Harmonix: (K)ein Schnäppchen
Im November hatte Viacom plötzlich bekannt gegeben, dass man sich von Harmonix Music Systems trennen wird. Es gebe eine bessere Heimat für das Studio, so der Medienkonzern, der erkannt haben will, dass Spiele nicht zu seinen Kernkompetenzen gehören.
Knapp einen Monat später hatte man einen Käufer gefunden: Die Investmentfirma Columbus Nova erklärte sich bereit, das Studio samt der Rock Band-Marke zu schlucken. Harmonix soll zukünftig wieder als eigenständige Firma geführt werden.
Bei Viacom war man wohl wirklich nur noch daran interessiert, die Entwickler so fix wie möglich loszuwerden und die Spielesparte aus der Bilanz zu bekommen: Laut David Kafka zahlt der neue Eigentümer nur einen symbolischen Kaufpreis für Harmonix: 49,99 Dollar.
Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit: Zusammen mit der Firma und der Marke hat Columbus Nova auch sämtliche mit Harmonix verbundenen finanziellen Verpflichtungen übernommen. Neben den standardmäßigen Betriebskosten des Teams wie Gehälter und Mieten seien da beispielsweise auch noch die nicht gerade preisgünstigen Lizenzgebühren für die Musik, die entrichtet werden müssen. Zudem sei man nun verantwortlich für den Berg an unverkauften Spielen, der in diversen Lagern ruhe. Insgesamt habe sich Viacom so Verpflichtungen in Höhe von 100 Mio. Dollar entledigt. Auch habe man 50 Mio. Dollar an Steuern einparen können.
Viacom hatte Harmonix vor knapp vier Jahren für 175 Mio. Dollar aufgekauft und die Rock Band-Reihe entwickeln lassen. 2007 hatte der Konzern zudem noch Performance-Boni an die einstigen Gesellschafter ausgeschüttet - laut L.A. Times-Angaben nicht weniger als 150 Mio. Dollar. Über eventuell ausstehende Bonusforderungen für das Jahr 2008 wird derzeit gestritten: Vor knapp einem Monat hatten jene ehemaligen Gesellschafter Viacom verklagt und werfen dem einstigen Eigentümer vor, die fälligen Belohnungen mit vertragstechnischen Winkelzügen bewusst geschmälert zu haben.
Zumindest Bill Harris gibt sich nicht allzu optimistisch hinsichtlich der unmittelbaren Zukunft des Studios. Es sei schon bezeichnend, dass Firmen wie Activision oder Electronic Arts unter jenen Bedingungen nicht bereit waren, die finanziellen Lasten zu übernehmen und zuzugreifen. Aufgrund der Art des Deals sei es durchaus wahrscheinlich, dass Columbus Nova kurzfristig Eigentum des Studios filetieren und verscherbeln möchte - angesichts des niedrigen Kaufpreises könnten hier schon geringe Einnahmen als Gewinn verbucht werden. Auch dürften die Investmentspezialisten kein Interesse daran haben, Harmonix in seiner derzeitigen Form weiterzubetreiben: Umstrukturierungen und Einschnitte seien der nächste Schritt.
Knapp einen Monat später hatte man einen Käufer gefunden: Die Investmentfirma Columbus Nova erklärte sich bereit, das Studio samt der Rock Band-Marke zu schlucken. Harmonix soll zukünftig wieder als eigenständige Firma geführt werden.
Bei Viacom war man wohl wirklich nur noch daran interessiert, die Entwickler so fix wie möglich loszuwerden und die Spielesparte aus der Bilanz zu bekommen: Laut David Kafka zahlt der neue Eigentümer nur einen symbolischen Kaufpreis für Harmonix: 49,99 Dollar.
Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit: Zusammen mit der Firma und der Marke hat Columbus Nova auch sämtliche mit Harmonix verbundenen finanziellen Verpflichtungen übernommen. Neben den standardmäßigen Betriebskosten des Teams wie Gehälter und Mieten seien da beispielsweise auch noch die nicht gerade preisgünstigen Lizenzgebühren für die Musik, die entrichtet werden müssen. Zudem sei man nun verantwortlich für den Berg an unverkauften Spielen, der in diversen Lagern ruhe. Insgesamt habe sich Viacom so Verpflichtungen in Höhe von 100 Mio. Dollar entledigt. Auch habe man 50 Mio. Dollar an Steuern einparen können.
Viacom hatte Harmonix vor knapp vier Jahren für 175 Mio. Dollar aufgekauft und die Rock Band-Reihe entwickeln lassen. 2007 hatte der Konzern zudem noch Performance-Boni an die einstigen Gesellschafter ausgeschüttet - laut L.A. Times-Angaben nicht weniger als 150 Mio. Dollar. Über eventuell ausstehende Bonusforderungen für das Jahr 2008 wird derzeit gestritten: Vor knapp einem Monat hatten jene ehemaligen Gesellschafter Viacom verklagt und werfen dem einstigen Eigentümer vor, die fälligen Belohnungen mit vertragstechnischen Winkelzügen bewusst geschmälert zu haben.
Zumindest Bill Harris gibt sich nicht allzu optimistisch hinsichtlich der unmittelbaren Zukunft des Studios. Es sei schon bezeichnend, dass Firmen wie Activision oder Electronic Arts unter jenen Bedingungen nicht bereit waren, die finanziellen Lasten zu übernehmen und zuzugreifen. Aufgrund der Art des Deals sei es durchaus wahrscheinlich, dass Columbus Nova kurzfristig Eigentum des Studios filetieren und verscherbeln möchte - angesichts des niedrigen Kaufpreises könnten hier schon geringe Einnahmen als Gewinn verbucht werden. Auch dürften die Investmentspezialisten kein Interesse daran haben, Harmonix in seiner derzeitigen Form weiterzubetreiben: Umstrukturierungen und Einschnitte seien der nächste Schritt.