zu sein scheint, sträubt sich Take-Two und verweigert die Herausgabe von Daten, die im Rahmen eines "seconds requests" von der Federal Trade Commission angefordert wurden. Die Regulatoren bemühten mittlerweile ein US-Bundesgericht, welches jetzt für den 24. Juni eine Anhörung angesetzt hat, um zu klären, ob der Übernahmekandidat überhaupt dazu verpflichtet ist.

Auf N'Gai Croals Blog analysiert Justin Blankenship abermals die aktuelle Situation. Der ehemalige Mitarbeiter der FTC hatte die Lage schon früher dargelegt und bereits damals gemutmaßt, dass das Kartellamt länger als die üblichen 30 Tage benötigen wird, um die Fusion und ihre Konsequenzen unter die Lupe zu nehmen. Der Knackpunkt: Nach der Übernahme könnte Electronic Arts eine marktbeherrschende Stellung im Sportsektor haben. Ein Zusammenschluss könnte unter Umständen nur unter Auflagen bewilligt werden.

Electronic Arts hatte vor Kurzem verlauten lassen, man werde die Frist für das Kaufangebot aufgrund der FTC-Untersuchung verlängern. Sollte das Kartellamt allerdings auch 45 Tage nach der Übergabe der von ihm verlangten Informationen keine Entscheidung getroffen haben, so werde man seine Übernahmeabsichten verwirklichen, vorausgesetzt man hat bis dahin einen Mehrheitsanteil an Take-Two sicher.

Blankenship vermutet allerdings, dass EA, unabhängig von der Frist, keinen Finger rühren wird, bis das OK der Regulatoren vorliegt. Man könnte zwar mit den Transaktionen beginnen, im schlimmsten Fall kann das Kartellamt aber später eine Zurückabwicklung des Deals verlangen, was wiederum viel Zeit und Geld kosten dürfte.

Der "second request", also die zweite Anfrage seitens des Kartellamts, bedeute in der Regel einen ziemlichen Aufwand für alle involvierten Parteien aufgrund des möglichen Umfangs der erforderlichen Informationen. Üblicherweise würde man dann immer darüber verhandeln, welche Daten letztendlich wirklich gebraucht werden, um das Prozedere nicht allzu sehr ausarten zu lassen. Das sei wohl auch bei Take-Two anfangs nicht anders gewesen - nachdem sich der Publisher neue Rechtsvertreter gesucht hatte, scheint es allerdings zu einem Umdenken gekommen zu sein.

Der Übernahmekandidat sieht nicht ein, die Kosten für das Unterfangen tragen zu müssen - schließlich hatte man sich gegen den Zusammenschluss mit EA (zu den derzeitigen Konditionen) ausgesprochen. Auf ewig verzögern könne Take-Two den Prozess nicht, so Blankenship, da das Kartellamt auch versuchen kann, per einstweiliger Verfügung an die Daten zu kommen.

Allerdings orakelt er auch: Je länger das Verfahren herausgezögert wird, desto unwahrscheinlicher erscheint es, dass der Deal über die Bühne gehen wird. EA könnte irgendwann die Lust verlieren. Auch sei es möglich, dass irgendwann ein Weißer Ritter in Form eines anderen Publishers daherkommt, um Take-Two vor EA zu retten. So hatte das Forbes Magazine kürzlich Ubisoft als möglichen Fusionspartner ins Spiel gebracht.

Ein Blick in die vorliegenen Unterlagen bestätige zumindest, dass die FTC sich Gedanken hinsichtlich des Sportbereichs macht. So werde derzeit u.a. erörtert, welche Konkurrenzserien es für diverse Sportittel gibt.
Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • Take2 wehrt sich mit allen Mitteln. Zurecht, wie ich finde. Wenn der große GTA 4 Hype wieder vorbei ist, wird das Interesse EAs sicherlich (hoffentlich :!: )wieder schrumpfen. Denn den Sportsektor beherrscht EA ja ohnehin schon so gut wie (WTF is 2K Sports?) und kann niemals Hauptgrund für diese  [...] Take2 wehrt sich mit allen Mitteln. Zurecht, wie ich finde. Wenn der große GTA 4 Hype wieder vorbei ist, wird das Interesse EAs sicherlich (hoffentlich :!: )wieder schrumpfen. Denn den Sportsektor beherrscht EA ja ohnehin schon so gut wie (WTF is 2K Sports?) und kann niemals Hauptgrund für diese Offensive sein.
  • Das ist leider so mit den Aktien :( Ursprünglich als sehr gutes Modell zur Unternehmensfinanzierung gedacht, ist es mittlerweile aus den Fugen gelaufen und ist mit einem großen Anteil dafür verantwortlich, dass die Reichen heute immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Warum? Die  [...] Das ist leider so mit den Aktien :( Ursprünglich als sehr gutes Modell zur Unternehmensfinanzierung gedacht, ist es mittlerweile aus den Fugen gelaufen und ist mit einem großen Anteil dafür verantwortlich, dass die Reichen heute immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Warum? Die Reichen kaufen sich einfach Aktien und verlangen saftige Gewinn-Ausschüttungen (ohne je was dafür getan zu haben) und die Armen die kein Geld für Aktien haben und in AGs arbeiten dürfen das bezahlen und ausbaden. Natürlich finde ich es richtig, dass jemand der sein Geld in ein Unternehmen investiert auch eine Belohnung am Jahresende dafür bekommt, allerdings kann es eben nicht sein, dass Aktionäre ein vielfaches von dem kassieren, was die Arbeiter der jeweiligen AG als Lohn bekommen. War jetzt nicht ganz das Thema, aber EA sehe ich genauso als Arschloch-Unternehmen an, weil sie ja auch sowelche sind, die einfach alles aufkaufen und abkassieren, hauptsache Mister Chef kann mit seinem Mercedes S600 oder Ferrari nach Hause kutschieren und hat Zuhause auch jeden Luxus den er will... :(
  • doc123 schrieb:
    so wer kann mir das mal erklären mit dem T2 retten vor EA??? Seid wann MUSS man vekaufen? Total lächerlich ich würd EA meine hand zeigen und sagen such dir einen aus... so ein schwachsinn *genervt von EA*
    Noch nie etwas von Aktien gehört?  [...]
    doc123 schrieb:
    so wer kann mir das mal erklären mit dem T2 retten vor EA??? Seid wann MUSS man vekaufen? Total lächerlich ich würd EA meine hand zeigen und sagen such dir einen aus... so ein schwachsinn *genervt von EA*
    Noch nie etwas von Aktien gehört? Kleine Papierurkunden die bestätigen, dass einem ein Stück vom Unternehmen gehört Wenn einem also 51% aller Aktien gehören, gehört einem auch 51% am Unternehmen. ERGO hat man bei Abstimmung IMMER die Mehrheit und kann mit dem unternehmen machen was man will. Wenn nun von einer Firma wie T2 mehr als 51% aller Aktien irgendwelchen anderen Leute gehören, sollte man sich nicht wundern wenn irgendwann mal die 51% nur EINEM gehören.