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Battlefield 2

Spielkultur | Special | 4Sceners

28.09.05, 21:21 Uhr, Bobic

"Man kann Nanostray bislang als Grafik-Referenz auf dem DS bezeichnen!", meint Bernhard Wodok von Shin'en. Und jeder, der das spektakuläre Shoot'em Up in Aktion gesehen hat, gibt ihm Recht. Was viele nicht wissen: Das Team sorgte einst in der Amiga- und PC-Demoszene unter dem Namen Abyss für Aufsehen. Mehr als 60 Produktionen stammen von den Jungs, die jetzt zu den Größen in der Handheld-Branche zählen.

(english version)

Auf dem Nintendo DS ist Nanostray derzeit konkurrenzlos. Kein anderes aktuelles Spiel bringt imposantere Bilder auf den Double-Screen des Handhelds. Fantastische 3D-Grafik und spektakuläre Effekte lassen selbst PSP-Besitzer neidisch werden. Zwar ist das neueste Spiel von Shin'en nur ein klassisches Shoot'em

Nanostray ist technisch und spielerisch ein Meisterwerk auf dem DS. In Aktion sieht es noch besser aus, wie diese Videos (11MB) zeigen.

Up, dafür aber eines das neben all der Grafikpracht auch mit perfekter Spielbarkeit, einem ausgeklügelten Waffensystem und wunderschöner Musik glänzt. Ab dem 04. November dürfen auch wir Deutschen den Ballerdaumen auspacken, dann nämlich wird das Modul von THQ in Deutschland veröffentlicht.

Die Jahre mit der Freundin
Die Macher hinter diesem Action-Feuerwerk sind in der Demoszene keine Unbekannten. Einst veröffentlichten sie unter dem Namen Abyss zahlreiche Demos, Intros und Music-Disks - überwiegend für den Amiga, später auch für PC. Und wer seine Website mit der URL the-leaders-of-the-eighties.de kennzeichnen darf, der muss in der Tat großartiges vollbracht haben. Den Beweis liefern Amiga-Demos wie High Anxiety, Drugstore oder Wildlife. Legendär ist auch die 1998 veröffentlichte PC-Demo Startrail to Glory, ein Tribut an die Comic-Serie Captain Future. Das letzte Release von Abyss in der Demoszene war 2000 die Music-Disc Disissid 4, eine Kollektion stimmungsvoller SID-Musik.

Den größten Ruhm haben Abyss ihrem Musiker Pink zu verdanken, der im bürgerlichen Leben auf den Namen Manfred Linzner hört. Er gilt als einer der besten Szenemusiker überhaupt und hat sich durch seine grandiosen Demo-Soundtracks und Chip-Tunes selbst ein Denkmal gesetzt. Doch auch die Programmierkunst beherrscht er. Zuerst entwickelte er nur Musikprogramme, allen voran die AHX-Engine, die in stark modifizierter Version auch auf dem GBA und dem DS für perfekt klingenden Sound sorgt und gerne lizenziert wird. Seit 1997 beschäftigt ihn auch die Spieleprogrammierung, die in den Geschicklichkeitsspielen Rise of the Rabbits 1+2 und dem Actionspiel A-Type seinen Anfang nahm. Diese drei Titel entstanden noch auf dem Amiga und waren sensationelle 32 Kilobyte klein, sahen trotzdem gut aus und machten tierisch Spaß.

Vier Münchner im Handheld-Himmel


Manfred "Pink" Linzner ist ein begnadeter Musiker. Hier gibt es Hörproben aus Nanostray, Iridion II und alten Amiga-Zeiten, die problemlos mit Playern wie WinAmp abspielbar sind.

Nanostray - Hibashira Plains
Iridion II - See the Sun burn
Demo-Musik - diverse Titel


Es war nur eine Frage der Zeit, bis man sich dazu entschloss das in der Demoszene gesammelte Know-How auch auf kommerzielle Spiele zu übertragen. Die Plattform, die man mit großartigen Titeln versorgen wollte, war zu Beginn der Gameboy Color, da die Spieleentwicklung dort am ehesten mit der Amiga-Szene vergleichbar war. Im Laufe der Zeit schwenkte man auf den Gameboy Advance um, wo man mit den technisch beeindruckenden Shoot'em Ups Iridion 3D und Iridion II den Durchbruch schaffte. Auch das knuddelige Jump'n Run Biene Maja - Süßes Gold entsprang den Händen von Shin'en, wie sie sich mittlerweile nannten.

Nun steht also Nanostray kurz vor der Veröffentlichung. Mit ein Grund, weshalb wir uns mit Bartman und Pink unterhalten wollten, aber natürlich auch um zu erfahren, wie es damals in der Demoszene war.

 

Bernhard "Bartman" Wodok (oben) und Manfred "Pink" Linzner (unten) von Shin'en.
4Sceners:
Könntet Ihr Euch kurz vorstellen?

Bartman: Shin'en besteht aus folgenden Personen: Bernhard Wodok (Bartman/Abyss), Coder, 29 / Manfred Linzner(Pink/Abyss), Coder/Musiker, 30 / Florian Freisleder (Wintermute/Abyss), Grafiker, 30 / Martin Sauter (Fade1/TRSI), Grafiker, 31.

4Sceners: Wie seid Ihr auf die Demoszene aufmerksam geworden?

Bartman: Das müsste so 1991/1992 gewesen sein, als ich mit einem Schulfreund zusammen den Hardwareprogrammierkurs aus dem Amiga-Magazin entdeckt habe und gleich mitgemacht habe. Natürlich hat man davor schon mal ein paar Crack-Intros gesehen, und dann haben wir mal selber versucht, Intros zu programmieren. So habe ich dann auf der Suche nach einem Musiker auch Pink kennen gelernt, und wir haben dann die Demogruppe Pyrodex gegründet. 1994 hat dann die Demogruppe Abyss Kontakt mit uns aufgenommen, da viele Abyss-Mitglieder in der näheren Umgebung von München wohnten. Dann kam der Plan auf, etwas zusammen zu machen, und da die Abyss-Members nicht Pyrodex joinen wollten, haben wir's einfach umgekehrt gemacht.

4Sceners: Ihr habt unter dem Namen "Abyss" jahrelang Demos für den Commodore Amiga programmiert. Was war in dieser Zeit euer schönstes Erlebnis? Und natürlich auch: Was war das Schlimmste?

Bartman: Das schönste waren natürlich immer die Demo-Parties, auf denen wir auch mal was gewonnen haben. Ich denke mal, auf The Party 1997/1998 und Mekka & Symposium 1998 haben wir die meisten Preise eingeheimst. Das war natürlich schon cool.
Wir hatten natürlich auch Reinfälle, z.B. die Saturne Party 1997, als 10 Stunden lang der Strom ausfiel, und alle Competitions gecanceled wurden. Das war natürlich nach der langen Fahrt nach Paris schon eine Enttäuschung.

                   
 
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