Rape Day: Skandalspiel auf Steam entfernt: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse - 4Players.de

 
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Rape Day - Skandalspiel auf Steam entfernt: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Rape Day (Action) von
Rape Day (Action) von - Bildquelle: Desk Plant
Aktualisierung vom 07. März 2019, 00:03 Uhr:

Nach massivem öffentlichen Druck hat Valve Software als Betreiber von Steam nachgegeben und "Rape Day" von der Vertriebsplattform verbannt.

Im Statement heißt es: "Angesichts unserer früheren Bekanntmachung 'Who Gets To Be On The Steam Store?' halten wir die Entscheidung [der Entfernung von Rape Day] für erklärungsbedürftig. Ein Großteil unserer Richtlinien bezüglich dessen, was wir vertreiben, ist und muss als Reaktion erfolgen - wir müssen einfach warten und sehen, was über Steam Direct zu uns kommt. Wir müssen dann eine Beurteilung über jedes Risiko abgeben, das es für Valve, unsere Entwicklungspartner oder unsere Kunden darstellt. Nach eingehender Recherche und Diskussion denken wir, dass 'Rape Day' ungewisse Kosten und Risiken mit sich bringt und daher nicht auf Steam erhältlich sein wird. Wir respektieren den Wunsch der Entwickler, sich auszudrücken und der Zweck von Steam ist es, den Entwicklern zu helfen, ein Publikum zu finden, aber dieser Entwickler hat sich für Inhalte und eine Art der Darstellung entschieden, die es uns sehr schwer machen, [dem Entwickler] dabei zu helfen."

Ursprüngliche Meldung vom 04. März 2019, 16:22 Uhr:

Bei Steam sorgt aktuell die "Visual Novel" Rape Day für Aufsehen. In dem Grafik-Abenteuer geht es um die Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse.

Produkt-Beschreibung: "Kontrolliere die Entscheidungen eines bedrohlichen Serienmörders und Vergewaltigers während einer Zombie-Apokalypse. Belästige, ermorde und vergewaltige Frauen, während Du die Geschichte fortsetzt. Es ist eine gefährliche Welt ohne Gesetze. Die Zombies genießen es, das Fleisch von warmen Menschen zu essen und sie brutal zu vergewaltigen, aber Du bist der gefährlichste Vergewaltiger der Stadt."

Der gewalttätige Inhalt des Spiels hat bereits viele Beschwerden über Rape Day bei Steam bzw. bei dem Plattformbetreiber Valve Software nach sich gezogen. Angeboten wird das Spiel aber immer noch, was vielfach kritisiert wird. Obgleich das Spiel als "nur für Erwachsene" markiert und nicht überall öffentlich sichtbar ist.


Auf der offiziellen Webseite beschreibt Entwickler "Desk Plant" das Spiel als "düstere Komödie" und schwafelt davon, dass er oder sie alles in seinem/ihrem wirklichen Leben mit einem Unterstrom von Sarkasmus und Respektlosigkeit betrachten würde. "Ich lache über die unpassendsten Zeiten im wirklichen Leben und diese emotionale Färbung" würde in den Subtext des Spiels einfließen, heißt es.

In roten Buchstaben auf schwarzem Hintergrund schreibt "Desk Plant" weiter: "Wenn wir jemals zu der wissenschaftlichen Schlussfolgerung kommen, dass die Begehung von Verbrechen in Videospielen die Chancen auf Verbrechen im wirklichen Leben erheblich erhöht, dann müssten wir als Gesellschaft an dieser Stelle entscheiden, ob wir einige oder alle Verbrechen in der Fiktion verbieten wollen. Aber man kann nicht erwägen, Vergewaltigung in der Fiktion zu verbieten, ohne Mord und Folter zu verbieten. Mord wurde in der Fiktion normalisiert, während Vergewaltigung noch nicht normalisiert wurde. Irgendwann in der Zukunft werden Spielhistoriker auf visuelle Romane wie 'Rape Day' zurückblicken, während Spielhistoriker jetzt auf Spiele wie 'Grand Theft Auto' zurückblicken oder sogar das erste Mal Nacktheit im Fernsehen gezeigt wurde. Moralische Raserei stoppt die Unterhaltungsindustrie nicht, sie verlangsamt sie, aber mit der Zeit schreitet die Gesellschaft voran und erkennt, dass die rein fiktiven Dinge, von denen sie dachten, sie würden moralischen Verfall oder Gesetzlosigkeit verursachen, nicht dazu führen werden."

"Ich wollte ein Spiel machen, das mich unterhält und es gibt sicher auch andere Menschen, denen das Game gefällt. Vier Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen und die Geschichte dürfte auch anderen Leuten gefallen", zitiert Der Standard den Entwickler auf Steam. Eine Passage, in der man ein Baby tötet, hatte der Entwickler bereits entfernt und entschuldigte sich für diese Zensur. "Desk Plant" wolle kein "weiteres monotones japanisches Adventure" veröffentlichen.

Rape Day soll im April 2019 erscheinen. Wenn es von Steam entfernt werden sollte, möchte es Entwickler Desk Plant auf seiner Webseite anbieten.

Quelle: Steam, Desk Plant, Der Standard, Twitter

Kommentare

Danilot schrieb am
@Skabus
Stimme deinem Beitrag komplett zu. ??
@DocAngelo
Alles klar, fand die Diskussion hier auch sehr gut.
: )
Doc Angelo schrieb am
Danilot hat geschrieben: ?
15.03.2019 07:47
So wir wiederholen uns aber, zumindest habe ich mich ab Seite 14 oder so ausgiebig zu diesem dir wichtigen Punkt (Ungleichbehandlung von Gewalt und Vergewaltigung in Games) geäußert. Und endlos wiederholen möchte ich mich hier nicht.
Hm. Ich dachte Du wärst etwas später in die Diskussion eingestiegen. Ich hab nochmal die Beiträge durchgeblättert. Ich denke ich hab da Teilnehmer durcheinander gewürfelt. Sorry dafür! Du hast recht, wir haben das Thema schon ganz gut besprochen, und ich konnte mit deinen Beiträgen viel anfangen!
Ich finde übrigens wenn man den Rahmen (Rape Day) bedenkt, verlief die Diskussion hier im Großen und Ganzen recht respektvoll und ruhig. Ich mag das Forum hier. :thumbsup:
Skabus schrieb am
Danilot hat geschrieben: ?
15.03.2019 07:47
Es geht mir darum, welche Gaminginhalte gesellschaftlich gesehen Akzeptanz erfahren und welche Inhalte nicht. Ein Wolfenstein 2 wird von den westlichen Gesellschaften insgesamt akzeptiert, ein "Vergewaltigungsspiel" wie Rape Day eher nicht.
Ich denke, das ist der zentral wichtige Punkt, der mMn oft übersehen wird. Die Gesellschaft hat zu jeder Zeit einen gewissen Konsens darüber, was gesellschaftlich akzeptiert wird und was nicht. Tatsächlich ist es eben einfach gelebte menschliche Realität, das Gewalt schon immer ein Teil der Gesellschaft war und ist. Darüber habe ich auch in einem anderen Tread zu einem ähnlichen Thema schonmal etwas gesagt. Gewalt/Konflikt ist nahezu immer ein Teil von Unterhaltungsmedien. Egal ob es um Gladiatorenkämpfe im alten Rom, Mord und Totschlag in Shakespears Theateraufführung, gewalthaltige Action-Filme oder brutale Videospielinhalte geht. Elemente wie Vergewaltigung sind aber schreckliche, abscheuliche Taten, die zu recht, von den meisten Menschen verachtet werden und die wenigsten Menschen wollen sich tatsächlich "gerne" mit Vergewaltigungen auseinandersetzen. Seien sie nun glorifiziert oder nicht. mMn ist es auch irrelevant, dass Vergewaltigung tatsächlich auch schon immer mal Teil versch. Mythen, Sagen, etc. war. Etwa griechische Sagen, etc. Das ändert das Verhältnis der Menschen zu den beiden Themen "körperliche Gewalt" und "sexuelle Vergewaltigung" mMn nicht.
In dem Punkt stimme ich dir also absolut zu. Es mag richtig sein was Doc Angelo sagt. Es merkwürdig und diskusionswürdig, es ist sogar heuchlerisch, dass "die Gesellschaft" sich anmaßt zu entscheiden, welche Gräultaten schlimm sind,...
Danilot schrieb am
Doc Angelo hat geschrieben: ?
14.03.2019 23:09
Danilot hat geschrieben: ?
14.03.2019 22:59
...
Ich denke es ist mir nicht so richtig klar, worum es dir geht. Mir persönlich geht es hier um den Umstand, das das eine Gewaltverbrechen in Fiktion akzeptiert wird, das andere aber nicht. Das finde ich interessant. Der Titel "Rape Day" ist für mich nur der Anstoss für die Diskussion gewesen.
Es geht mir darum, welche Gaminginhalte gesellschaftlich gesehen Akzeptanz erfahren und welche Inhalte nicht. Ein Wolfenstein 2 wird von den westlichen Gesellschaften insgesamt akzeptiert, ein "Vergewaltigungsspiel" wie Rape Day eher nicht.
Egal ist mir, was Heinz Müller von nebenan gut findet oder nicht, weil das an dem gesellschaftlichen Umgang mit "Gewalt- und Vergewaltigungsspielen" insgesamt nichts ändert. Davon abgesehen tauschen wir uns natürlich darüber aus, was wir hier im Forum im einzelnen unterschiedlich bewerten.
So wir wiederholen uns aber, zumindest habe ich mich ab Seite 14 oder so ausgiebig zu diesem dir wichtigen Punkt (Ungleichbehandlung von Gewalt und Vergewaltigung in Games) geäußert. Und endlos wiederholen möchte ich mich hier nicht.
Doc Angelo schrieb am
Danilot hat geschrieben: ?
14.03.2019 22:59
...
Ich denke es ist mir nicht so richtig klar, worum es dir geht. Mir persönlich geht es hier um den Umstand, das das eine Gewaltverbrechen in Fiktion akzeptiert wird, das andere aber nicht. Das finde ich interessant. Der Titel "Rape Day" ist für mich nur der Anstoss für die Diskussion gewesen. Ich finde immer noch, das dieser Umstand in der Diskussion von den meisten ignoriert wird. Es gab ein paar gute Beiträge dazu, aber wirklich nur wenige.
schrieb am