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Spielkultur | Special | 4Sceners

03.08.15, 21:22 Uhr, Bobic

Am 02. August war es vorbei. Die Assembly 2015 hat ihre Pforten geschlossen. Jetzt heißt es tief Durchatmen, sich zu sammeln und die zittrigen Finger halbwegs unter Kontrolle zu bringen, um wenigstens ein paar vernünftige Zeilen in den Computer zu hacken. Oh mein Gott, was war das für ein Demowettbewerb! Was wurden da für bombastische Kunstwerke gezeigt! Superlativen wie Über-Demo, Meisterwerk, Killer-Demo und viele andere liegen auf meiner Zunge. Ich fühle mich wie anno 2007, als fr-041: Debris und LifeForce erschienen und die Demoszene in einen kollektiven Ausnahmezustand versetzten. Und auch dieses Mal hat der Programmiergott Navis von Andromeda Software Development wieder seine Finger im Spiel. Natürlich stiegen auch Smash und Destop von CNCD & Fairlight wieder mit in den Ring. Dieses Mal aber bekamen es die Elite-Scener mit einem neuen Konkurrenten zu tun. Einem ziemlich mächtigen! Denn auf der Assembly wurde die erste Demo gezeigt, die mithilfe der Unreal Engine 4 inszeniert wurde, deren ursprünglicher Schöpfer Tim Sweeney seit Jahrzehnten bekennender Anhänger der Demoszene ist. Wie das Messen um Platz 1 ausging und was es sonst noch auf der Assembly 2015 zu sehen gab, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.


1. Platz, Demo: Monolith / Andromeda Software Development

Oh mein Gott, ist das schön! Eigentlich sollte man über dieses faszinierende Werk kein Wort verlieren. Man muss es selber erleben, sehen, hören, einfach jedes winzige Detail aufsaugen. Denn das ist die ASD-Demo, auf die wir alle seit 2010 gewartet haben. Fünf Jahre sind seit Happiness is around the bend vergangen. Ganze acht seit LifeForce! Was seitdem von Navis und Co. kam, war gut bis sehr gut, aber eben kein solcher Meilenstein wie wir es sonst von dem griechischen Code-Zauberer gewohnt waren. Monolith ist die Entschädigung für die spärlichen Releases der letzten Jahre, für die wohl verdiente Auszeit, die sich Navis genommen hat. Die hat ihm mehr als gut getan, wie man an diesem magischen wirkenden Kunstwerk sieht. Dieses Monolith ist ein Beben. Es haut mit einer solch epischen Wucht um sich, sieht so wunderschön aus, überrascht immer wieder mit Neuem und lässt sogar einschneidende Erlebnisse aus dem realen Leben, wie Geburt und Familie, in verzaubernde, künstlerisch und technisch höchst anspruchsvolle Echtzeitbilder einfließen. ASD haben völlig zu Recht auf der Assembly 2015 gewonnen. Ein wahnsinniger Vorsprung von fast 4000 Punkten bei der Stimmabgabe spricht Bände (zum Vergleich: Platz 2 erhielt gerade einmal knapp über 2800 Punkte!).


2. Platz, Demo: DEMO2 / Ekspert
Eigentlich sind Ekspert eine Demogruppe, die bislang nicht sonderlich für Aufsehen gesorgt haben. Für ihr neuestes Werk DEMO2 greifen sie jedoch tief in die Trickkiste und beschwören ein paar atemberaubende Momente herauf. Unglaubliche Animationen stecken hier drin, dazu der vielleicht schönste Torus der Demogeschichte. Dazu gesellen sich hämmernde, perfekt passende Klänge und ein spektakuläres Bergpanorama. Warum sieht das so verdammt gut aus? Weil hier ein mächtiger Grafikmotor die aufwändigen Szenen antreibt. DEMO2 ist nämlich die erste Szenedemo, die mithilfe der mächtigen Unreal Engine 4 inszeniert wurde. Und hoffentlich kommt da bald noch mehr! Der einzige Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass Modelle und Animationen nicht selbst erstellt, sondern größtenteils aus freien Quellen geborgt wurden. Dennoch wird sich Epic-Chef Tim Sweeneyfreuen, ist er doch selbst seit langer Zeit der Demoszene verfallen und darf nun seine Schöpfung in diesem künstlerisch anspruchsvollen Kreis begrüßen. Vielleicht kann er sich ja eines Tages sogar durchringen und selbst eine Demo basteln. Der Anfang ist jedenfalls gemacht.


3. Platz, Demo: Hold and Modify / CNCD & Fairlight
Destop und Mazor waren für Optik und Design zuständig, Dune für den guten Ton, während Smash die Einzelteile zu einem abstrakten, aber extrem kunstvollen Design-Experiment zusammengefügt hat. Fünf legendäre Künstler, Meister ihres Fachs, haben Hold and Modify gestaltet. Namen sind es, die uns ehrführchtig unser Haupt senken lassen. Dabei sollte man das gar nicht tun. Denn im typisch abgefahrenen New-Media-Style von CNCD flackern Logos, abstrakte Welten und Objekte, sowie Anspielungen an die Anfangszeiten der Gruppe auf dem Amiga über den Schirm. Das war für viele wohl etwas zu abgedreht und abgefahren, weshalb das magische Quintett letztendlich auf dem dritten Rang landete.


4. Platz, Demo: Ratavah / Pyrotech
Die Game-o-nauten von Pyrotech machen in Ratavah wieder einmal das, was sie am besten können. Nämlich wunderschön modellierte und texturierte Szenen, die direkt aus einem Spiel stammen könnten, mit stylischen Kamerafahrten zu inszenieren. Technisch und visuell haben sie sich gegenüber dem vergangenen Jahr noch einmal verbessert, zeigen fantastische, fliegende Tropeninseln und coole Matrix-Wächter. Wer auf richtig hübsche Flybye-Kost steht, findet hier sein Glück.


5. Platz, Demo: EMIX/ Epoch
Monotone Rave-Musik und abstrakte, sich ständig bewegende Formen. Aus diesen Zutaten besteht EMIX und jeder Clubgänger weiß, dass dieses Teil in der heimischen Disse für Non-Stop-Tanz-Action sorgen würde.


9. Platz, Demo: Ministry Sound / JUGZ
Jugi Kaartinen scheint momentan in einer äußerst kreativen Lebensphase zu stecken. Ministry Sound ist bereits seine dritte, mithilfe der Unity-Engine erstellte Demo. Hier setzt der Altmeister erneut auf treibende Rave-Beats und allerlei wirre, aber stylische Szenen. Wie schon bei der Demo EMIX, so gilt auch hier, dass im Club der Dancefloor brennen würde, das monotone Stakkato und die zu häufigen, visuellen Wiederholungen zwar gut unterhalten, man aber vergeblich auf diesen einen Moment wartet, der aus dem Durschnittseinerlei ausbricht und vollends mitreissen würde.

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