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Spielkultur | Special | 4Sceners

15.07.15, 21:46 Uhr, Bobic

Wenn eine Demogruppe kürzlich mit einem Werk die Grenzen des Designs neu definiert hat, schürt das Nachfolgeprodukt ungeheure Erwartungen. So geschehen auf der norwegischen Demo-Party Solskogen 2015, auf der die Gruppe STILL und ihr Nerdarzt Mutualism zeigten, die Demo nach Coronoid. Wie das eingschlagen hat, warum eure Sinne unbedingt das Erstlingswerk der Gruppe Placid aufsaugen sollten, was es mit der 40k Intro Backscatter auf sich hat und aus welchem Grund die 80er Jahre plötzlich wieder so angesagt sind, dann lest einfach weiter. Wir stellen das tolle Quartett von der Solskogen 2015 näher vor.


Mutualism / STILL vs. Nerdarzt (Demo, 1st at Solskogen 2015)
Wenn man kürzlich ein absolutes Meisterwerk abgeliefert hat, welches die Grenzen des Designs neu gesetzt hat, schürt das Nachfolgeprodukt natrugemäß eine extreme hohe Erwartungshaltung. So geschehen bei der Gruppe STILL und ihrem Gestaltungskünstler Alexander 'Nerdarzt' Lehmann. Auf der Solksogen Demo-Party in Norwegen hat der werte Herr nun also Mutualism veröffentlicht, über welchem nun besagtes Coronoid wie ein Damoklesschwert schwebt. Was kann die neue Demo also? Nun, zum ersten kann es Indie-Grafik. Die schroffen Felsen und bunten Wälder erinnern vom Stil her an das, was heutzutage viele Indie-Games zeigen. Das ist natürlich nichts Falsches. Es werden sogar ein wenig Erinnerungen an die God of War Reihe wach. Denn wenn sich die steinernen Farbwälder plötzlich als riesige Kreaturen entpuppen, ist man noch einmal ein Stückchen gespannter als zuvor. Angefeuert wird diese durch ein wunderbares Stück Musik aus der Feder von Gloom. Der Meister des Basses schlägt schon wieder ruhige, berieselnde Klänge an, die gelegentlich von glasklarem Gesang begleitet werden. Und wir wiederholen uns wenn wir sagen, dass ihm diese ruhigere Gangart ausgezeichnet liegt. Doch was danach visuell kommt, kann die Erwartungshaltung nach dem bombastischen Beginn nicht halten. Ein paar Flatterviecher, die hier und da mal größer und in ihrer Anzahl variierend dargestellt werden, bild bereits den Abschluss. Zusammenfassend ist Mutualism also eine gute Demo, die ein paar wirklich hübsche Momente hat, sowie sehr gutem Sound, die aber beim Design ein bisschen hakt. Aber wie sagen wir Bayern: Basst scho!


Everything is Fasion / Ninjadev (Browser-Demo, 2nd at Solskogen 2015)
Dort wo grelle Neonfarben leuchten, Max Headroom und der Zauberwürfel einen Gastauftritt haben und Vocoder-Stimmen die Luft zerschneiden, ist das Feeling der 80er Jahre allgegenwärtig. Auch die Gruppe Ninjadev ist trendy unterwegs und huldigt der Zeit von Miami Vice, Schulterpolstern und Vokuhila-Frisuren. Zu coolen Synthesizer-Klängen, die am Ende ihren Höhepunkt mit gesungenen Greetings erleben, zeigen sie uns jede Menge alter Computerkunst in frischem Browser-Gewand. In Chrome und Co. tummeln sich Metaballs, Tunnel, Mandelbrot-Fraktale oder grelle Rasterlinien, die allesamt ansprechend inszeniert sind. Dank groovigem Flow ein stimmungsvoller Ausflug - nicht nur für Retros!


Ajar / Placid  (Demo, 3rd at Solskogen 2015)
Nicht schön, aber faszinierend. Seltsam, dafür jedoch auf einer ganz besonderen Klangebene. Ajar ist experimentelle Kost die visuell seltsam wirkt. Mit seiner ruhigen Art und dem sphärischen Soundtrack erzeugen Placid aber ein ganz besonderes Erlebnis. Ajar muss man selbst erleben um auf eine andere Gefühlsebene zu gelangen. Den Fehler, dieses Werk nur anhand seiner Screenshots zu beurteilen, sollte niemand begehen.


Backscatter / Logicoma (40k Intro, 1st at Solskogen 2015)
Backscatter wirkt ein wenig wie die Evolution der Metaballs. Metaballs im Endstadium. Die Gummibälle, die schon seit Jahrzehnten in der Demoszene zu gefallen wissen, sehen hier nämlich so schön aus wie nie zuvor. Sie schimmern und glänzen, sind mit einer narbigen Schicht versehen, die sich immer wieder ringförmig über die wabbernden Gebilde stülpt. Das passt zur aggressiven Musik, die all die Würfel, Twirls und unförmigen Objekten punktgenau in Szene zu setzen weiß. Mit knapp 40 Kilobyte Größe kämpft sich Backscatter mit dem Design nach alten Regeln also hervorragend durch die Intro-Generation 2015 und bereichert diese. Ein guter Start also für die Gruppe Logicoma, die aber eigentlich gar nicht so unbekannt ist. Mit Ferris / Youth Uprising und Hoffman / Unstable Label sind zwei echte Könner ihres Fachs unter neuem Namen am Start. Wiederholung erwünscht!

 
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