Bayern schießt gegen "Killerspiele"
In Bayern steht die nächste Wahl vor der Tür! Grund genug, sich wieder mit populistischen Themen wie den so genannten "Killerspielen" zu beschäftigen. So fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Rahmen eines so genannten "Expertengesprächs" in Berlin ein rasches Verbot dieser Spiele in Deutschland. Auch Prof. Dr. Christian Pfeiffer (Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen) und der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Uhl waren bei dem Treffen zugegen.
"Ich halte den derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, an deren erster Stelle ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele im Strafgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder einer empfindlichen Geldstrafe steht. Das strafrechtliche Verbot von verharmlosenden und verherrlichenden Gewaltdarstellungen im bisherigen § 131 des Strafgesetzbuches ist wirkungslos, da es nicht auf Computerspiele zugeschnitten ist", so Herrmann.
Dabei beruft er sich auf die Absprachen im Koalitionsvertrag und spricht nicht länger nur vom Jugendschutz, sondern verweist auch explizit darauf, dass auch Erwachsenen in Deutschland diese Art von Computer- und Videospielen vorenthalten werden sollen.
"Wir werden weiter für ein Darstellungs- und Verbreitungsverbot solch Ekel erregender Spiele kämpfen. Menschenverachtende, grausame Gewalttätigkeiten, bei denen der Spieler auch noch Pluspunkte dafür erhält, dass er seine Gegner auf möglichst grausame Weise zu Tode quält, gehören weder in Kinder- noch in Erwachsenenhände, sondern schlichtweg verboten. Es gibt kein Recht auf den Konsum von exzessiver Gewalt", führt der Innenminister weiter aus. "Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen droht gegenüber Gewalt abzustumpfen und durch sinkende schulische Leistungen für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Als Innenminister kann ich dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Parteiübergreifend sind Innen-, Jugend-, Medien- und Rechtspolitiker aufgefordert, nun endlich die notwendigen gesetzgeberischen Konsequenzen zu ziehen. Das heißt konkret: ein klares Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele".