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Spielkultur | Special | 4Sceners

23.08.05, 18:21 Uhr, Paul Kautz

Aki Määtä dürfte jedem Oldschool-Demofan ein Begriff sein: Unter dem Namen »Marvel« sorgte der heute 29-jährige für wunderschöne Bilder in den Demos der legendären Future Crew. Nach vielen Jahren bei Remedy (Max Payne 2) zog der Finne im letzten August nach Montreal (Kanada), um für Electronic Arts als Game- und Leveldesigner zu arbeiten. Wir haben mit ihm über seine Arbeit und die Demoszene gesprochen.

(english version)

4Sceners: Wie war dein Einstieg in die Szene?

Marvel: Angefangen habe ich 1988 oder 1989, aber richtig aktiv wurde ich erst gegen 1991, als ich Mitglied der Future Crew wurde. Vorher war ich Teil der Amiga-Gruppen Dark Angels, Eclipse und Sonic (Sonik Clique) – und danach der PC-Gruppe Sonic PC.

4Sceners: Wie hat das Ganze bei dir angefangen?

Aki »Marvel« Määttä - einstiger Pixel-Held der Future Crew, heutzutage bei EA tätig.

Marvel: Meinen Einstieg verdanke ich dem Cousin eines Freundes. Er betrieb eine BBS (Bulletin Board System, der Vorläufer heutiger Internet-Foren; Anm. d. Red.) für eine Demogruppe und kannte einige meiner frühen Bilder – also fragte er mich, ob ich Interesse an der Szene hätte.

4Sceners: Bist du noch immer in der Szene aktiv? Oder verfolgst du sie zumindest?

Marvel: Ich war bis zur Assembly 03 semi-aktiv – sprich ich habe mich über Websites auf dem Laufenden gehalten, habe an der Grafik-Competition der ASM teilgenommen (und der Oldskool-Musikcompo 2000, wenn ich mich nicht irre). Da ich mittlerweile in Kanada lebe, habe ich leider keine Zeit mehr, an europäischen Parties teilzunehmen. Außerdem fühle ich mich der Szene nicht mehr so verbunden wie früher.

4Sceners: Womit verdienst du mittlerweile deinen Lebensunterhalt?

Marvel: Game- und Leveldesign. Ich war außerdem an der Grafik für Medal of Honor: European Assault beteiligt.

4Sceners: Warum hast du von Remedy zu Electronic Arts gewechselt?

Marvel: Ich wollte etwas neues, etwas anderes versuchen. Immerhin war ich sechs lange Jahre bei Remedy, da packt einen schon mal die Lust auf etwas Abwechslung.

4Sceners: Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Unterschied zwischen oldschool- und newschool-Demos? Magst du diese Entwicklung überhaupt?

Marvel: Unter »Oldschool« verstehe ich Teamwork, kollegiale Treffen und echten Teamgeist. »Newschool« sind für mich eher Grafiker, die »funky« 3D-Objekte entwerfen und Programmierer, die diese dann in die Demo packen. Meiner Meinung nach ist der Zusammenhalt, das gemeinsame Design nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Allerdings ist es auch nicht mehr so vom Coder abhängig wie früher – ich habe schon seit fünf Jahren keine wirklich neuen Effekte in den Demos mehr gesehen, in den späten 80ern bis frühen 90ern gab es weitaus mehr technischen Fortschritt.

Mit seinem Bild 1-800-xxx erreichte Marvel 2003 den dritten Platz beim "Freestyle Graphics"-Wettbewerb auf der Assembly.
4Sceners:
Wie findest du es, dass sich Szene-Events wie die Assembly oder The Gathering immer mehr zu einer Spieler-Party verwandeln?

Marvel: Es gehört wohl zum natürlichen Evolutionsprozess: Wenn die Veranstalter keine Spieler reingelassen hätten, würden die Parties vermutlich immer noch auf dem früheren Stand von 300 Mann in einer Schule herumdümpeln. Es ist immer noch schön, dass die vielen Compos inmitten der großen LAN-Arenen laufen und auch von den Spielern respektiert werden. Wenn sich die Szene weiterentwickeln soll, sind Parties wie die ASM oder TG ohne Frage die treibende Kraft dahinter.

4Sceners: Was ist deiner Meinung nach wichtiger in einer Demo: spektakuläre technische Tricks oder gutes Design, basierend auf soliden technischen Spielereien?

Marvel: Balance und gutes Design. In dem Zusammenhang finde ich, dass die besten Demos hier und da gute technische Tricks zeigen, ältere Effekte in einer neuen Art und Weise präsentieren und das Ganze mit tollen Bildern abrunden müssen.

4Sceners: Was ist deine Lieblingsdemo?

Marvel: Vermutlich Crystal Dream (Triton). Ich mag außerdem viele Demos von NoooN, weil ihr Stil diverse Dinge zu zeigen einfach sehr frisch und vollkommen anders ist.

       
 
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