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CounterStrike

Spielkultur | Special | 4Sceners

11.06.11, 21:17 Uhr, Bobic

Bei so manchem Spielesoundtrack brennen sich elektronische Melodien auf Immer und Ewig in den Gehörgang. Da kracht und wummert es auch schon mal so intensiv, dass man sich an die fetten Sounds erinnert fühlt, die so oft in Szenedemos zur Geltung gebracht werden. Plötzlich poppen beim Anhören Würfel und Lichtshows vor dem geistigen Auge auf, drehen sich und zucken dabei im Rhythmus von Musik, die gar nicht für diese Form von Computerkunst gemacht wurde. Wir stellen an dieser Stelle Soundtracks jüngeren Erscheinungsdatums vor, die sich auch verdammt gut in den Produktionen der Demoszene machen würden. BASS on!

Mortal Kombat - Songs Inspired by the Warriors

Die "Mortal Kombat"-Serie steht seit Anbeginn für Gewalt. Für Blut, gebrochene Knochen und Fatality-Kills. Genau in diese Kerbe schlagen die insgesamt 12 Songs auf diesem Album. Bereits der Titel lässt erahnen, dass nicht der Original-Soundtrack vorliegt. Vielmehr gibt das "inspired by..." den Hinweis darauf, dass hier fleißig geremixt wurde. Jedoch haben sich nicht alle beteiligten Musiker an den Originalmelodien orientiert. Der ein oder andere lies sich vermutlich nur von Spielszenen inspirieren. Fakt ist, dass bei der von Jfk Of Mstkrft produzierten CD der Subwoofer Schwerstarbeit zu verrichten hat. Tiefe, wummernde Bässe bilden den größten Flecken auf dem Klangteppich, Freunde der elektronischen Klangkunst werden aber auch mit eingängigem Technosound verwöhnt. Dennoch fühlt sich der Hörgenuss an, als ob einem Johnny Cage und Raiden gemeinsam in die Magengrube dreschen. Und das ist durchaus keine Quälerei. Oder habt ihr beim Anschauen von Demos wie dem kürzlich erschienenen We crave Sustenance ein Magengeschwür bekommen?

Unsere Favoriten: Goro's Theme (Bird Petersen), Reptile's Theme (Skrillex)

Passt zu Demos von: PlayPsyco, Excess, Matt Current

Preis: 21,99 Euro (Audio CD) / 8,99 Euro (MP3-Download)

HFB: Pixel Junked - The Original Soundtrack to Shooter 1 & 2

Alex Paterson und Dom Beken, die beiden Jungs von High Frequency Bandwith, scheinen eingefleischte Anhänger der französischen Demoszene, und deren glanzvollen Zeit um die Jahrtausendwende, zu sein. Damals veröffentlichten Gruppen wie Bomb! oder Orion zahlreiche Meisterwerke, deren Musik in eine ähnliche Kerbe schlägt wie HFB mit ihrer Musik zu den Independent Hits Pixel Junk Shooter 1 und 2. Wie sonst ließe es sich erklären, dass einem die Gefühle plötzlich Szenen aus Orions Nightfall vorspielen, man mit der U-Bahn durch die Tunnel in Squeezed rast und sogar ein klein wenig an den Kultklassiker State of Mind denkt? Doch da ist noch eine andere Demogruppe mit im Spiel. Eine, die aus Finnland stammt, und deren Demos genauso ungewöhnlich sind, wie die dazugehörigen Musiken. Von Moppi Productions ist hier die Rede, deren Soundtracks zumeist aus der Feder von Jukka Koops stammen, der unter dem Pseudonym Sumo Lounge zu Ehren gekommen ist. Er versteht es wie kein Zweiter, elektronische Klänge mit Elementen aus Trip Hop und Jazz zu vermischen. Genau deshalb rauschen unsere Gedanken immer wieder raus aus den Demos aus Frankreich, mitten hinein in Gerbera, der Assembly '04 Invitation und IX. Auf Pixel Junked vermischen sich auf elegante Weise exakt diese Musikstile, angefangen von ruhigem Electronika, über jazzige Elemente, Raps und Beats. Nur dass HFB hier noch kräftig Sounds aus der Hopper-Szene daruntermischen. Klasse!

Unsere Favoriten: Hidden Foto Banks (Original Mix), Hundred Forty Billion (Don't Breath / Explosive Mix)

Passt zu Demos von: Moppi Productions, Orion, Bomb!

Preis: 9,31 Euro (MP3-Download)

Bit.Trip Runner Original Soundtrack

Die ersten Sekunden der Titelmelodie des Retro-Jump 'n Run-Game Bit.Trip Runner (Testbericht bei 4Players.de) gehören voll und ganz der nostalgischen Erinnerung. Wie einst bei Summer Games von Epyx ertönen die Fanfaren. Und weil Retro momentan ganz stark in Mode ist, erliegen wir sofort dem Charme der piepsigen Klänge. Lange dauert diese Erfahrung jedoch nicht an, denn Gastmusiker Anamanaguchi reisst uns mit jaulenden Gitarrenklängen sofort aus allen Kindheitserinnerungen. In zwei von insgesamt 13 Tracks vermischen sich Chiptune-Klänge mit harten Gitarrenriffs, was sofort einen Vergleich mit den Metal-Jungs von Machinae Supremacy nahelegt, den Schöpfern des Soundtracks zu Jets 'n' Guns. Die anderen Stücke beschränken sich aber auf feine Micromusic-Kost, ganz so wie sie Altmeister wie 4-Mat, Dubmood oder Goto80 seit Jahrzehnten zelebrieren und in brandneuen Intros wie Pirates of the 777 seas, The Hungarian Gambit, Bitamins oder We have accidently borrowed your Votedisk unters Chipklang-süchtige Volk bringen. Das freut all diejenigen, die mit C64, Atari ST und Amiga groß geworden sind, zumal die herrlichen Klänge das rasante Geschehen des extrem stylisch visualisierten Games perfekt untermalen.

Unsere Favoriten: Blackout City (feat. Anamanaguchi), Strength

Passt zu Demos von: Razor 1911, Ate Bit, BitFlavour

Preis: 8,99 Euro (MP3-Download)

Super Meat Boy Soundtrack

Wir geben es ja zu. Wir sind alt! Steinalt! Wir fanden einst unausgefüllte Vektorobjekte total sexy, haben uns mit Rasterbars, Bobs und Dot-Tunnel vergnügt. Das muss so Ende der 1980er Jahre gewesen sein. Genau in diese Zeit versetzt uns Super Meat Boy (82% im 4Players-Test). Nicht nur in Sachen Grafik und Spieldesign, sondern auch in punkto Musik! Die abwechslungsreichen Stücke des Soundtracks, es gibt immerhin 34 Stück, klingen so herrlich altmodisch wie einst in den Werken von Red Sector Inc. (RSI Megademo), Kefrens (Guardian Dragon 2) oder Doctor Mabuse Orgasm Crackings (D.O.C. Demo 2). Da hören wir gewollt billig klingende Bässe, alte elektrische Klampfen werden zum Kreischen gebracht und der typische Tracker-Synthie-Klang dieser Epoche durch den Fleischwolf gedreht. Es ist als ob man die Musiklegenden SLL und Romeo Knight für dieses Spiel engagiert und ihnen modernes Equipment zu Verfügung gestellt hätte, nur um sie ihre Oldskool-Soundkünste erneut voll und ganz ausleben zu lassen. Der verantwortliche Künstler db Soundworks hat hier ganze Arbeit geleistet und präsentiert uns einen gelungenen Nostalgietrip durch die Klangwelten des Amiga-Zeitalters.

Unsere Favoriten: Can o' Salt (Ch 3 Light World), Forest Funk (Ch 1 Light World)

Passt zu Demos von: Kefrens, Red Sector Inc.

Preis: 3,99 US-Dollar (MP3-Download)

MotorStorm - Apocalypse

Zu guter Letzt punchen wir euch noch einmal so richtig einen rein. Mit dem Soundtrack zum Playstation 3 Spiel MotoStorm - Apocalypse. Aus der Feder von niemand geringerem als dem deutschen Filmkomponisten Klaus Badelt (mit Unterstützung von Elite Force und Noisia), seines Zeichens Schüler von Hans Zimmer, stammt dieser. Die Musik aus dem Spiel unterscheidet sich jedoch deutlich von dem, was Badelt bislang für Filme wie Gladiator, Miami Vice (2006) oder Solomon Kane komponiert hat.  Denn dieser Soundtrack hier ist sowas von lecker,  besteht er doch aus allerfeinstem Drum 'n' Bass und Dubstep, dass selbst hartgesottenen Szenern die Kinnlade im Bassrhythmus auf den Dancefloor hämmert! Noch dazu handelt es sich hier um den besten Drum 'n' Bass, den wir seit Jahren gehört haben. Man fühlt bei den harten Klängen förmlich, wie einem der Dreck ins Gesicht spritzt. Wie die Motoren aufheulen und man halsbrecherische Fahrten über Stock und Stein hinlegt - begleitet von Schlagzeug- und Bass-Krawall allererster Güte. Leider, leider sind die meisterhaften Sounds bislang bei uns noch nicht erhältlich. Zwar wurden sie bereits auf Audio-CD gepresst und sind als digitaler Download erhältlich, jedoch nicht in unseren Breitengraden. Deshalb bleibt euch momentan nichts anderes übrig bleibt, als das (gute - siehe Testbericht bei den Kollegen von 4Players.de) Rennspiel zu erwerben. Da passt der Anfangsslogan aus einer der erfolgreichsten Demos des Jahres 2010 wie die Faust aufs Auge. Denn Haujobb haben uns bereits in You Should gesagt, was wir zu tun haben, weshalb gilt: "You should... buy this game!" Noch dazu, wo auch You Should auf fantastische Drum 'n' Bass Klänge baut. Für weitere musikalische Appetitanreger solltet ihr euch 4 Edges von TBL,  Ultimatum to the World von MFX, aktuelle Dubstep-Hämmer wie Easter Guardians und Partly Cloudy, oder gute, alte Amiga-Werke wie Substral oder Alien 2 zu Gemüte führen.

Unsere Favoriten: Spazm (Elite Force MS-A remix), Jackhammer (Elite Force MS-A remix), Slipstream (Noisia MS-A remix)

Passt zu Demos von: Haujobb, Ephidrena, Scoopex, The Black Lotus, MFX

Preis: 62,90 Euro (PS3-Spiel)

Frozen Synapse

Das Taktik-Spiel Frozen Synapse zählt zu den absoluten Geheimtipps aus der Indie-Games-Szene. Reihenweise ist das Multiplayer-Spektakel bereits mit Preisen überschüttet worden, hat seinen Siegeszug um die Welt trotz spartanischer Grafik längst angetreten. Neben dem brillanten Spielprinzip kristallisierte sich vor allem der Soundtrack als außergewöhnliches Highlight heraus: Elektronische Musik wie aus dem Bilderbuch! Allerdings sprechen wir hier nicht von angestaubten Synthesizer-Klängen, sondern von einer topmodernen Inszenierung mit glasklaren Sounds, krassen Dubstep-Einlagen, orchestralen Passagen und Chorgesang. Dieses bunte Potpurri ist angereichert mit wunderschönen Melodien, die unter die Haut gehen.
Hinter der Musik zu Frozen Synpase steckt Mode 7 Games-Gründer Paul Taylor, der unter dem Künstlernamen Nervous Testpilot seit vielen Jahren Musik macht und auch schon den ein oder anderen Track bei diversen Dance Record Labels unterbrachte. Taylor steuert mit seiner Spielemusik im Fahrwasser großer Produktionen wie dem Soundtrack zum Film Tron: Legacy des überirdischen Künstlerteams Daft Punk, muss sich dahinter aber keineswegs verstecken. Mit seinen orchestralen Einlagen, die sich immer wieder kunstvoll zwischen die elektronischen Klänge mischen, weckt der Nervous Testpilot aber auch Assoziationen an die Demo-Soundtracks von Olof Blaizer" Gustafsson von der Gruppe The Black Lotus (Silkcut, Starstruck), während die Dubstep-Einlagen auch gut zum Musiker Gloom und seinen Stücken für Demos wie Crank oder Easter Guardians passen. Für gerade einmal 9,99 Euro erhält man ein extra feines Stück Klangkunst, welches in der elektronischen Musikkultur ganz weit oben eingereiht werden muss.

Unsere Favoriten: Concentrate, Switch, Triumph

Passt zu Demos von: The Black Lotus, Excess

Preis: 9,99 Euro

 


Street Fighter X Tekken

Es ist schon erstaunlich, wie viele verschiedene Musikrichtungen Hideyuki Fukasawa, der Komponist des Soundtracks, für dieses Prügelspiel ausgegraben hat. Da leiten pompöse Orchesterklänge ein Stück ein, nur um wenige Sekunden später von kreischenden E-Gitarren aus dem Ring geworfen zu werden. Krachende Drum'n Bass- und Dubstep-Elemente schmettern aus den Lautsprechern, geben Mainstream-lastigem Dance- und Trance-Sound eine moderne Note, lösen sich aber später für Sekundenbruchteile in gutem, alten Retro-Chiptune-Sound auf. Die hier dargebotene Vielfalt ist beeindruckend. Zumal auf den zwei CDs mit ihren insgesamt 46 Liedern kaum Aussetzer zu finden sind. Dass Fuasawas Musik gut zu Szenedemos passen würde, kristallisiert sich bereits nach dem Start-Track "Honest Eyes" heraus. Und das Tempo, welches der Japaner hier einschlägt, bleibt permanent auf einem hohen Level - perfekt für rasant inszenierte Effektshows. Gut, dass sich der Komponist nicht nur auf moderne Rhythmen beschränkt, sondern auch im guten alten Synthie-Dance-Lager ("Mad Gear Hideout -Abigail Dancing-") kramt, womit Erinnerungen an alte Amiga-Demos oder die legendären Werke von Future Crew und Co. geweckt werden. Auch werden Sounds ausgepackt, die an die Anfänge von Bomb the Bass in den 1980er Jahren erinnern ("Half Pipe -Bottom Floor-"). Ebenso huldigt er der Kult-Band Kraftwerk und lässt die Vocoder glühen - etwa in "Half Pipe -Upper Floor-". Hier erlebt man also eine feine Reise durch die gesamte Sparte der elektronischen Musik mit all ihrer Vielfalt, die mit Rock- und Orchesteranleihen angereichert ist. Hier wiederum fallen uns spontan die Soundtracks aus Demos von Cocoon und Syndrome ein. Zu guter letzt gesellt sich auch noch eine gute Prise typisch japanischer Synth-Musik hinzu ("Network Screen). Es gibt also nichts, was es nicht in Street Fighter X Tekken zu hören gibt.
Den Soundtrack zu Street Fighter X Tekken gibt es zusammen mit dem Spiel in der japanischen Special Edition für die PS3. Der Händler unseres Vertrauens: Play-Asia.com.

Unsere Favoriten: Mishima Estate -Middle Floor-, Challenge Screen, Jurrasic Era Research Facility -Bottom Floor-

Passt zu Demos von: den Anfängen der Demoszene bis heute, Cocoon, Syndrome, Future Crew, etc.

Preis: ca. 56,00 Euro (PS3 Special Edition, Spiel & Soundtrack)



SSX (2012)

Bretter, die die Welt bedeuten. Für Wintersportbegeisterte gibt es nur eine Antwort: Das Snowboard. Einzig und allein damit erhält man Adrenalin pur, gibt sich hin in einen Rausch durch die weisse Pracht. Nicht anderes gibt einem diesen besonderen Kick beim Driften und Jumpen. Die Couchpummeln unter uns können dieses Feeling seit Jahren am besten mit der SSX-Reihe von EA Sports für Konsolen nacherleben. Der erste Teil davon erhielt kürzlich eine beeindruckende Neuauflage für PS3 und Xbox 360 und sahnte satte 88% im Test bei 4Players.de ab. Wir wollen uns hier natürlich auf den Soundtrack zum Spiel beschränken. Der klingt erstmal überhaupt nicht nach Snowboarden - sofern man ihn ohne Hintergrundwissen rund ums Videospiel hört. Was da aus den Boxen donnert ist wahrlich ein Brett. Aber eines, das seine tiefen Bässe, das Drums-Gehämmer und Dubstep-Geschredder volle Kanne ins Ohr brettert. Das ist Drum 'n' Bass allererster Güte. Angereichert mit den topmodernen Wabber-Sounds in der Art von Skrillex und Co. könnte man hier auch ein Prügelspiel musikalisch untermalen. Oder ein, in einem industriellen Setting angesiedelter, brachialer Action-Shooter. Aber für ein Wintersportspiel? Schreit denn nicht gerade ein Snowboard-Game nach krachenden Gitarrenriffs im Stil der Guano Apes?

Uns ist es egal, denn wir spielen ja nicht. Wir lauschen bloß, fühlen uns in der Demoszene heimisch und erinnern uns beim Zuhören an die wahnsinnsgeile Mucke aus (nicht schon wieder!) den Demos von PlayPsyco. Und die von Fnuque, Nazareth Creations und, und, und! Dabei wurden die fetten Stücke nicht von Nobodys geschrieben, sondern von, den in Szenekreisen bekannten Top-Acts Camo & Krooked, von The Qemists und einigen anderen. Amon Tobin ist auch dabei, der bekannte Spielekomponist. Aber nur mit einem Stück, das sich gut ins Drum 'n' Bass-Feld einreiht. Ruhiger wird's nur zwei Mal. Gleich am Anfang, mit der herrlichen Eröffnungsmelodie (kurz!), sowie beim, von Konrad OldMoney inszenierten "Big Error", das eher in die Elektronik-/Ambient-Schiene abdriftet. Ansonsten geht's immer nur in eine Richtung: Bergab, mit vollem Karacho und Gedöns. Und das ist echt fett und schon jetzt Kult!

Unsere Favoriten:
People's Air, Big Error

Passt zu Demos von: Nazareth Creations, Kvasigen, PlayPsyco, Outracks, Fnuque, Inque

Preis: 8,99 Euro (Amazon.de)


 
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