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Spielkultur | Special | 4Sceners

03.01.06, 14:51 Uhr, Bobic

2005 ist vorbei. Ein Jahr, in dem sich die Demoszene enorm weiterentwickelt hat. Nicht nur beim technischen Aspekt, da in vielen Demos mittlerweile der DX9-Standard Einzug gehalten hat, vor allem künstlerisch wurde ein wichtiger Schritt nach vorne gemacht. Oftmals verschmelzen Spiele- und Demowelt miteinander, was in teils beeindruckenden 3D-Szenen gipfelt. Auch auf Spielemessen wie der Games Convention, oder diversen Filmfestivals wurden die Computer-Generierten Kunstwerke der Szene gezeigt. Ebenso zeigte das vergangene Jahr, wie unterschiedlich die Designstile der einzelnen Produktionen sein können. Mal spartanisch und nüchtern, aber trotzdem stilvoll, dann wieder glamourös und bildgewaltig. Andere wiederum setzten eher auf einen verwaschenen Look mit zahlreichen Störfiltern und nervösen Zuckungen.

Die Top-Prods 2005!

Demos:
1.) Aether / MFX
2.) Iconoclast / ASD
3.) 195/95 / Plastic
4.) sts-04: Instant Zen / Synesthetics
5.) Perfect Love / LKCC
6.) Final Audition / Plastic
7.) Trocken / Bauknecht
8.) Don't Stop / Portal Process
9.) sts-03: Aeon Flux / Synesthetics
10.) Welcome to 4Sceners / Marshals

64k Intros:
1.) Death and Taxes / Fairlight
2.) 195/95/256 / RGBA
3.) Binary Flow / Conspiracy
4.) Che Guevera / Fairlight
5.) Rastro / Kakiarts

4k Intros:
1.) Parsec / Frenetic, r0K & Sonic
2.) Make it 4k / Fit & Bandwagon
3.) Synchroplastikum / Calodox
4.) Anorgatronikum / Calodox
5.) Second Impression / 301

Invitations:
1.) We are the Robots / Outracks
2.) Binary Flow / Conspiracy
3.) Demozone 2005 / Neural & Park
4.) Stream Mega / Matt Current
5.) Text Mode Demo Compo 8 / Taat

Auf den großen Partys wie der Breakpoint in Bingen am Rhein oder der finnischen Assembly wurden wieder einmal die wichtigsten Demos und Intros des Jahres veröffentlicht. Das ist mitunter etwas schade, da bereits zu Beginn der zweiten Jahreshälfte der alljährliche Höhepunkt erreicht ist. Die kleineren Events, allen voran die Evoke, die Chaos Constructions, Buenzli oder die spanische Euskal, ziehen glücklicherweise kräftig nach. Nie zuvor wurden mehr Produktionen von hohem Niveau auf diesen Veranstaltungen gezeigt. Vielleicht ein Grund, weil es sich hier um reine Szene-Partys handelt, ohne groß angelegte LAN-Areas auf denen gedaddelt werden kann? Klar, die Breakpoint fällt natürlich nicht unter diese Kategorie, aber es ist schön zu sehen, dass sich auch abseits von den "Big Meetings" etwas tut.

Was hat uns 2005 gefallen, was nicht. Welche Demos und Intros sind für uns die besten des Jahres und warum. Was hat uns überrascht, was frustriert. All diese Fragen werden auf den folgenden Seiten beantwortet.

Die beste Demo
Es war ein "Kopf an Kopf"-Rennen, doch letztendlich wurde Paul mit seiner Meinung in die Schranken gewiesen. Aether von MFX ist für uns die beste Demo des Jahres. Warum? Weil das Design ungewöhnlich und cool ist, weil die Farbwahl schlichtweg perfekt ist und Little Bitchards grandioser Elektro-Soundtrack den Zuhörer von einem technischen Höhepunkt zum nächsten treibt. Da blieb für das gewaltige Demo-Spektakel Iconoclast von Andromeda Software Development nur der zweite Platz übrig. Das ist zwar technisch ebenfalls eine Augenweide, glänzt mit fließend ineinander übergehenden Szenen, wirkt an vielen Stellen aber etwas zu überladen, mit seinen vielen Layern und Effektschichten. Den dritten Rang konnten sich Plastic mit 195/95 ergattern, das visuell die Szene in neue Dimension trieb und mit dem bombastischen Orchestersoundtrack auch musikalisch gefällt.

Ungewöhnlicher, aber extrem stimmungsvoller Stil. Death and Taxes von Fairlight ist unsere 64k-Intro des Jahres!
Die beste 64k-Intro
Die bisherigen Intro-Könige Conspiracy und Farbrausch machten sich 2005 ziemlich rar, weshalb der Weg frei war für andere Gruppen. Vor allem die legendäre Demogruppe Fairlight zeigte, wie eng sie den Gürtel schnallen können. Coder Smash hatte seine Kenntnisse im Bereich der Kompressionstechnologie und Texturberechnung so weit verbessert, dass er es mit seinem äußert stilvollen Werk Death and Taxes auf das oberste Treppchen schaffte. Das stark an einen avantgardistischen Kurzfilm erinnernde Werk sieht ungewöhnlich aus und ist relativ ruhig gehalten, aber genau deswegen wirkt es auch so harmonisch und faszinierend. Außerdem enthält es die vielleicht eindrucksvollsten Würfelgebilde der Demogeschichte. Platz 2 geht an RGBA, die mit 195/95/256 die große Demo von Plastic in nur 64 Kilobyte quetschen. Objektiv gesehen ist das Werk von RGBA technisch die eindrucksvollste Präsentation. Da sie sowohl Optik als auch Design 1:1 übernehmen konnten, haben wir Death and Taxes den Vorzug gegeben, da dies ein vollkommen eigenständiges Produkt ist. Auf Rang 3 folgt dann auch die einzige offizielle Szeneproduktion von Conspiracy (offiziell deshalb, weil der 4Players.de Teaser nicht als eigenständiges Szenewerk angesehen werden möchte). Binary Flow ist zugleich die offizielle Einladungsshow zur Assembly 2005 gewesen und erinnert mit dem schimmernden Glow-Look deutlich an das Spiel Tron 2.0.

Mit Parsec schuf Frenetic eine einzigartige 4k Intro, die wohl auf lange Sicht unerreicht bleiben wird.

Die beste 4k-Intro
Die Wahl fiel nicht schwer, weil jeder Kenner bereits zur Osterzeit wusste, dass es in diesem Jahr nicht mehr besser kommen konnte. Parsec, programmiert von Carsten "Frenetic" Dachsbacher, war der Oberhammer, ein Überflieger wie er nur einmal im Jahr vorkommt. Der Ausflug in den Weltraum sah sensationell aus und wurde von stimmungsvoller Musik begleitet. Parsec ist für das Genre der 4K-Intros das, was Heaven Seven bereits im Jahr 2000 für die 64k Intros erreichte – einzigartig, unschlagbar, ein König, der nicht so leicht von seinem Thron zu stürzen ist.
Trotz des überschwänglichen Lobes für den Sieger dieser Kategorie sind auch die weiteren Platzierungen nicht zu verachten. Die Silbermedaille geht mit Make it 4k an Fit und Bandwagon, die dieses funkige Teil entwarfen. Bronze sicherte sich Minas/Calodox, die 4k-Intro-Maschine. Er brachte dieses Jahr gleich 3 hochkarätige 4ks unters Volk. Sein TUM'05 Release Synchroplastikum schaffte es mit superscharfen 3D-Modellen und Shadern auf den dritten Platz, während sich sein Anorgatronikum knapp geschlagen mit dem undbankbaren vierten Rang abfinden muss.

Die Überraschung des Jahres
Fette Demopakete zu schnüren, mit komplexen 3D-Modellen, Bombast-Musik und riesigen Texturmengen ist für die mit Talent gesegneten Teams kein Problem. Das alles aber in einer Größe von nur 64 Kilobyte unterzubringen, ist eine Kunst, auf die sich die Wenigsten verstehen. Die spanische Gruppe RGBA setzten dem Spektakel die Krone auf, indem sie die Gewinner-Demo von der Breakpoint, Plastics 195/95, in nur 64 Kilobyte neu auflegten. Alle bekannten Texturen, Modelle und Szenen sind im mit 195/95/256 betitelten Werk enthalten, nur die Musik konnte nicht 1:1 konvertiert werden und klang zu Beginn einfach nur grauenhaft. Mittlerweile ist aber eine finale Version erschienen, bei der auch die Ohren auf ihre Kosten kommen. Sogar der Original-Coder Bonzaj konnte seinen Augen kaum trauen, als er sein Werk in dieser Größe sah!

 

    
 
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