Spielende Chirurgen sind besser
Um den heutigen Studienhattrick zu komplettieren: Eine weitere Untersuchung bestätigt mal wieder, dass Spiele feinmotorische sowie wahrnehmungsrelevante Fertigkeiten trainieren können. In diesem Fall wurde der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Unterhaltungssoftware und den chirugischen Fähigkeiten von Ärzten untersucht.
Im Zentrum der Untersuchung der 33 Chirurgen stand die Leistung bei einem laparoskopischen Eingriff. Hierbei werden die Bauchdecke mit Gas aufgeblasen und lange stabformige Instrumente über Kanülen in kleine Körperlöcher eingeführt. Das heisst, es ist kein öffnender Schnitt notwendig und die Chirurgen arbeiten nur indirekt über das Bild einer ebenfalls eingeführten Kamera, ohne jemals einen direkten Blick auf den Operationsbereich zu haben.
Die neun Chirurgen, die mindestens drei Stunden pro Woche spielten, machten 37 Prozent weniger Fehler, waren 27 Prozent schneller und schnitten in den Fertigkeitentest ganze 42 Prozent besser ab als die 15 Kollegen, die noch nie ein Spiel konsumiert hatten.
Interessanterweise bestand zwischen den Fertigkeiten in Videospielen und den Ergebnissen im Test ein höherer statistischer Zusammenhang als zwischen letzteren und der Länge der medizinischen Ausbildung bzw. des Trainings oder der vorherigen Erfahrung mit laparoskopischen Eingriffen.
Wer der Studie vertraut, sollte ich also zukünftig vielleicht über die Hobbys der für einen in Frage kommenden Ärzte schlau machen.