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Spielkultur | Special | 4Sceners

18.04.18, 22:15 Uhr, Bobic

Schatzsucher aufgepasst! Ihr müsst nicht bis zum Meeresgrund tauchen, um Berge von Schätzen und beeindruckende Panoramen zu ernten. Ein Besuch auf der Revision 2018 genügt, denn dort wartet der Reichtum gleich kistenweise auf euch. Eure Sinne werden berauscht von exquisiten Effekt- und Grafikorgien, die Ohren mit glamourösen Klängen verwöhnt und die Seele mit dieser ganz besonderen Brise von Szeneluft gestreichelt. So auch wieder am vergangenen Osterwochenende, als in Saarbrücken über tausend Demoszener brillante Echtzeitdemos und -intros von Fairlight, Cocoon, Conspiracy oder Loonies bejubelten, sich an Werken für moderne Plattformen und alte Systeme, wie dem mit unglaublichen Produktionen beschenkten Amstrad CPC, erfreuten. Nebenbei wurde gefeiert, gelacht, getrunken, sich in Seminaren weitergebildet oder zu den tollen Live-Acts, allen voran dem brutalen Set von Logicoma, abgetanzt. Wir haben für euch die Vielfalt an Schätzen durchforstet, auf Wertigkeit und Sinneszauber überprüft und die Creme de la Creme herausgefiltert.

Um was geht es eigentlich bei einer Demo-Party? Um Demos, Intros, Effektrausch, Musik und Grafik natürlich. Um den Erfahrungsaustausch untereinander, technische Meisterleistungen, Freundschaft, Unterhaltung, das Miteinander. Auch um das Dazulernen, wie etwa durch oftmals interessante Seminare. Ebenso um eine gute Show die zwischen den Wettbewerben ansteht und für gute Stimmung sorgt. Deshalb gehören Live-Acts längst zum guten Ton einer jeden Szeneveranstaltung. Wenn Menschen selbst Tage später noch von einem solchen Auftritt schwärmen, muss vieles richtig gemacht worden sein. Im Falle des audiovisuellen Dreigestirns Logicoma, bestehend aus Ferris, Wobble und Hoffman, trifft dies zu. Ihr Auftritt auf der Revision 2018 war ein absolutes Höllenspektakel. Innerhalb von Minuten hatten sie mit ihren brachialen, faszinierenden Rhythmen dafür gesorgt, dass der Platz vor der Bühne mit einer tanzwütigen Gute-Laune-Meute gefüllt war. Eine weitere Tausendschaft war per Livestream vor den heimischen Monitoren zugeschaltet und durfte perfektes Disco-Feeling in den eigenen vier Wänden miterleben. Es war ein brutaler Gig, der musikalisch, und dank fetziger Live-Visuals auch optisch, den Tanzboden aufwischte. Genau deshalb starten wir diesen Bericht dieses Mal nicht mit der besten Demo oder Intro, sondern mit dem Mitschnitt des Live-Sets von Logicoma!







When Silence Dims The Stars Above / Conspiracy (1. Platz)
Lähmung! Wir sitzen vor dem Bildschirm und sind sprachlos. Gerade eben wurde das letzte Bild ausgeblendet, ist die letzte Note verklungen. Was war das, was wir gerade gesehen haben? Ist die Apokalypse denn so nah? Wird so der Weltuntergang aussehen? Schock und Faszination suchen uns gleichzeitig heim. Unsere Gefühlswelt ist völlig durcheinander, denn zu verstörend sind viele der gezeigten Bilder, andererseits aber auch wunderschön!
Erstaunen! Welcher Fotograf hat diese gestochen scharfen Bilder eingefangen? Diese Bäume, die sich im Wind wiegenden Äste. Dieser Fotorealismus sucht seinesgleichen. Und dann sind da diese Blicke aus dem All auf unseren Planeten. Auf den anderen Stern, der da in unsere Heimatwelt kracht und filmreif inszeniert zerstört.
Verwirrung! Wieso sind diese Szenen so durcheinander angeordnet? Auf Qual folgt Panorama, Schock wechselt sich mit Herrlichkeit ab. Mal vorwärts, mal rückwärts, wie im Film Memento. Das alles zu erfassen, ist beim ersten Anschauen nicht möglich.
Begeisterung! Winzige 64 Kilobyte misst dieser Film in seiner ausführbaren Version für Windows. Nichts, das darin enthalten ist, wurde gefilmt oder abfotografiert. Es sind von Computergöttern erschaffene Szenen, die in Echtzeit über den Bildschirm flimmern und diese unglaubliche Detailtreue aufweisen. Meisterhaft arrangiert in einer Art und Weise, dass man noch lange darüber sprechen wird. Auch außerhalb der Demoszene. When Silence Dims The Stars Above ist Teil 3 der Katastrophen-Triologie von Conspiracy, die mit One Of These Days The Sky's Gonna Break begann und vor zwei Jahren mit Darkness Lay Your Eyes Upon Me ein vielfach prämiertes Erlebnis bot, das ähnlich beeindruckte.

Transphosphorylation / Inque (2. Platz)
Glow (alias Thijs Kruithof) beschreibt sich selbst als Game Programmer by day (bei Guerrilla Games, wo er u.a. an Horizon: Zero Dawn mitgewirkt hat) und Digital Artist by night. Für letzteres verwöhnt er uns schon seit vielen Jahren mit beeindruckenden Visuals im Size-Coding-Sektor. Nachdem der gute Mann zuletzt immer wieder bei seinen niederländischen Kollegen von Poo-Brain mitausgeholfen hat, schiebt er mit Transphosphorylation mal wieder eine neue 64k Intro unter seinem eigenen Inque-Label nach. Diese wirkt auf den ersten Blick wie eine Art Best of von seinen Spezialitäten (Landschaften!) und dem zuletzt oft gesehenen Designstil in Poo-Brain-Produktionen (Roboter). Hier ist es ebenfalls ein runder Blechkamerad, der in einer futuristischen Station allerlei Transformationen durchläuft, bevor er im Kern der Anlage absorbiert wird. Alles in allem eine stimmungsvolle Reise mit exzellenter Optik, das zu Recht dort steht, wohin es die Besucher der Revision 2018 gewählt haben: Auf einem würdigen zweiten Platz.

Party Gipfeler / Poo-Brain (3. Platz)
Nach dem definitiv besten und erfolgreichstem Jahr in der fünfjährigen Geschichte von Poo-Brain, mit Welteroberungs-Releases wie Eidolon oder Yermom, scheinen die Holländer mit dem Party Gipfeler zu ihren spaßige Wurzeln zurückzukehren. Glücklicherweise sind dies nur kurze Augenblicke, die diesen Anschein erwecken. Denn beeindruckende Landschaften und fetzige Effekte bis ihn zu einer glitzernden Großstadt sorgen trotz der höchst durchschnittlichen Musik dafür, dass man hier viel Freude empfindet. Somit mausert sich der galaktische, farbenfrohe Achterbahnritt nicht nur zu einem rundum gelungenen 64k-Erlebnis, sondern lässt uns auch in freudiger Erwartung für das Tokyo Demo Fest 2018 zurück, das dieses Jahr erst im Dezember an den Start geht. So sagen es uns die Poo-Brains mit diesem Werk.

Iota / Logicoma (4. Platz)
Es ist nur ein Lückenfüller. Ein kleines Geschenk von Logicoma für alle Menschen auf der Revision. Einen Meteoriks-Award haben sie für ihre 64k Intro 'Engage' eingeheimst, die Tracked-Music-Compo mit einem nie zuvor gesehen Effektspektakel gerockt, sowie mit ihrer Live-Performance in Saarbrücken die gesamte Halle elektrisiert und zum Tanzen gebracht. Da kann das magische Dreigestirn, bestehend aus Ferris, Wobble und Hoffman, doch nicht ohne 64k Intro anrücken. Also haben sie Iota gemacht. Ein kleines, stimmungsvolles Werk mit großartigem Soundtrack, bei dem sie mit einer Vielzahl an Partikel jonglieren. Das mag nicht die Klasse ihrer anderen 64k's haben, zeigt jedoch eindrucksvoll, dass sie zu den Großen gehören. Denn nicht jeder wäre im Stande, in so kurzer Zeit so viele interessante Punktwelten zu erschaffen.



One of those days / Loonies (1. Platz)
Es gibt diese Momente, die unvergessen bleiben. Die Premiere dieser 8.192 Kilobyte großen Intro gehört definitiv dazu. Zum ersten Mal gezeigt auf der Revision 2018 in Saarbrücken konnte man nach den ersten Sekunden meinen, dass hier ein Remake des brillanten Elevated anstehen würde - mit schönerer Oberfläche und tollem Wolkenpanorama. Doch Loonies sind ja nicht irgendwer, sondern quasi die Erfinder des modernen Sizecodings, geschuldet ihrem Zauber-Tool Crinkler. Und dass die Dänen vor Ideen nur so sprühen, ist auch kein Geheimnis. Also setzen sie den Zuschauer einfach in der hübschen Winterlandschaft ab und geben ihm das beste und witzigste Skiabfahrtserlebnis überhaupt. In rasender Geschwindigkeit geht es auf zwei Brettern den Hang hinab, vorbei an Bäumen und Häusern, mit irrwitzigen Stunts und Sprüngen über Häuserdächer, das Revision-Logo und vieles mehr. Das sorgt nicht nur für gute Laune, sondern ist zugleich eine technische Meisterleistung. Denn wär hätte gedacht, dass vier Minuten Skiabenteuer in Echtzeit in einer solchen Pracht in acht Kilobyte passen würden? Irre!

Unmaintained / LJ & Virgill (2. Platz)
Ein Faible für futuristisch gestaltete Gänge und Räume scheint LJ zu haben. Denn in vielen seiner Werken, darunter etwa das überragende Faraday Future, spielt diese Architektur eine gewichtige Rolle. In Unmaintained ist dies nicht anders. Die düstere Kulisse gewinnt durch die großartige Klangabmischung von Virgill nochmals an Intensität und sieht zu jedem Zeitpunkt richtig schick aus. Spätestens aber bei einsetzendem Regen bleibt einem die Spucke weg. In solch perfekter Umsetzung sieht man diesen Effekt nicht einmal in ausgewachsenen Demos! Umso beeindruckender ist das nasse Spiel, da Unmaintained nur lausige vier Kilobyte groß ist und nur wegen dem Verpassen der Deadline bei den 8ks gelandet ist.

Emnor / Jetlag (3. Platz)
Beeples brillantes Video Zero-Day stand wohl Pate für die 8k Intro Emnor. Das beeindruckende kleine Ding zeigt nicht nur einen hübsch detailliert gestalteten Techno-Flur, sondern lässt, wie im großen Vorbild, die darin installierten Maschinen im Rhythmus der Musik arbeiten. Leider ist das Vergnügen ziemlich kurz, da dem Programmierer Keen die Zeit davon lief. Er hat aber bereits eine optimierte Fassung versprochen, die mehr Inhalte bieten wird, da er die Grenze von acht Kilobyte noch lange nicht erreicht hat. Wir sind gespannt.



Oscar's Chair / Eos (1. Platz)
Kurzfilme in Echtzeit zu zeigen, im Stil eines großen Regisseurs, ist momentan in der Demoszene schwer angesagt. Auch Fizzer hat es sich im Regiestuhl bequem gemacht und präsentiert mit Oscar's Chair ein mächtiges, kleines Werk, das vollgestopft mit unglaublicher Technik und feinem Augenschmaus ist. In der Hautprolle: Ein Stuhl. Die Nebenrollen werden von Blut und Feuer eingenommen, während edler Parkettboden, Schattenspiele und heruntergekommene Zimmerwände die beeindruckende Kulisse geben. Die bedrohliche Klangwelt tut ihr übriges um morbides Kopfkino zu erzeugen. Ein wahrlich intensives Filmspektakel in gerade einmal 4096 Byte!



Zetsubo / Prismbeings (2. Platz)
Minimalistisch, aber verdammt sexy. Der momentan heißeste "Act" in der 4k-Intro-Szene zeigt nach den galaktischen Werken Absolute Territory und Waillee erneut Großes. Im ebenfalls nur 4096 Byte kleinen Zetsubo steht ein zerteilter Würfel im Zentrum des großen Ganzen. Dieser verändert seine Einzelteile im Musikrhythmus, wird erst in feinem Weiß, später aber auch andersfarbig illuminiert. Was Zetsubo so einzigartig macht ist nicht die reichhaltige Fülle an Effekten, sondern die Harmonie zwischen der eindringlichen musikalischen Untermalung, die in herausragender Qualität aus den Lautsprechern kommt, und diesem pulsierenden Formen und Farbspiel. Ein edles Stück Echtzeitkunst, das aber dennoch im Schatten der beiden zuvor genannten Werke von Prismbeings stehen wird.

The Explorer / Alcatraz (3. Platz)
König des Designs, Meister der Farben, Herrscher über die Dunkelheit! Seit seiner 4k Intro 'The Explorer' darf sich Virgill mit vielen weiteren Superlativen schmücken. Was nicht weiter verwundert, zählt man die Besonderheiten seines neuesten Werks auf. Da ist zum einen die Sonde, die prächtig gestaltete Lavahöhlen und bläulich schimmernde Areale mit ihrem Lichtkegel durchflutet. Sie vertreibt die Dunkelheit, streckt ihre hellen Finger nie über den gesamten Bildschirm aus, sondern verhüllt auch einen Teil davon. Das wirkt geheimnisvoll und bietet so manch überraschenden, optischen Hingucker. Genau deshalb, und auch wegen der passenden Klanguntermalung, wirkt The Explorer so frisch und anders als vieles, was bisher im 4k-Introsektor veröffentlicht wurde.

Skyline / LJ & Logicoma (4. Platz)
Das Gefühl von grenzenloser Freiheit kann auch in einer 4k Intro eingefangen werden. In luftigen Höhen lässt LJ einen Adler über eine Megacity gleiten. Perfekte Blickwinkel und Kameraschwenks drehen, auch dank grandioser Musikuntermalung, kräftig an der Atmosphäreschraube. Ein echter Hingucker, was uns bei LJs Fähigkeiten nicht mehr verwundert, aber jedes Mal aufs Neue erfreut.

Snell's Window / Collapse (5. Platz)
Wer mit den andersartigen Experimenten und filmreifen Drehbüchern bei den auf der Revision 2018 gezeigten 4k Intros wenig anfangen kann, wird sich über Snell's Window umso mehr freuen. Hier gibt es einzig und allein klassiche Demokost. Mit pulsierenden Tunneln und Dominoringen, die zeitgemäß auf Hochglanz poliert sind. Damit kann man einfach nichts falsch machen.

Binary Parasites / Fulcrum (7. Platz)
Eigentlich plätschert Binary Parasites lange nur vor sich hin. Schuld daran sind karge Landschaften und der nicht wirklich zum Geschehen passende Soundtrack - ein typisches Merkmal für die Werk von Fulcrum. Spätestens wenn imposante Gebäude aus dem Boden wachsen, diese beleuchtet werden und sich letztendlich doch wieder auflösen, haben uns die Macher in ihrer Welt eingefangen. Dann wandelt sich Langeweile in Begeisterung und wir denken gerne an das von Binary Parasites geschaffene Erlebnis zurück.

Descent / Macau Exports (8. Platz)
Nichts ist, wie es scheint. Aus 2D-Partikel werden dreidimensionale Szenen. Unheilschwangere Klänge durchfluten die Atmosphäre. Alles ist diffus, aber doch erhellend und stimmungsvoll. Die 4k Intro Descent ist so anders. Es fasziniert, wirkt aber dennoch bedrohlich. Wie eine gute (alte) Folge von Akte-X. Nicht leicht zu verköstigen, aber die, die offen für Andersartigkeit sind, werden von diesem intensiven Erlebnis, das eigentlich nur ein (verdammt abwechslungsreiches) One-Trick-Pony ist, noch lange schwärmen.




Block One / Cocoon & Fairlight (1. Platz)
Die Konstellation könnte besser nicht sein. NTSC von der Gruppe Cocoon darf neuerdings auch mit der von Fairlight entwickelten Notch-Engine spielen. Heraus kommt ein epischer Blockbuster, der die Designvorzüge von Cocoon (3D-Bombast und Tunnel) mit denen von Fairlight (Partikel, Flüssigkeiten) vereint. Block One schmettert gleich zu Beginn mit der futristischen Mega-City das erste visuelle Monster raus. Mit all den blinkenden Lichtern, versteckten Anspielungen und dieser riesigen Kulisse sieht das alleine schon beeindruckend aus. Doch sind es speziell die fantastischen Wege und Winkel der Kamera, die mit zum besten und spektakulärsten gehören, was man bislang in Demokreisen erhaschen durfte. Im Anschluss folgt der für Cocoon obligatorische Tunnelflug. Dieses Mal jedoch nicht in einer maschinellen Umgebung, sondern in einem gewöhnlichen, toll ausgeleuchteten Flur. Hier kommen auch zum ersten Mal die feschen Partikeleffekte des Grafikantriebs zur Geltung, die wenig später mit nicht minder Eindruck schindenden Flüssigkeitsspielereien noch getoppt werden. Block One, das steht für abwechslungsreiches, technisch erstklassiges Effektbrimborium, geradezu meisterhaft inszeniert zum spektakulären Soundtrack von Hulon und Headreamer. Bitte mehr davon!

Wander / CNCD & Fairlight (2. Platz)Wander ist pure Eleganz. Es schimmert und glitzert, pulsiert und raubt den Atem, bezirzt mit dem geschmeidigem Ballett eines androiden Tänzers. Es dauert nicht lange bis man in diesem Werk mit seiner einzigartigen Atmosphäre gefangen ist. Dafür sorgen bereits zu Beginn die zarten Geigenklänge, die durch den Raum schweben, die glitzernden, aus dem Boden wachsenden Kristalle umschmeicheln, während sich der Tänzer anmutig bewegt und die gesamte Szenerie in diesem perfekten Neonwave-Licht aus Pink und Blau illuminiert ist. Mit der Transformation zu einem Raumgleiter, den spektakulären Wolkenformationen und der abwechslungsreichen, in dieser Form bislang einzigartigen Darstellung von Liquiden bauen CNCD und Fairlight ein weiteres Monument in ihrer Demoszene-Karriere auf. Mit einem Wort: Wunderschön!

sp04 - Echo Chamber / Spacepigs (3. Platz)
Man muss diesen JCO einfach mögen - auch wenn man nicht immer seine Art des Humor teilen kann (Hallo, Kevin!). Aber Genie und Wahnsinn liegen nunmal dicht beieinander. Bestes Beispiel dafür ist die hier vorliegende Echo Chamber. Da haben wir einerseits eine tolle Space Odyssey, gefüllt mit coolen Sounds, hübschen Szenen und einem wirklich gelungenen Gag mit dem Planeten "Kevin". Was danach folgt ist Wahnsinn. Evil-Bot-Compos, Rob is jarig-Kult, Comic-Spaß mit einem Gehörlehrer, aber auch viel Trash. Das passt eigentlich gar nicht zusammen, lässt einen an seinem Verstand zweifeln, und hat hinterher doch richtig Spaß gemacht. Wie macht der JCO das nur?!?

Aurora / Excess (4. Platz)
Sauber und aufgeräumt, auf das Wesentliche reduziert haben Excess ihre neueste Demo namens Aurora. Viel gibt es nicht zu sehen, da der Hintergrund zumeist eintönig blaugrau bleibt. An der Front tummeln sich bis auf einen Rubber-Cube, ein gläsern wirkendes Objekt, Lichtwirbel und allerlei geometrische Formen ebenfalls nicht viel. Dennoch ist Aurora ein audiovisueller Genuss. Dank dem gewollten Minimalismus wirkt alles so sanft und geschmeidig, harmoniert bestens mit dem großartigen Soundtrack und zeigt uns, dass Oldskool-Style mit Gummiwürfel und Glenz Vector auch heutzutage noch funktioniert und verdammt sexy sein kann.

Rainbow Clash - Gravity Ride / United Force & Digital Dynamite (5. Platz)
Wir machen es uns einfach: In Gravity Ride steckt einfach alles, was in den 1980er Jahren angesagt war. Wenn ihr dann noch hört, dass diese Demo von Slyspy kommt, ist eigentlich alles gesagt. Und es ist geil!

Fertile / Holon (6. Platz)
Blumen, tanzende Eicheltentakel, Samenketten, nochmal Blumen und ein durchgängiger Anstrich in Lila und Pink. Das bietet Fertile und ist somit die Traumdemo für alle weiblichen Anhänger der Demoszene. Doch Holon wären nicht Holon, wenn hier nur Barbie-Schmuser und My-Little-Pony-Streichler auf ihre Kosten kommen würden. Dank fetziger Drum'n'Bass-Begleitung, atmosphärischem Nebelteppich im Hintergrund und dem cool arrangierten Effektmix samt der typischen, speziellen Holon-Design-Prise macht es auch dem männlichen Geschlecht Spaß. Und seien wir doch mal ehrlich: In den 80er Jahren haben wir Anhänger der Synthwave-Bewegung diese Farbgestaltung über alles geliebt!

Autogenic / Nuance (7. Platz)
Eine fremde Welt. Zerklüftetes Gebirge, futuristische Gebäude, viel Lensflare und Geflacker in der bombastischen Kulisse. Nuance zimmern hier ein echtes Schwergewicht auf den Schirm. Bedrohliche Sounds unterstreichen die spannungsgeladene Atmosphäre. Pro und Cosmic haben mit Autogenic einen echten Klotz auf die Beine gestellt, der als Hingucker taugt, aber ein wenig zu langatmig inszeniert ist. Sonst wäre eine höhere Platzierung durchaus im Bereich des Möglichen gewesen.

Xion / Adapt (8. Platz)
Adapt bleiben sich treu. Xion ist wieder einmal eine Demo, die an vielen Stellen überirdisch schön und beeindruckend wirkt (dieses Logo und der Effekt am Schluss!). Verwirrend, chaotisch und oftmals zu viel gleichzeitig zeigen ist die andere Seite von Adapt. Dann wird es schnell unübersichtlich, die Faszination geht flöten. Xion mach da leider keine Ausnahme. Es gibt erhabene Momente, einen richtigen tollen Soundtrack, aber eben auch dieses Wirrwar an Effekten. Die können eben einfach nicht anders, die Adapt'ler!

The Colours and Lights of The North / Eos (10. Platz)
Polierte, schimmernde Kugeln im Überfluss. Dazu jede Menge Würfel, gestochen scharf geschliffen und in edlem Weiß angestrichen. Ganze Ribbon-Herden in herrlichen Regenbogenfarben und schön polierter 3D-Kram. All das steckt in The Colours and Lights of The North, der Invitation-Demo zur Nordlicht 2018. Eos haben hier ein wunderbares, verträumt gestaltetes Erlebnis geliefert, das einen mit all seinem Glanz verzaubert. Sowohl grafisch, als auch akustisch, denn Nobys Soundtrack passt so perfekt in diese edle Welt.



Sainounashi / dnlb (12. Platz)
Mit Übergängen und Stilwechseln wie in einer guten ASD-Demo, perfekter Abstimmung von Musik und Effekten, sowie diesem besonderen Fluss der einzelnen Szenen überzeugt uns die zweite Demo von dnlb. Vor drei Jahren hat der gute Mann bei NVidias NVision 2015 sein Debüt gegeben, dem er nun Sainounashi folgen lässt. Genau dieses Werk lässt uns spüren, dass dnlb im Laufe der Zeit seine Fähigkeiten verbessert hat, sowohl was das Coding betrifft, als auch beim Design, das hier so herrlich erfrischend wirkt.

Assembly Summer Invitation 2018 / Ivory Labs (17. Platz)
Ein große Demo-Party, die eine noch größere Gamer-Veranstaltung ist, schreit nach einer Invitation-Demo mit vielen Assoziationen an Videospiele und Co. Genau das haben Ivory Labs auch getan. Mit Hilfe der Unity-Engine zaubern sie herrliche Landschaften herbei, weben Partikeleffekte und demoeske Objekte ein und lassen sogar ein geflügeltes Wesen über allem schweben. Die ruhige Inszenierung mit ihren sanften Klängen beruhigt allerdings einen Tick zu viel. Der Wunsch nach etwas mehr Geschwindigkeit ist somit ein ständiger Begleiter.

Bleep Bloop Computer / Two Captains (18. Platz)
Die beiden Kapitäne Gloom und lug00ber steuern ihr Schiff durch gut getimte Notch-Gefilde. Mit dem mächtigen Fairlight-Antrieb im Gepäck malen sie nicht nur hübsche Szenen in die Luft, sondern lassen zugleich herrliche Bleeps und Bloops im Variform-Stil durch die Lüfte schweben. Klein und fein, schick und gut gesycnt, da segelt man gerne mit und richtet das Ruder gen Solskogen Island aus. Denn genau da steuern die Kapitäne mit Bleep Bloop Computer hin.



The Fall / The Deadliners & Lemon. (Amiga 500, 1. Platz)
Nach Verfilmung und Spiel bekommt Lewis Carrols Kinderbuchklassiker Alice im Wunderland nun auch eine Versoftung als Szenedemo spendiert. Für den Commodore Amiga 500. The Fall entpuppt sich dabei als zauberhaftes, meisterhaft inszeniertes Wunderwerk, das Demo-Träume wahr werden lässt. Brillante Grafiken streuen Puderzucker in unsere Augen, die drei Musikstücke gehen wunderbar ins Ohr und dann ist da dieses Design! Alles harmoniert, ist perfekt aufeinander abgestimmt und bietet den fantastsichen Effekten genug Raum zur Entfaltung. Liebevolle Details wie gepixelte Rahmen, animierte Sprites und vieles mehr machen aus den Checkerboards, Vektortunnel und Partikeleffekten ein echtes Märchenabenteuer, das letztendlich sogar von einer tollen Renderanimation beendet wird. Es ist unglaublich, wie viel Liebe und Ehrgeiz in The Fall steckt, das von einem ganzen Battalion an Legenden der Amiga-Demoszene erstellt wurde. So zeigen sich Dascon und Virgill für die Musik verantwortlich. Made, Facet und Prowler zeigen, dass sie gute, alte Pixelgrafiken immer noch können, während auf der Programmierseite mit Oriens, Soundy und dem legendären Dan (Anarchy und Core Design!) alle Register ihres Könnens zeigen. Mit Leonard / Oxygene war sogar noch ein alter Atari-Hase für das Demo-Grundgerüst verantwortlich. Unbedingt anschauen, eintauchen und mit allen Sinnen genießen!

Hexel / Ephidrena (Amiga 1200, 2. Platz)
Hypnotisch wirkt die neue AGA-Effektzauberei von Ephidrena. Begleitet von entspannenden, aber pulsierenden Elektronikklängen zelebriert Coder Loaderror ein technisch modernes, abwechslungsreiches Schauspiel, das sogar einige neue Effekte ins Amiga-Lager bringt. Anti-Aliasing, Copper Glow oder die bildschirmfüllenden, großen Metaballs sind eine echte Augenweide. Nur die hin und wieder eingeblendeten Effektbeschreibungen wirken störend.

Part II - Horizons / Unique (Amiga 1200, 3. Platz)
Wenn in einer Amiga-Demo gleich zu Beginn rotierende Objekte so groß sind, dass sie kaum auf den Bildschirm passen, kann man sich sicher sein, ein echtes Schwergewicht vor sich zu haben. Genau das trifft bei der neuen Demo von Unique zu. Von Anfang bis Ende ist dieses Ding einfach nur fett. Gleißende Lichteffekte strahlen überall hervor, die Szenen sprühen vor 3D-Reichtum, tollen Texturen oder auch mächtigen Tunnelflügen. Dazu pumpt der Soundtrack mächtig rein und verdeutlich uns, dass Part II - Horizons, eine wirklich massive Echtzeitdemo mit beeindruckender Technik ist.



We come in Peace
/ Fairlight & Censor Design & Offence (Commodore 64, 1. Platz)
Fairlight-Demos für den C64 haben uns in den letzten Jahren immer wieder in Glaubenskriege gestürzt. Auf der einen Seite bieten sie atemberaubende Effekte und technischen Meisterleistungen, andererseits aber auch oftmals langatmige, wenn auch gut aussehende Scroller die immer wieder den Wunsch nach einem "Next Part"-Button aufkeimen ließen. We come in Peace stellt uns nicht vor diese Entscheidung! Der rund fünf Minuten dauernde Main-Part fetzt von Beginn an richtig los, spült bunte Bilder, hervorragende Effekte und coole SID-Musik kontinuierlich in unsere Richtung und zauber somit mehr als nur ein Lächeln auf unser Gesicht. Vor allem besitzt das neue 8bit-Werk des legendären Gruppendreigestirns diesen wunderbaren Fluss wie man ihn sonst nur in Amiga-Demos findet.

phX / Condense (Amstrad CPC, 2. Platz)
Wenn ein 8bit-Rechner den Zauber, die Grafikpracht und den Technikbombast darstellt, den man normalerweise von einem höher motorisierten Amiga-Computer erwartet, kann man sicher sein, dass das Entwicklerteam vieles richtig gemacht hat. Fünf Jahre nach dem überragenden Phortem hexen Condense erneut auf dem Amstrad CPC. Und phX sieht man die lange Entwicklungszeit zu jeder Sekunde an. Es ist vollgestopft mit brillanten Pixelgrafiken. Es hämmert Beeps und Bleeps aus den Lautsprechern, die perfekt geschaffen für den ultimativen Wahnsinn sind, der da auf dem Bildschirm vonstatten geht. Farbenfrohe Raster, bildschirmfüllende Objekte, riesige Scroller oder ein Feuerwerk an Bobs sind technische Meisterleistungen, die man diesem System gar nicht zugetraut hätte. Diese Demo verfügt über schlichtweg brutale Qualität in allen Aspekten!
Wer mehr über Technik und Werdegang dieses Meisterwerks wissen möchte, sollte einen Blick in das über 30 Seiten starke Making of werfen, das der Programmierer NoRecess erstellt hat.

Isometrikum / Vanity (Amstrad CPC, 1. Platz)
Bei den Oldskool-Intros setzte sich mit Isometrikum diese wunderschöne, pfiffige 4k Intro an die Spitze. Erneut ist die Zielplatform der Amstrad CPC, der auf der Revision 2018 mit der zweiten überragenden Produktion beschenkt wurde. Der Clou an Isometrikum ist, wer hätte es gedacht, die Perspektive. Wie der Name vermuten lässt, beschränkt sich die Darstellung auf einen isometrischen Blickwinkel, der Landschaft und Objekte im Rhythmus zur schönen Begleitmusik entstehen lässt. Das ist nicht nur schön bunt, sondern technisch anspruchsvoll umgesetzt und erhält mit dem zweiten Part nochmals einen Schub. Dann nämlich werden die einzelnen Objekte durch eine durchgehende Landschaft mit verschiedenen Höhenstufen ersetzt, die letztendlich die Kinnlade gänzlich zu Boden knallen lässt.



Crank Crank Revolution / LFT & Redcrab (Commodore 64, 1. Platz)
Neue Ideen sucht man in der Spielebranche oftmals vergebens. Doch sind es oftmals die alten Dinge, die man an die Oberfläche ziehen muss, um für Frische und Spaß zu sorgen. Wie die Drehorgelspieler, die früher auf den Jahrmärkten anzutreffen ware, heutzutage aber kaum noch gesichtet werden und somit einer Vielzahl der jungen Generation gar nicht mehr bekannt sind. Der findige Retro-Programmierer LFT hat sich an diese Form der Musikkunst erinnert und spendiert der aussterbenden Klangkunst ein kleines, feines Spiel. Bei Crank Crank Revolution dreht man den Joystick in passender Geschwindigkeit im Kreis um dem Orgelapparat wohltuende Klänge zu entlocken. Das lockt, im Falle des wohltuenden Hörspiels, Zuhörer an, welche die ein oder andere Münze springen lassen. Am Ende wird abgerechnet. Mit guter Grafik und dem witzigen Spielkonzept schaffte es Crank Crank Revolution auf den obersten Podestplatz beim Game-Wettbewerb der Revision 2018 und ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass alte Dinge niemals aus der Mode kommen. Das gilt für die Drehorgel genauso wie für den Commodore 64, auf welchem der Rütteltest seinen Dienst versieht.



8:00 AM / Sushicats (PICO-8 / Browser, 2. Platz)
Für die virtuelle PICO-8-Konsole kommt ein simples, aber fesselndes und durchaus herausforderndes, kleines Spiel heraus. In 8:00 AM gilt es Straßen von einem vorgegebenen Startpunkt bis zu einem bestimmten Ziel zu bauen. Danach rauschen in bester Tower-Defense-Manier die Autoschlangen los, die nicht im Nirgendwo ankommen wollen. Was zu Beginn noch sehr einfach aussieht, entpuppt sich mit fortlaufender Spieldauer als höllisch schwerer Geschicklichkeitstest, bei dem die Straßenführung einem das ein oder andere Mal einen Strich durch die Rechnung macht. Knifflig, aber höchst unterhaltsam!

Mooncats Trio / sBeam & Desire (Gameboy Advance, 3. Platz)
Ein richtig feiner Breakout-Klon steht mit Mooncats Trio in den Cartridge-Schächten des Gameboy Advance in den Startlöchern. Natürlich ist das Spielprinzip so ausgelutscht wie ein Hubba-Bubba-Kaugummi nach zehn Minuten. Dennoch weiß das Konzept auch heute noch zu fesseln und verfügt mit den obligatorischen Boni wie Multiball oder Kanone, beweglichen Sprites und unterschiedlicher Beschaffenheit der Steinblöcke über reichlich Spielspaß. Hinzu kommt die hübsche Verpackung mit charmanter Pixeloptik und schönen Chiptune-Melodien.

Inviyya / Tigerskunk (Amiga 500, 4. Platz)
Shoot 'em Ups gibt es für den Amiga wie Sand am Meer. Dennoch freut man sich immer wieder darauf, in einem gut gemachten Spiel den Trigger-Finger zu trainieren. Inviyya hat alle Voraussetzungen, um den Joystick zu entstauben und die eingerosteten Reflexe zu testen. Das Spiel im Stil von R-Type und Co. glänzt in erster Linie mit seiner hübschen Optik, wobei die Animationen der Gegner und Explosionen ruhig noch ein paar Frames mehr vertragen könnten. Beim Level-Design orientieren sich die Designer an bekannten Vorlagen, wobei uns beim Präsentationsvideo auf der Revision 2018 vor allem das Fehlen von jeglichen Extrawaffen negative aufgefallen ist. Potential ist also vorhanden, das die Entwickler in den nächsten Monaten hoffentlich noch weiter abrufen werden um aus einem interessanten Titel ein "Will ich spielen!"-Werk zu formen.

 
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