Pandemic Legacy - Season 2 - Brettspiel-Test, Brettspiel, Spielkultur

 

Brettspiel-Test: Pandemic Legacy - Season 2 (Rollenspiel (Koop-Abenteuer))

von Jörg Luibl



Pandemic Legacy - Season 2 (Brettspiel) von Asmodee
Gemeinsam gegen die Seuche
Entwickler: Rob Daviau, Matt Leacock
Publisher: Asmodee
Release:
01.10.2017
Spielinfo Bilder  
Vor vier Jahren habe ich Pandemic Legacy - Season 1 vorgestellt, das zu den besten kooperativen Brettspielen gehört. Auch deshalb, weil es eine einzigartige Kampagne inszenierte, in der sich Regeln, Spielwelt & Charaktere quasi permanent verändern. Jetzt bin ich endlich dazu gekommen, den offiziellen Nachfolger zu spielen. Und was soll ich sagen? Pandemic Legacy - Season 2 ist noch besser!

Keine Vorkenntnisse benötigt

Ganz wichtig: Ihr müsst den ersten Teil nicht gespielt haben, um mit Pandemic Legacy - Season 2 loszulegen. Das Abenteuer verlangt keinerlei Vorkenntnisse und lässt sich separat mit bis zu vier Freunden erleben. Ihr könnt auch zu dritt oder zweit starten, dafür gibt es nur kleine Ergänzungen. Überhaupt ist das Regelwerk angenehm kompakt. Zunächst erstellt ihr wie in einem Rollenspiel eigene Charaktere, indem ihr deren Karten mit Name und Geburtsort beschriftet sowie ein Portrait und eine Fähigkeit aufklebt.

Keine Bange, ihr könnt ruhig den permanenten Filzstift oder einen Kuli dafür einsetzen. Denn zum Wesen der Legacy-Spiele gehört, dass ihr ein Abenteuer mit allen Konsequenzen nur einmal erlebt. Charaktere erhalten nicht nur bleibende Narben und können sterben, sondern das Regelwerk und der Spielplan verändern sich dauerhaft, meist durch frisch aufgeklebte Sticker. Hinzu kommt der coole Überraschungseffekt durch zunächst verschlossene Boxen und Dossiers, die an bestimmten Stellen der Kampagne geöffnet werden und weitere Karten, Modifikationen sowie Ereignisse hinzufügen.

71 Jahre nach dem Weltuntergang

Pandemic Legacy - Season 2 ist komplett auf Deutsch bei Pegasus erschienen.
Pandemic Legacy - Season 2 kostet knapp 40 Euro und ist komplett auf Deutsch bei Asmodee erschienen.
Dafür spielt man allerdings auch länger als gewöhnlich in mehreren Sitzungen. In diesem Fall hat man ein Jahr Zeit, um in einer postapokalyptischen Welt zu bestehen. Eine unheilbare Seuche hat vor 71 Jahren mit zig Millionen Toten dafür gesorgt, dass die Zivilisation und die globale Kommunikation weitgehend zusammenbrach. Nur wenige Städte sind per Land oder Wasser verbunden und es gibt sogar wieder eine Terra incognita, denn viele Teile der Erde sind komplett abgekapselt - was durch die dunklen Stellen des Spielplans illustriert wird.

Es gibt allerdings im Atlantik und dem Mittelmeer drei so genannte Zufluchten, von denen aus Retter die letzten überlebenden Städte versorgen - alles dreht sich quasi darum, wie man genug Vorräte von A nach B bringt und wie man die drastisch gesunkenen Bevölkerungszahlen wieder erhöhen kann. Ihr gehört zu so einem Retter-Team, aber müsst damit rechnen, dass da draußen nicht nur der Virus mit seinen Ausbrüchen, sondern auch eine feindliche Fraktion namens Hohle Männer lauert. Und die hat in einem hinterhältigen Coup vermutlich viele eurer Anführer vernichtet.

Kommentare

Fogy schrieb am
M_Coaster hat geschrieben: ?
30.03.2020 14:58
Gloomhaven? Das Spiel das fast nur ein Missionsziel kennt, nämlich töte alle Gegner? :D Für mich ist Gloomhaven das meist überschätzte Brettspiel überhaupt. Das dies auf BGG auf Platz 1 thront ist eine Farce. Ich bin allerdings auch kein großer Fan von Dungeon Crawlern, allerdings finde ich ein Sword & Sorcery oder Alone wesentlich besser.
Für videospieler kann ich übrigens euch allen hier, auch @Jörg, nur Nemesis empfehlen. Ein absolut geiles Brettspiel!
Ist bei unserer Runde auch so, nachdem wir anfangs mega gehyped waren hat sich relativ schnell Ernüchterung bei Gloomhaven breit gemacht, das Kampfsystem finde ich aber schon ganz cool.
Nemessis kann ich definitiv auch empfehlen, dieser Moment wenn einer einfach in die Rettungskapsel steigt nachdem er den Antrieb nur mal kurz "geprüft" hat...
Pandemic Legacy Season 2 steht noch eingepackt im Schrank, wir sind im Dezember bei Season 1 ...und naja die Runde kommt aus Gründen gerade nicht zusammen.
4P|T@xtchef schrieb am
Ich sehe Gloomhaven (aktuell) auch hinter Sword & Sorcery, selbst hinter Descent in zweiter Edition. Es hat schon Stärken, aber im Kontext eines Rollenspiels auch einige Defizite hinsichtlich Kampf und Storytelling. Zu Dungeon-Crawlern mach ich bald mal was, da ist meine Liste endlos. Danke auch für die Tipps.
M_Coaster schrieb am
Gloomhaven? Das Spiel das fast nur ein Missionsziel kennt, nämlich töte alle Gegner? :D Für mich ist Gloomhaven das meist überschätzte Brettspiel überhaupt. Das dies auf BGG auf Platz 1 thront ist eine Farce. Ich bin allerdings auch kein großer Fan von Dungeon Crawlern, allerdings finde ich ein Sword & Sorcery oder Alone wesentlich besser.
Für videospieler kann ich übrigens euch allen hier, auch @Jörg, nur Nemesis empfehlen. Ein absolut geiles Brettspiel!
lordpa schrieb am
Kopernikus79 hat geschrieben: ?
27.03.2020 10:59
Uns hat es nach einigen Monaten immer weniger gefallen. Vor allem das Standardziel (baut 3 Forschungszentren) war so schnell langweilig (wie bereits in Season 1) und hätte auf jeden Fall durch andere Aufgaben ergänzt werden können. Wir hatten irgendwann keine Lust mehr jedes Mal 3 zu bauen. Haben es aber durchgespielt und sind zu Viert der Meinung, dass wir so schnell kein Pandemie Spiel mehr brauchen.

Ging uns haar genau gleich. V.a. im mittleren Teil des Spiels ists gefühlt 6 Monate das selbe. Eigentlich sehr schade, da ist durchaus Potential verloren gegangen.
Jetzt haben wir uns Gloomhaven geholt. Beste Entscheidung!
M_Coaster schrieb am
Aber gerade die Ziele sind doch viel abwechslungsreicher und eben nicht immer so ähnlich wie in Pandemic Season 1. Gerade das ist doch einer der Stärken von Season 2.
schrieb am