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Red Dead Redemption: Friedhof-Trailer


Friedhof-Trailer
Fazit Red Dead Redemption, 20.05.2010:

Wer einen grandiosen Ausblick genießen will, wer sich in einer Vielzahl aus Missionen, zufĂ€lligen Ereignissen, Herausforderungen sowie Minispielen verlieren will und wer mit einer treffsicheren Hommage ĂŒber die Klischees des Spaghetti-Westerns liebevoll schmunzeln will, der muss Red Dead Redemption spielen! Rockstar hat den bisher stimmungsvollsten und umfangreichsten Wilden Westen erschaffen. Die idyllischen Ausblicke und das GefĂŒhl von Freiheit sind bemerkenswert. Doch gerade angesichts seiner Ă€ußeren Brillanz und des enormen spielerischen Umfangs ist es eine so bittere Pille, dass die Macher im Kern nur einen geradlinigen Shooter prĂ€sentieren. Entscheidungen haben keinerlei Einfluss auf die Handlung und das Gros der spielerischen Aktionen fĂŒhrt zu keinem nennenswerten Ergebnis. Etliche Stunden lang hatte ich mich voller Begeisterung in diesem Grenzland herumgetrieben; danach wurde leider immer deutlicher, wie wenig ich weder meinen Charakter noch die Geschichte beeinflussen kann. Ärgerlich auch, dass ich kaum eine der lieb gewonnenen Figuren im spĂ€teren Verlauf wiedergesehen habe. Dabei zeichnet Rockstar so herrlich eigenwillige Charakterköpfe und setzt sie so vortrefflich in Szene! HĂ€tten die Entwickler ihre riesige inhaltliche Vielfalt mit einem spielerischen Nutzen verknĂŒpft, Red Dead Redemption hĂ€tte die ErfĂŒllung des Prinzips »Open World« sein können! So ist es »nur« eine weitere, eine gigantische lebendige Spielwiese, in der man sich nach Lust und Laune - aber ohne echte Konsequenzen - austoben darf.

Noch nie hat mich eine offene Welt derart fasziniert. Das ist umso erstaunlicher, weil mich nur eine ganz bestimmte Art von Western begeistern kann - er muss derb, frei und erbarmungslos sein. Rockstar San Diego fĂ€ngt diese Stimmung so unheimlich gut ein, dass man Kakteen und Kojoten fast auf der Couch sieht. Und diese Pferde sind einfach genau so grandios wie diese weite, aber ereignis- und tierreiche PrĂ€rie! Man hat das GefĂŒhl, dass einem die ganze Welt offen steht, dass man als Revolverheld sein Schicksal im Guten wie im Schlechten bestimmen kann. Aber wenn man die euphorische Hitze des Einstiegs hinter sich hat, kĂŒhlen die Colts ab. Denn so bestechend die schauspielerische Leistung auch ist, entpuppt sich die Freiheit als wunderschöne Mogelpackung. Man vermisst nicht nur die erzĂ€hlerische FortfĂŒhrung von Beziehungen, sondern auch spĂŒrbare Auswirkungen sowie ein offeneres Missionsdesign. Warum habe ich nicht die Wahl bei wichtigen Entscheidungen? Warum entdecke ich als skrupelloser Bandit nicht andere Spielelemente als ein ehrenvoller Cowboy? Bei den Kleinigkeiten ist dieses  Spiel so wunderbar authentisch, aber bei den großen, fĂŒr dieses Genre so wichtigen Konsequenzen, bleibt es eine kreative Entwicklung schuldig. Gegen Ende dieses Abenteuers wird man fast traurig, wenn die grandiose Illusion der ersten Stunden in linearer Ballerei zerplatzt. Hat das Team irgendwann die Inspiration verloren? Trotzdem kann man sich dem atmosphĂ€rischen Sog dieses Westens kaum entziehen. Und ich  werde John Marston in sehr guter Erinnerung behalten - er hat mir nicht weniger als lange Tage und angenehme NĂ€chte beschert. Danke dafĂŒr an RockStar San Diego!

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