PS3 nur auf dem Papier überlegen?
Nach den E3-Präsentationen beider Hersteller schien Sony mit seiner Konsole die grafische Nase deutlich vorn zu haben. Aber was steckt wirklich hinter den gezeigten Eindrücken?
Richard Huddy, European Developer Relations Manager bei ATI, hat sich in einem Interview mit bit-tech.net zur Grafikhardware der Xbox 360 geäußert und erlaubt sich im selben Atemzug auch einen Seitenhieb auf den Konkurrenten Nvidia, der mit Sony zusammen an der PlayStation 3 arbeitet.
Zunächst einmal fallen die erwarteten großen Worte, wenn Huddy meint: "Ich bin wirklich beeindruckt. Sie (die Xbox 360-Architektur - Anm. d. Red.) ist besser als ich es beim gegenwärtigen Entwicklungsstand der 3D-Hardware erwartet hätte."
Als Besonderheit hebt Huddy hervor, dass Xenos, wie der ATI-Grafikchip getauft wurde, nicht über getrennte Pipelines für Vertex- und und Pixel-Berechnungen verfügt, sondern beide Funktionen über eine einheitliche Leitung verfügen. Damit könne die Leistungsfähigkeit des Chips zu 100 Prozent ausgeschöpft werden, wohingegen die Architektur der PS3-Konkurrenz aufgrund getrennter Pipelines anfallende Befehle nur gestaffelt verarbeiten kann und daher trotz besserer Werte auf dem Papier in der Praxis unterlegen sei. Zum Vergleich: Der Xenos arbeitet mit 500 MHz, wohingegen Nvidias Produkt 550 MHz, also zehn Prozent mehr Geschwindigkeit, vorlegt.
Nvidia spiele die Wichtigkeit einer einheitlichen Pipeline zwar herunter, das beruhe allerdings darauf, dass man dort schlicht und ergreifend nicht über die Technologie verfüge, die ATI für die Xbox 360 entwickelt hat.
Huddy spricht außerdem an, dass der aus sieben Cell-Kernen bestehende Prozessor der PS3 sehr schwer zu programmieren sei, was die Entwicklung leistungsstarker Software zusätzlich erschwere.
Selbstverständlich sind die gemachten Aussagen, erst recht vor dem eigentlichen Verkaufsstart der Konsolen, mit viel Vorsicht zu genießen. Immerhin scheint Microsoft aber das flexiblere System in petto zu haben. Wer am Ende mit mehr Eye-Candy auftrumpfen kann? Das nächste Jahr wird es uns zeigen.