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Spielkultur | Special | 4Sceners

24.03.14, 22:25 Uhr, Bobic

Im Jahr 1992 beleuchtete das Adventure-Spiel Nippon Safes Inc. das Land der aufgehenden Sonne zwischen Tokyo und Kyoto aus einem etwas anderen Blickwinkel. 2014 wissen wir nun, dass Japan im Zeitalter der Echtzeitkunst endgültig angekommen ist. Bei der mittlerweile dritten Austragung des Tokyo Demo Fest hat die Demoszene in Japan ein paar außergewöhnliche Werke veröffentlicht, wobei vor allem der in Tokyo lebende Zavie mit seiner Gruppe Ctrl-Alt-Test ganz große Designkunst abgeliefert hat. Ein Überblick über die tollen Demos und Intros der Nippon Scene Inc.



G - Level One / Ctrl-Alt-Test (Demo, 1st at Tokyo Demo Fest 2014)
Wow! Was für ein rasanter Trip! Die erste ausgewachsene Demo der Intro-Spezialisten von Ctrl-Alt-Test ist schon jetzt ein König des Designs. Zu rasanten Metal-Klängen der Band hAND hetzen uns Zavie und LLB erstmal aus der Draufsicht von oben nach unten scrollend über Berg und Meer - ein typisches erstes Level. Danach geht's im gleichen, leicht texturiertem Look in der Afterburner-Perspektive über ländliche Idylle, bevor der Wechsel zum horizontalen Scrolling vollzogen wird. Der coole Plattenstil wird an dieser Stelle gegen leuchtende Tron-Linien ausgetauscht und ein wunderbarer Tanz der Partikel beginnt, der zugleich zum furiosen Finale überleitet. Die leuchtenden Linien bleiben, wechseln aber von Blau/Weiß nach Gelb/Orange und zimmern eine ganze Stadt aus dem Boden. So verrückt und unpassend sich das Alles anhört, G - Level One besticht durch fantastisches Design, bei welchem die Szenen auf kreative und flüssige Weise ineinander übergleiten. Angetrieben von rasanten Gitarrenklängen, bei denen nur der etwas dünne, weibliche Gesang negativ auffällt, wird der Zaschauer von einer Woge der Extase zur nächsten getrieben und erfreut sich an diesem ungewöhnlichen, etwas anderen, aber doch so kreativen Ausflug, der ein klein wenig anders als in vielen anderen Demos ist.


Stochastic Process / Cocoon (Demo, 2nd at Tokyo Demo Fest 2014)

Meine Güte, diese Grafik! Es gibt wohl kaum eine andere Gruppe in der Demoszene, die solch gestochen scharfe Visuals auf den Bildschirm zaubern, wie Cocoon. Die Franzosen machen auch mit Stochastic Process ihrem exzellten Ruf wieder einmal alle Ehre. Der Clou ist dieses Mal, dass der Bildschirm dreigeteilt ist. Die schmalen Streifen am oberen und unteren Rand zeigen dieselbe Szene wie im Hauptfenster, nur etwas zeitversetzt. Das führt zu einem atmosphärischen, imposanten Spektakel, in welchem die ganze Grafikwucht der Franzosen ihr volles Potential entfaltet. Eigentlich bereist man in Stochastic Process 'nur' ein futuristisches Hochhaus von innen, um am Ende von oben einen Blick auf den gesamten Wolkenkratzerkomplex zu werfen. Dank stylischer Kameraführung und später eingestreuter, höllisch gut aussehender Metaballs aber ein faszinierender Trip in kühlem Blade-Runner-Ambiente. Dafür sorgt auch die Musik, die weniger mit melodischen Klängen, als zur Unterstreichung der dichten Atmosphäre auffällt. Sehenswert!


Lavos / Faemiyah (16k Intro, 1st at Tokyo Demo Fest 2014)

Die Gruppe Faemiyah aus Finnland hat uns im vergangenen Jahr mit der 4k Intro Yog-Sothoth mehr als positiv überrascht. Nun präsentieren sie mit Lavos eine weitere Intro, die allerdings viermal so groß wie besagtes Meisterwerk ist, was die Erwartungen an Effekt- und Grafikqualität deutlich in die Höhe schraubt. Erfüllt werden diese zumindest teilweise. Lavos besticht mit tollen Landschaften. Seien es die Lava-Höhlen, die verschneiten Berge oder der sandige Boden der Wüste - sie sehen allesamt zum Anbeissen lecker aus. Was negativ auffällt ist hingegen die Musik. Die besteht aus einem relativ mäßig klingenden Synth, der zwar gut zu den jeweiligen Szenen passt, klanglich und melodisch jedoch weit vom Genrestandard entfernt ist. Das schmälert die Atmosphäre eines ansonsten sehr guten Werks, das manche Coder aber vielleicht auch in nur vier Kilobyte realisieren könnten.


Uranus Flowers / The Bad Sectors (4th at Tokyo Demo Fest 2014)

An Uranus Flowers von der Gruppe The Bad Sectors dürften vor allem jüngere Demoszener ihre Freude haben. Großäugige, lieblich anzusehende Gestalten tummeln sich in der kunterbunt gestalteten Welt des Planeten Uranus. Das komplett in 3D gezeigte Geschehen weiß mit vielen Details und netten Objekten zu gefallen, ist aber ein wenig zu farbenfroh und gemächlich gestaltet. Es fehlen raffinierte Kameraschwenks, Musik mit etwas mehr Bumms und der ein oder andere überraschende Moment. So ist Uranus Flowers zwar eine liebevoll gestaltete 3D-Flybye-Demo in welche die Ein-Mann-Armee Blueghost vermutlich viel Arbeit investiert hat, die aber letztendlich doch ein wenig langweilt.
 
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