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Spielkultur | Special | 4Sceners

30.10.12, 03:22 Uhr, Bobic

Knackige Demomacher in Unterhosen bewundern? Drei Tage Gaudi mit heruntergelassenen Hosen erleben? Solch kuriose Dinge findet man nur in Dänemark. Bei der Szeneveranstaltung TRSAC 2012 ist es Tradition auch mal das kurze Beinkleid für "darunter" zu zeigen und mit all den Gleichgesinnten dort eine ganz besondere Party zu erleben. Ein Fest, bei dem natürlich auch Demos und Intros eine wichtige Rolle spielen. Loonies und Co. haben es dieses Mal wieder bewiesen und viel für das effektgeifernde Echtzeitauge veröffentlicht. Damit reiht sich die TRSAC nahtlos in die Riege der zuletzt stattgefundenen Partys ein, auf denen es eine Vielzahl hochwertiger Releases zu bestaunen gab. Egal ob es sich nun um die hiesige Evoke, Demodays, Function oder MAiN Party handelte - die Qualität der aktuellen Demos und Intros ist wirklich beachtlich. Somit gibt es erneut eine Übersicht über die besten Beiträge, nur dass dieses Mal die TRSAC 2012 im Fokus steht.



Ikanim Megamix 2012 / Loonies (9k Intro, 1. Platz)

Der Ikanim Megamix 2012 zählt zu den ganz großen Werken des Demojahrgangs 2012. Die mächtig aufpolierte Mischung aus der legendären 2004er Amiga 4k Intro 'Ikanim' und dem per Code erzeugten, 4k großen Bild 'Burj Babil' sieht nicht nur brillant aus, dieses kleine Wunderwerk hat auch allerlei technische Leckereien im Gepäck. Angefangen von hervorragendem Raymarching, über tolle Stickman-Animationen, prächtigen 3D-Kulissen und atemberaubender Farbgebung und Texturierung. Negativ fallen höchstens der viel zu spaßige, dünn klingende Sound auf, der ein Remix des Originalstücks ist, sowie die Größe. Denn leider haben es Loonies nicht geschafft ihren Megamix in 4096 Bytes zu pressen. Nein, dieses Kraftpaket ist tatsächlich 9 Kilobyte groß.



Shampain / Loopit (Demo, 3. Platz)

Wir lieben Dubstep. Für uns ist das nicht nur eine neumodische Krawall-Entwicklung, sondern eine ganz besondere Form von elektronischer Musik. In der Loopit-Demo Shampain springt der Wobble-Funke allerdings nicht so recht über. Hier wobbt es einfach zu penetrant von der erste Sekunde an, ohne großartige Abwechslung oder technische Kniffe, was eigentlich Schade ist. Denn Shampain hat das Zeug um richtig zu begeistern. Leckere Effekte, viel Champagner-Gespritze mit Glow, stylischen Objekten und fetzigen Störfiltern, die allesamt perfekt auf die krasse Klangwelt abgestimmt sind. So bleibt rotz toller Technik und pefektem Design mit frischen Einfällen ein wenig Enttäuschung zurück.



Erosion / Fizzer (4k Intro, 1. Platz)

Bereits zum zweiten Mal im Jahr 2012 überrascht uns dieser Fizzer. Mit der Demo Hexahedron schuf der Junge bereits eine der stärksten 'First Prods' diesen Jahres. Seine erste 4k Intro 'Erosion' geht sogar noch einen Schritt weiter. Nachdem sein Erstling noch ein paar zusammenhanglose Szenen enthielt, holt er beim zweiten Streich nicht nur die Technik-Keule hervor, sondern packt auch den Design-Hammer aus. Erosion zeigt uns irgendeine zerklüftete Landschaft, bei der man jeden Moment darauf wartet, dass die Band aus Fairlights 'Meet the Family' ein neues Konzert gibt. In strömenden Regen gehüllt malt Fizzer ungewöhnliche, an eine Bleistift-Schraffur erinnernde Schatten auf Boden und Wände. Er lässt zarte Sprossen aus dem Boden räkeln und Regentropfen die innere Bildschirmseite herunterperlen. Immer wieder rücken ungewöhnliche Kameraperspektiven das imposante Spektakel ins rechte Licht, während entpannte Ambient-Klänge die Reise begleiten. Einfach fantastisch gemacht!



Propaganda 5 / Fnuque (64k Intro, 3. Platz)

Propaganda 5 macht seinem Namen alle Ehre und ist zugleich eine Hommage an Werke aus der Frühzeit der Demoszene: dem Jointro. Coder Raizor, der erst kürzlich mit seiner herrlichen Intro Sundowner auf sich aufmerksam machte, ist der Gruppe Fnuque beigetreten. Das feiern die Jungs mit diesem ultrakurzen, aber verdammt stylischen Jointro. Mehr als einen aus Würfel aufgebauten Tunnel gibt es nicht zu sehen. Der sieht jedoch höllisch gut aus, ist er doch in diffuses Licht gehüllt und wird sowohl von Außen, als auch Innen gezeigt. Dann poppen zu den tollen Klängen die Infofetzen ins Bild, bevor man sich auch schon wieder auf dem Desktop wiederfindet.



A deficit of hands / Kvasigen (Demo, 2. Platz)

A deficit of hands haftet von Anfang an der Geschmack einer klasssichen Demo an. Solch einer, wie es sie schon vor einem halben Jahrzehnt gab. Das fängt bei der Glow-Kugel zu Beginn an, zu deren Leuchtkraft sich die Musik langsam aufbaut, um uns anschließend in altbekannte Trance-Gefilde zu entlassen. Mit Transparenzeffekten, ein bisschen Raymarching hier und da, Würfelszenen und gelegentlich eingestreuten Störfiltern werden wir zwar anständig unterhalten, brechen aber keinesfalls in Begeisterungsstürme aus.



Planet Booty Touch / Nazareth Creations (Demo, 4. Platz)

Effekthappen, die Nächste bitte. Schon wieder präsentieren uns Nazareth einen Quickie. Doch ist auch dieser wiederum viel zu cool gemacht, als dass wir ihn einfach so auslassen könnten. Dieses Mal sind es ein paar Blasen, die zu schrillem Krawall-Sound herumflitzen, wabern und verzerrt werden. Das sieht gut aus, klingt ebenso und macht Spaß beim Zuschauen. Allerdings wirklich nur für kurze Zeit, denn nach etwas mehr als einer Minute ist schon wieder alles vorbei.



Microscopix / Litewerx (Demo, 1. Platz)

Was es unter dem Elektronenmikroskop zu sehen gibt? Winzige Dinge wie Tabletten, Spikeballs, Wireframes und Draht-Donuts, alles schön eingehüllt in Java-Script. Die Jungs von Litewerx zeigen wieder einmal, zu was sie in dieser Sprache fähig sind. Obwohl die Effekte zum Teil ganz schön Oldskool sind, ist hier alles schön gestaltet und wird vom ruhigen Soundtrack von Lifeformed hervorragend transportiert. Litewerx machen hier also viele richtig. Die beste Demo von der TRSAC 2012 war ihr Microscopix aber in unseren Augen nicht.
 
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