4Sceners: Mrs Escher's Nightmare, die Demo mit der zeichnenden Hand. War der Intro-Film eines kleinen Flash-Spiels von BMW ein Inspirationsquell? - 4Players.de

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BMW inspiriert ASD?

4Sceners (Sonstiges) von
4Sceners (Sonstiges) von - Bildquelle: 4Players

Andromeda Software Development! Eine der wichtigsten Gruppen in der Demoszene. Die Jungs aus Griechenland haben zusammen mit Fairlight und Farbrausch die Demoszene des 21. Jahrhunderts geprägt, haben mit ihren kreativen Meisterwerken wie Lifeforce, Iconoclast, Spin oder Midnight Run gehörig frischen Wind in die Szene gebracht und völlig neue Wege des Designs aufgezeigt. Doch in den letzten Jahren ist es ein wenig stiller um die Echtzeitgötter aus dem Olymp geworden. Die Releases wurden weniger, was natürlich vor allem den sich ändernden Anforderungen des Privatlebens, der Familie, unterworfen ist.

Dennoch veröffentlichen Andromeda Software Devlopment nach wie vor Demos. Zuletzt im Jahr 2014 Mrs Escher's Nightmare, wieder einmal ein gelungenes Werk, das einen völlig anderen Gestaltungsweg beschritt als Alles, was man bislang in der Szene zu Gesicht bekommen hat. Mastermind Navis lies in dieser Echtzeitdemo seine nachmodellierte Hand ein ganzes Effektuniversum, bestehend aus bekannten und neuen Szenen aus bisherigen ASD-Demos, zeichnen. Das war so erfrischend anders, so fantasievoll, dass Mrs Escher's Nightmare auf Rang 7 unserer Lieblingsdemos des Jahres 2014 landete. In der Kategorie "Bestes Design" sogar auf Platz 2.

Jetzt aber sind wir ein wenig verblüfft. Der Grund steckt in einem Flash-Spiel namens Aquarius, ein kleines Online-Game der BMW Group. In der Intro dieses Spiels werden Gebäudekomplexe und vor allem Schiffe gezeichnet - von einer Hand, die einen Stift hält. Bei weitem nicht so aufwändig, so detailverliebt wie in der Demo von ASD. Aber das Grundprinzip ist gleich. Und Aquarius erschien deutlich früher als Mrs Escher's Nightmare.

Nun könnte man aufschreien, könnte Navis und Co. ans Kreuz nageln und einen Sturm entfachen wie es einst bei Timbaland der Fall war, als bekannt wurde dass er den C64-Szenesong "Acid Jazz" von Tempest in einem Welthit von Nelly Furtado unerlaubt verwendete. Ist natürlich Quatsch. Wollen wir auch nicht. Zumal es ja völlig normal ist, dass man sich von anderen Werken inspirieren lässt und die Demoszene ihre Wunderwerke ja aus purer Leidenschaft und Spaß an der Freude entwickelt, sowie Kommerz keine Rolle spielt. Außerdem hat der Programmierer Navis bereits auf Pouet.net die Hintergründe zu Mrs Escher's Nightmare gelüftet und Einblick in die Geschichte gegeben, die man hier erzählt:

"The paper world is the world of ideas (a demo in your head). The background world is reality (a finished demo, as a demo usually looks like - ethereal, coloured). At the end the drawings escape into reality - and that may be the story of another demo :-).
This is one way to see it. Another is to ask mrs Escher, who has to live in a house full of crazy drawings and endless paradoxes!"

Also ruhig bleiben. Interessant ist es aber allemal, weshalb wir an dieser Stelle auch die Szenedemo Mrs Escher's Nightmare der Intro-Squenz aus Aquarius gegenüberstellen.


Mrs Escher's Nightmare von Andromeda Software Development.


Das Intro aus dem Flash-Spiel Aquarius der BMW Group.




Kommentare

v3to schrieb am
nun, wenn man so will, hat die inspiration dieser darstellung an sich schon eine lange tradition. in der blütezeit der stop-motion-technik gab es gerne mal filme, die seinerzeit eben diese technik bildhaft machen sollten, die an sich sehr ähnlich sind (gab da afair sogar mal was von disney).
wobei das thema an sich wäre mal diskussionswürdig, da die demoscene ja schon extrem auf originalität gebürstet ist und regelmäßig an den eigenen ansprüchen scheitert. das führte ja zu dieser unsäglichen 'no copy' signatur in den 90ern bei grafiken, bzw der workstage-pflicht bei einigen gfx-compos. im umgekehrten fall zu den musik-klau-vorfällen in der chiptune-szene - da ist timbaland halt das prominenteste beispiel. liegen die quellen bzw inspirationen offen, wird auch eher von hommage gesprochen (ist zumindest in der c64 szene so), was imo auch ein vernünftiger umgang mit der thematik ist.
man muss ja schon mal sehen, dass demoszene immer noch ein hobby und so ein unterschied besteht, ob wie in diesem fall eine vorlage künstlerisch aufbereitet und einen film in echtzeit nachgestellt wird oder ob da ein millionenschwerer produzent meint, er könne das schaffen anderer (ob nun der öffentlichkeit frei zugänglich oder nicht) ohne rücksicht auf irgendwas als grundlage für eine kommerzielle produktion nutzen. nichts desto trotz mangelt es imo auch in der demoscene an transparenz, was die verwendung von vorlagen angeht.
schrieb am

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