Pro Evolution Soccer 2016: Der große Fußballvergleich: PES 2016 vs. FIFA 16 - Special

 

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Der große Fußballvergleich: PES 2016 vs. FIFA 16

In drei Teilen werden wir den virtuellen Fußball
von Konami und EA vergleichen. Wir starten mit
Präsentation & Atmosphäre, es folgen Figurenverhalten
sowie Umfang und wir finalisieren den Vergleich
mit der wichtigen Spielmechanik.

Zwischenergebnis Teil 1 + 2:
58
  71



Teil 3: SPIELMECHANIK (PES : FIFA)
Spielaufbau
PES ist in wichtigen Bereichen des Spielaufbaus so gereift, dass sowohl ruhiger Ballbesitz als auch stürmische Tempowechsel ohne künstliche Brüche möglich sind. Zudem kann man das Mittelfeld dank präziser Richtungswechsel und explosiver Sprints dynamisch überbrücken. So werden aus taktischen Ballzirkulationen plötzlich spektakuläre Szenen. Es entwickeln sich Spiele mit hoher Intensität.

FIFA bietet im Mittelfeld einerseits mehr Simulationsflair, weil man Pässe besser dosieren muss und hohe Zuspiele in die Tiefe von sehr aufmerksamen Verteidigern abgefangen werden. Der Spielaufbau ist dadurch fehleranfälliger und wirkt träger, weil man das zähe Hin und Her nicht immer über situative Tempowechsel auflösen kann. Es gibt auch hier spektakuläre Szenen, aber man muss dafür viel "arbeiten".

Taktiken & Formationen
Beide Spiele bieten zig Möglichkeiten, was Formationen und Anweisungen betrifft. FIFA hat zwar mehr Quantität mit 35 möglichen Aufstellungen, aber wenn man die Details der taktischen Anweisungen hinsichtlich der Laufwege, des Pressings etc. individuell anpasst, die in FIFA für jede Position und das ganze Team, und bei PES nur für das Kollektiv möglich sind, wirken sich diese in PES noch spürbarer auf dem Platz aus. Außerdem kann man in Konamis Kick flexible Taktiken aktivieren, die sich bei Ballbesitz oder Ballverlust automatisch ändern.

Pässe und Flanken
PES 2016 ist hier sehr vielfältig, bietet neben diversen Flanken aus dem Halbfeld oder von der Strafraumgrenze auch gezielt sehr hohe Flanken, um Kopfballspieler zu bedienen. Man kann Kurzpass-Stafetten einleiten, tödliche Pässe in die Spitze oder scharf in den Rücken der Abwehr spielen, dazu jederzeit manuell in alle Richtungen passen. FIFA bietet ein ähnliches Repertoire ohne die sehr hohe Flanke, hat den neuen strammen Flachpass im Angebot, aber der zeigt in der Praxis zu wenig Wirkung. Obwohl es auch tolle Hereingaben gibt, sind Flanken und kurze Pässe nicht effektiv genug - vor allem im Mittelfeld "versackt" der Ball häufig, weil man die Schärfe des Zuspiels vermisst.

Schüsse
Egal ob Vollspannschuss, Volley oder Schlenzer: Das geht in beiden Spielen. Wobei Letzterer mit seinem starken Drall in PES effizienter, aber damit auch etwas zu stark ist. In Konamis Kick gibt es mehr Vielfalt in den Flugkurven bei Distanzschüssen, dazu Flatterbälle und Direktabnahmen, außerdem krachen die Schüsse akustisch besser. Der Ball senkt sich in FIFA sehr ansehnlich in den Kasten, hat an Schwere gewonne, aber er wirkt dabei manchmal wie ein XXL-Flummi und zeigt immer gleiche gesenkte Flugbahnen, auch wenn man aus anderen Lagen abzieht.

Kopfbälle
In beiden Spielen ist das viel Luft nach oben. PES haben die Kopfbälle an Qualität gewonnen, weil sie nicht nur besser animiert werden, sondern weil man sich die Position dafür mit dem linken Stick im Gerangel erarbeiten kann. In FIFA gibt es noch wuchtigere Kopfbälle, die gerade bei Ecken toll inszeniert werden. Aber in beiden Spielen vermisst man z.B. die Möglichkeit, manuell einen Aufsetzer einzuleiten.

Tacklings
PES hat sich in der Inszenierung der Zweikämpfe verbessert, denn man braucht mehr Timing für ein erfolgreiches Tackling. Das Gerangel wirkt je nach Gewicht und Tempo angenehm authentisch - ein massiger Körper kann den Ball in Laufduellen auch mal komplett abschirmen; hinzu kommen schöne Taumel- und Stolperbewegungen. FIFA zeigt ebenfalls tolles Gezerre und physikalisch glaubwürdige Kollisonen und punktet vor allem in Laufduellen durch das dynamisch inszenierte Trikotziehen. Schön ist auch, dass man die einmal eingeleitete Grätsche abbrechen und weiterlaufen kann.

Dribblings
PES bietet in der Steuerung leider gar keine Neuerungen an, aber man hat das normale Dribbling ohne Tricks aufgewertet: Die enge Ballführung sorgt mit Drehungen auf engstem Raum dafür, dass man 1-gegen-1-Situationen auch ohne Elastico, Sombrero oder Roulette meistern kann. Genau da hat sich FIFA auch verbessert, denn man kann auch ohne Finten die Gegner mit kleinen Wendungen ausgucken. Außerdem bietet EA mit den "No Touch Dribblings" frischen Wind in der Steuerung, dazu kreative Skill-Spiele zum Trainieren. Aber diese Körpertäuschungen sind in der Praxis nicht ganz so cool wie sie klingen, weil man sie nicht intuitiv genug einleiten kann. Trotzdem hat FIFA hier frischere Impulse parat.

Standards
Stillstand bei PES und FIFA - weder bei den Freistößen noch Einwürfen oder Ecken gibt es nennenswerte Entwicklungen. Der Punktgewinn geht trotzdem an FIFA, weil das Repertoire dort vielfältiger ist, man gezielt Läufe auf den kurzen Pfosten oder die Verwirrung des Torwarts einleiten und dynamischere Standards kreieren. Ein kleiner Nachteil: Freistoßtore sind in FIFA so leicht wie nie - wer einen guten Schützen hat, versenkt mit etwas Gefühl zwei von drei Versuchen.

Ballphysik
FIFA hat auf den ersten Blick einen Schritt nach vorne gemacht, weil man dem Ball endlich mehr Schwere verliehen hat und er bei Pressschlägen & Co authentischer abspringt. Aber die Ballphysik wirkt manchmal wie eine Alphaversion: So angenehm sich die Distanzschüsse in der Flugbahn auch senken, wiederholt sich das auf den zweiten Blick ständig und es gibt noch zu viele seltsame Flugkurven und Rollwege - manchmal hat man das Gefühl, der Platz sei abschüssig, weil die Pille ewig weiterrollt, oder dass man in einen Medizinball tritt, weil er trotz Anlauf und voller Energie kaum Wucht bekommt. PES kann auch noch zulegen, z.B. beim unrealistischen Drall des Schlenzers, aber zeigt die harmonischere Ballphysik, vielfältigere Flugkurven bei Schüssen aus der zweiten Reihe, Volleys oder Flanken und vermittelt einem das angenehme Gefühl, sehr viel Kontrolle über die Pille zu haben.

Zwischenergebnis Teil 3:
64
   52
Gesamtergebnis:
122
  123

Kommentare

Hypn0s schrieb am
Ich habe Konami letztes Jahr noch einmal die Chance gegeben und spielerisch fand ich PES 15 wirklich nicht schlecht und auch um Längen besser als FIFA 15. Da habe ich sogar die Hybrid-Engine auf dem PC sowie dutzende irgendwann gestrichene und nicht wieder eingeführte Features in der Meisterliga (wie z.B. Spielerstatistiken) akzeptieren können. Aber der Support was Patches, (funktionierende) Onlinemodi und Aktualität der Kader angeht war wie immer ein ganz großer Reinfall - traurig, dass Konami sich in all den Jahren nicht mal um einen winzigen Schritt verbessert hat.
Den Vogel abgeschossen hat aber die diesjährige PC-Variante. Nicht nur bekommen wir erneut die Crap-Engine, nein noch dazu gibt es noch mehr Einschränkungen. Seit der Ankündigung habe ich mich bis heute auch nicht mit PES16 beschäftigt - anscheinend zu Recht. Bei FIFA16 hingegen hat mir die Demo schon Spaß gemacht und wurde deshalb auch gekauft. Gameplay ist nach diversen Slidereinstellungen ganz gut und das Lizenz- sowie Präsentationspaket ist top, und zwar ohne dass man sich alle 3 Wochen 20 Pakete a 2GB an Mods herunterladen muss. Und bei FIFA kann ich hoffen, dass Bugs z.B. aus dem Karrieremodus noch behoben werden - auch wenn ich mich jetzt schon aufrege, dass EA den Modus anscheinend kaum testet.
@SonKaio: Eine "echte" Saison spielen geht bei FIFA, ist der ganz normale Karrieremodus. Der ist zwar auf mehrere Saisons ausgelegt aber du könntest ja nach einer aufhören. Aufgrund oben angesprochener Bugs ist das wahrscheinlich auch frustfreier, weil die meisten erst nach mehreren Saisons auftreten. :wink:
SonKaio schrieb am
Der Talk ist super geworden! Verdeutlicht finde ich sehr gut, warum die beiden Spiele doch ein Stück von einem Award entfernt sind. Ich muss sogar zugeben, dass jetzt, nachdem ich das "Gesamtpaket" aus Tests, Vergleich (Text), Vergleich (Video) und Talk gesehen habe, die 80 fast schon ein wenig zu hoch erscheint. Vielleicht wäre es da einfach auch mal an der Zeit für ein konsequentes Abstrafen der fast schon unverschämten Updatepolitk der letzten Jahre. Was ich übrigens auch krass finde, ist die Entwicklung der Verkaufszahlen. War mir gar nicht bewusst, wie dominant FIFA mittlerweile ist. Da braucht man sich ehrlich gesagt auch nicht wundern, dass EA nicht in wirklich neue Ansätze wie eine spannende und gut inszenierte Karriere im Stil von NBA 2k investiert. Warum auch? Never change a running system. Von daher sollte man vielleicht wirklich mal wieder auf PES umsteigen. Ich glaube, dass es wirkliche Neuerungen bei FIFA nur geben wird, wenn PES wieder aufholt und wieder ein ernsthafter Konkurrent wird. Und um ehrlich zu sein: Jörgs Statement pro PES hinsichtlich der Spieldynamik lässt mich dieses Jahr schon ernsthaft über PES nachdenken ;-)
Mal noch was ganz anderes: Geht es nur mir als vorwiegenden offline Zocker so, oder vermisst sonst noch wer einen klassischen (ja, vielleicht auch langweiligen) offline Saison Modus, wie es ihn früher mal in FIFA gab? Ich würde gerne einfach nur eine ganz normale "echte" Saison nachspielen mit Liga und nationalen (und ggf. internationalen) Pokalwettbewerben. Ich nehme mal schwer an, dass das auch dieses Jahr wieder nicht geht. Weder in FIFA noch in PES.
Gordon_Sh schrieb am
SonKaio hat geschrieben:Kleine Randnotiz: 71+56=127 und nicht 121, also doch ein eindeutiger "Sieg" für FIFA. Finde, dass sich das dann aber auch in einer leicht höheren Wertung niederschlagen sollte...
Nee wenn man die Sterne zusammenzählt, erreicht FIFA in der Spielmechanik nur 52 Punkte. Damit stimmt der knappe Vorsprung.
Ansonsten decken sich beide Test's mit meiner Meinung. Beides gute Spiele aber mit viel Luft nach oben. Ich selber bin seit PES 6 der Serie verfallen aber spiele gelegentlich auch FIFA. Aber bei beiden Spielen ist es immer das selbe.
Auch wenn es schon oft gesagt wurde, aber ich bin auch kein NBA Fan, kannte vorher die Regeln überhaupt nicht und kenne nur ein Bruchteil der Spieler. Aber trotzdem hat es NBA 2k geschafft mich an das Spiel zu fesseln. Das ist das was beiden Spielen fehlt. Statt einer richtigen Innovation bekommt man jedes Jahr ein Update zum Vollpreis. Also würde man sich 5 mal den selben Film anschauen nur weil die Schauspieler meinen ihn jetzt noch besser gedreht zu haben. Mir ist klar es gibt viele die nur reinen Fußball wollen aber dann halt preiswerter mit der Option die Karriere nachträglich zu kaufen. Aber die sollte es dann auch krachen lassen. Eine Karriere angefangen beim Probetraining bis zum Weltfußballer mit allen was dazugehört, Interaktionen, Sponsoren, Manager, Krach im Verein oder Nationalmannschaft, von mir aus auch Skandale wo man den Spieler eine persönliche Note geben kann......die Möglichkeiten sind da. Ich hoffe das sowas irgendwann nochmal kommt und wir nicht weiterhin jedes Jahr den selben Brei nur anders angerichtet serviert bekommen.
@jörg...dafür das es letztes Jahr keinen Vergleich gab, ist euch der diesjährige sehr gut gelungen. Weiter so!
4P|T@xtchef schrieb am
Nein, am Ende hat FIFA im Vergleich nur einen Punkt Vorsprung - das Zwischenergebnis des dritten Teils wurde gestern Abend leider falsch angezeigt; es war nicht 56, sondern nur 52 für FIFA. Bitte mal die Seite aktualisieren. Sorry für die Verwirrung, jetzt ist alles korrekt.
schrieb am