Süchtiger Chinese begeht Selbstmord
Ein 13-Jähriger aus dem chinesischen Tianjin nahm sich vor zwei Tagen das Leben, weil er dachte, dass er nach dem Tod Freunde aus dem Internet wiedersehen würde. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet weiter, dass der Schüler vom Dach eines 24-stöckigen Hauses in Peking sprang. In seinen Abschiedsbriefen sprach der leidenschaftliche Online-Rollenspieler davon, dass er Freunde treffen wolle, die bereits im Paradies spielten. Seine Eltern erwähnte er darin mit keinem Wort. Seine schulischen Leistungen ließen laut seinem Vater stark nach, nachdem er mit dem Computerspielen begonnen hatte. Die Eltern, die selbst wenig Online-Kenntnisse haben, waren mit seiner Sucht überfordert. Sie mussten ihren Sohn immer wieder aufs Neue aus Internet-Cafes zerren, wenn er dort tage- und nächtelang spielte. Zuletzt hatte er zwei Tage ohne Essen oder Pause gespielt.
Immer wieder ist es in letzter Zeit in China zu extremen Fällen von Internet-Sucht mit oft tödlichem Ausgang gekommen. Der ratlose Staatsapparat reagiert mit Razzien, Schließungen von Internet-Cafes und Verboten bestimmter Spiele. Nützen dürfte das alles freilich wenig, da die Jugendlichen magisch vom Web angezogen werden.