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Multi | Special | 4Sceners

06.08.11, 19:37 Uhr, Bobic

Indie-Games sind inzwischen erwachsen geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen kleine, feine Spiele in der heimischen Garage oder im Wohnzimmer entwickelt wurden, die nur ein kleines Publikum zu Gesicht bekamen. Mittlerweile schwimmen die Geheimtipps aus der Homebrew-Szene im Strudel der Big-Releases, der AAA-Games, und stehlen ihnen so manches Mal die Schau. Frische Spielideen, liebevolles, künstlerisch wertvolles Artwork und faszinierende Geschichten stecken in solchen Titeln. Auf der finnischen Demo-Party Assembly 2011 haben wir im Rahmen des dortigen Games-Wettbewerbs einige Perlen ausfindig gemacht, die von Nachwuchs-Teams stammen, und die wir euch unbedingt vorstellen möchten.


Assembly 2011 Artikelführer:
ASM'11: Indie-Games / ASM'11: Demos & Intros / ASM'11: Grafiken & Musik

Type Hard / Meatgrinder

Achtung, ihr Hochgeschwindigkeitstipper, hier kommt euer Spiel! Lockert die Finger, ölt die Gelenke - und dann haut in die Tasten. Hier kämpft ihr gegen sechs Teams, die allesamt nur ein Ziel haben: Ein Wort so schnell wie möglich abzutippen. Sofern ihr den Turbo zündet, heimst ihr die Punkte ein, könnt ganze Combo-Ketten vom Stapel lassen und berauscht euch an einer Optik, die irgendwo zwischen Crash-Test-Dummy-Charme und Diskofieber angesiedelt ist. Falls ihr besonders flinke Finger habt, messt ihr euch schon bald mit verschiedenen Obermotzen. Die Mischung aus Typing-Game und Street-Fighter-Combos macht mächtig Laune und katapultiert dieses Game an die Spitze der Typing Games. Boss Battle on!

Black Belt Sorvi Hero / Pizzalaatikko

Ungewöhnliche Spielideen haben wir schon oft in Spielen aus der Indie-Szene gesehen. Einen Drehbank-Simulator gab es jedoch bislang nicht. In Black Belt Sorvi Hero wird ein Stück Holz zwischen die Spitzen einer Drehbank gesteckt, welches wir mit einer Feile bearbeiten sollen. Vorgegebene Konturen sollen möglichst akkurat nachgeformt werden, was aufgrund der tückischen Kamera gar nicht so einfach ist. Die gelungene Präsentation und das ungewöhnliche Konzept lassen dies jedoch vergessen, weshalb Black Belt Sorvi Hero in den Fußstapfen anderer erfolgreicher Indie-Games aus Finnland, wie Sauna Dismount oder Porrasturvat, wandelt.

eXtermination  / Panic Arts

Die alten Haudegen unter euch, die, die schon das ein oder andere graue Haar verteufeln, vermutlich auch schon etwas Speck angesetzt haben und während des Tages mehr mit Kindererziehung als mit Computer-Games zu tun haben, werden sich noch ein Spiel namens Walker erinnern. Psygnosis brachte das Amiga-Spiel 1993 auf den Markt. Es war das erste Action-Spiel, bei dem man eine Figur unabhängig von ihrer Zielerfassung steuerte. Per Mouse konnte quasi in alle Richtungen geschossen werden, während der namensgebende Walker ganz woanders hin stapfte. eXtermination kopiert im Jahr 2011 exakt dieses Prinzip, siedelt es jedoch nicht in der Zukunft an, sondern lässt eine Horde Zombies auf den Spieler los. Die schlurfen mal langsam und in wahren Massen auf den Protagonisten zu, mal ultraschnell wie im Filmklassiker Dawn of the Dead. Verpackt in liebevoller Pixeloptik gewinnt der Titel von Panic Arts gewiss keinen Innovationspreis, weiß mit seinem Grafikstil, der ständigen Munitionsknappheit und kleinen Rätseleinlagen jedoch äußert kurzweilig zu unterhalten. Headshot!

Evelent / Little Illusionists

Auch Evelent ist eines dieser Oldskool-Games, das vor allem mit seiner liebevoll gestalteten Pixel-Optik für Aufsehen sorgt. Hier ist es ein Pferd, welches man in diesem Jump and Run sicher über allerlei Abgründe und Hindernisse springen lassen muss. Der Clou an der Sache ist, dass der Gaul von ganz alleine läuft, der Spieler hingegen mit gut getimten Tastendruck den Möhrenfresser zu Einfach- oder gar Zweifachsprüngen animieren muss. Das ist im Rausch der Geschwindigkeit kein leichtes Unterfangen, zumal die Augen immer wieder an den herrlichen Hintergrundgrafiken hängen bleiben. Für einen Hopser zwischendurch kramt man Evelent aber immer wieder gerne hervor. Wahre Pixelliebhaber müssen sowieso ein paar Reitstunden mit Evelent buchen.

Killspace / Ville Siuruainen

Woran mag es liegen, dass einen ein altmodisches 2D-Game an Dead Space erinnert? Am Weltraumszenario? An der überall vorherrschenden Schwerelosigkeit? Oder ist doch der Raumanzug schuld, der trotz Retro-Look irgendwie an Isaac Clarkes schimmernde Rüstung erinnert? Fakt ist, dass Killspace die beliebte, oft gesehene 2-Spieler-Labyrinthjagd in ein Schwerelosigkeitsszenario verlagert, was viel Fingerspitzengefühl bei der Steuerung verlangt. So jagt, beziehungsweise fliegt man durch verwinkelte Gänge, immer auf der Suche nach dem Gegenspieler und dem einen Moment, welcher den ultimativen Schuss erlaubt. Im Zusammenspiel mit der gelungenen Ragdoll-Physik und butterweichem Scrolling entwickelt sich durchaus ein beklemmendes Gefühl. Denn nie weiß man genau, wo der Gegner auf einen lauert. Somit ist die Mischung aus Thrust und Tank Battle trotz fehlendem Netzwerk-Support vor allem für Oldskool-Gamer eine Empfehlung.

Ratsack Adventures / Andows and Capsizer

Gleich zwei Spiele in einem haben Andows und Capsizer in ihre Ratsack Adventures gesteckt. Zum einen erwartet uns hier ein Tetris-Klon, der allerdings mit einem ungewöhnlichen Rotationsprinzip aufwartet. Anstelle die Spielsteine zu drehen, wird hier der Bildschirm um die bekannten Tetrisblöcke rotiert. Das ist hübsch anzusehen und ist ganz schön knifflig, zumal die Drehsteuerung doch das ein oder andere Mal hakt. Beim zweiten Spiel handelt es sich um einen Puzzler, der entfernt an Lemmings erinnert. Eine Maus tippelt hier von links nach rechts, dreht an einem zu hohen Hindernis in die entgegengesetzte Richtung um. Der Mann an der Computer-Mouse muss nun aus unterschiedlich vielen Blöcken bestehende Steinformationen so anbringen, dass unser Nagetier den Ausgang erreichen kann. Die 20 Puzzle-Level sind anfangs kinderleicht zu lösen, steigen jedoch im Schwierigkeitsgrad schnell an. Die Ratsack Adventures  sind sowohl unter Windows, als auch auf Mobiltelefonen mit WindowsPhone 7 startbar.

Dibidogs - Rush / Kajak Games

Die Dibidogs sind wirklich süß. So knuffig, dass es schon fast weh tut ihnen beim Laufen zuzusehen. Wer beim Titel gleich an einen Nintendogs-Klon denkt, liegt allerdings genauso falsch, wie ein Jäger, der einen Pudel als Spürhund engagiert. Ein Vergleich mit Mario-Kart passt da schon eher. Denn unser tapsiger, kleiner Vierbeiner, rennt in niedlichem Comic-3D durch einen Hindernisparcours, sammelt Knochen ein, die ihn kurzzeitig beschleunigen, und springt in Richtung Zielfahne. Die Steuerung geht gut von der Pfote, Grafik und Sound gehen voll in Ordnung. Ein feines Fresschen für Zwischendurch. Doch wo, verflixt nochmal, ist bei einem solchen Spiel der Multiplayermodus?!?

The Lair of Xar / Calistar

Hinab geht es in finstere Gewölbe. Vollgestopft sind diese mit allerlei garstigen Kreaturen, die nur ein tapferer, furchtloser Held beseitigen kann. The Lair of Xar ist ein klassisches Rollenspiel der ganz alten Schule. In seiner Ahnengalerie tauchen Namen wie Rogue oder Nethack auf. Genau so sieht das Werk von Calistar auch aus. Spartanische Draufsicht-Optik, Minimal-Gameplay mit Monsterverdreschen per einem Tastendruck, Erfahrungspunkte sammeln und Gold und Gegenstände aufheben. So trist das Geschehen auch aussieht, das Spiel macht Spaß! Zwar erreicht es niemals den Komplexitätsgrad der zuvor genannten Vorbilder, ist aber so herrlich unkompliziert, dass man dann doch noch diesen einen Dungeon erkunden muss.

 
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